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Verbindungen und Beschläge in Holzkonstruktionen

Nägel, Schrauben, Bolzen und Baubeschläge nach Eurocode 5

2026-07-19·11 min Lesezeit

Die Bemessung ergibt den Querschnitt — aber wie das Holz gefügt wird, entscheidet oft darüber, ob die Konstruktion hält. Hier sind die Verbindungstypen, die CE-Anforderungen an Nägel, Schrauben und Beschläge (DS/EN 14592 und 14545) und die Fehler, die eine Verbindung zum schwachen Glied machen.

Einleitung

Eine Holzkonstruktion ist nicht stärker als ihre Verbindungen. Man kann den richtigen Querschnitt in der richtigen Festigkeitsklasse haben — aber wenn der Sparren nicht ordentlich mit der Pfette verbunden ist oder der Balken nicht richtig aufgehängt wurde, versagt die Konstruktion in der Verbindung, nicht im Holz. Deshalb sind Verbindungen ein eigenes Kapitel im Eurocode 5 (DS/EN 1995-1-1, Abschnitt 8), und Beschläge und Verbindungsmittel haben ihre eigenen Produktnormen und CE-Anforderungen.

Zwei Familien von Verbindungen

Verbindungen im Holz teilen sich grob in zwei Gruppen. Stiftförmige Verbindungsmittel (dowel-type) übertragen Kräfte dadurch, dass ein rundes Element quer durch das Holz geht — Nägel, Schrauben, Bolzen, Dübel und Klammern. Flächenförmige Verbindungsmittel (connectors) übertragen Kräfte über eine größere Fläche — z. B. Nagelplatten, Dübelringe und Zahnplatten. Hinzu kommen Baubeschläge: gebogene Stahlbleche (Sparren-/Balkenschuhe, Winkelbeschläge, Lochbänder, Sturmbeschläge), die Holzteile verbinden oder verankern.

TypBeispieleProduktnorm
dübelförmige VerbindungsmittelNägel, Schrauben, Bolzen, Dübel, KlammernDS/EN 14592
Verbinder (connectors)Nagelplatten, Dübelringe, ZahnplattenDS/EN 14545
BauverbinderBalkenschuhe, Winkelverbinder, Lochband, SturmklammernETA / DoP des Beschlags

Quelle: DS/EN 14592 (stiftförmige Verbindungsmittel — Anforderungen und Prüfung) und DS/EN 14545 (Verbindungselemente — Anforderungen). Die Anwendung in der Konstruktion wird nach DS/EN 1995-1-1 Abschnitt 8 mit DK NA bemessen. Baubeschläge werden durch die ETA (Europäische Technische Bewertung) und die Leistungserklärung (DoP) des Herstellers abgedeckt.

Nägel und Schrauben — das tägliche Handwerk

Nägel und Schrauben sind die am häufigsten verwendeten Verbindungsmittel. Ihre Tragfähigkeit hängt vom Durchmesser, von der Eindringtiefe, von der Rohdichte des Holzes und davon ab, ob sie quer (auf Abscheren) oder aus dem Holz heraus (auf Herausziehen) belastet werden. Zwei geometrische Anforderungen sind entscheidend: Es muss ein ausreichender Abstand vom Verbindungsmittel zum Rand und zum Hirnende bestehen sowie ein ausreichender Abstand untereinander — sonst spaltet das Holz, statt zu tragen.

  • 01Rand- und Endabstände sowie die Abstände untereinander sind in EC5 Abschnitt 8 tabelliert und hängen vom Durchmesser des Verbindungsmittels und von der Lastrichtung ab — sie sind nicht frei wählbar.
  • 02Vorbohren: Kräftige Nägel und Schrauben in dichtem oder trockenem Holz werden oft vorgebohrt, um ein Aufspalten zu vermeiden, besonders nahe an Enden und Kanten.
  • 03Schrauben nehmen Auszugskräfte weit besser auf als glatte Nägel — deshalb werden Schrauben dort verwendet, wo die Verbindung auseinandergezogen wird.
  • 04Belaste die Verbindung möglichst quer (Abscheren), nicht auf Herausziehen eines glatten Nagels — ein Nagel, der gerade herausgezogen wird, hat eine geringe Tragfähigkeit.
VersatzKraft quer dazuAuszugKraft entlang der AchseBelaste möglichst quer (Abscheren) — EC5 Abschnitt 8
Fig. Ein Verbindungsmittel trägt am besten quer (auf Abscheren) und am schlechtesten auf Herausziehen längs der Achse — deshalb werden Verbindungen vorzugsweise auf Abscheren belastet (EC5 Abschnitt 8)

Mindestabstände für Nägel (EC5 Tabelle 8.2)

EC5 gibt die Abstände als Vielfache des Nageldurchmessers d an, und sie hängen vom Winkel α zwischen Kraft und Faserrichtung sowie davon ab, ob vorgebohrt wird. Die Tabelle zeigt den einfachsten Fall — Last parallel zur Faser (α = 0°) und ohne Vorbohren. a1 = Abstand längs der Fasern, a2 = Abstand quer zu den Fasern, a3,t = zum belasteten Ende, a3,c = zum unbelasteten Ende, a4,c = zur unbelasteten Kante. Vorbohren erlaubt kleinere Abstände (zum Beispiel a1 bis auf etwa 7d herunter) — den konkreten Wert in Tabelle 8.2 nachschlagen.

AbstandMultiplum (α = 0°, nicht vorgebohrt)Mit d = 2,8 mm
a1 — längs der Fasern10 · d28 mm
a2 — quer zu den Fasern5 · d14 mm
a3,t — belastetes Ende15 · d42 mm
a3,c — unbelastetes Ende10 · d28 mm
a4,c — unbelasteter Rand5 · d14 mm

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