Grundlegende Werkstoffkunde für den Zimmerer: Nadelholz vs. Laubholz, Kernholz und Splintholz, Jahresringe und Äste sowie die Festigkeitssortierung von Konstruktionsholz — visuell oder maschinell — die in Festigkeitsklassen wie C18, C24 und C30 nach DS/EN 338 mündet.
Einleitung
Holz ist ein lebendiges, richtungsabhängiges Material, und ein Zimmerer, der versteht, wie es aufgebaut ist, wählt das richtige Holz für die Aufgabe und vermeidet die Schwächen, die es versagen lassen. Der Feuchteartikel behandelt, wie Holz sich mit der Feuchtigkeit bewegt; hier geht es um das Material selbst — die Arten, den Aufbau und die Sortierung, die entscheidet, ob ein Stück Holz tragend eingesetzt werden darf.
Nadelholz und Laubholz
Holz teilt sich in zwei große Familien. Nadelholz (u. a. Fichte und Kiefer) wächst schnell, ist leicht und verhältnismäßig weich und ist bei Weitem das meistgenutzte für tragende Konstruktionen in Dänemark — Sparren, Balken, Riegel. Laubholz (u. a. Eiche, Buche, Esche) ist in der Regel schwerer, härter und stärker, aber teurer und wird meist für Böden, Treppen, Möbel und Stellen benutzt, an denen Verschleißfestigkeit oder Aussehen zählen.
- 01Fichte: das häufigste Konstruktionsholz — leicht, gerade und gut zu bearbeiten; wird für den größten Teil des tragenden Gerüsts verwendet.
- 02Kiefer: etwas schwerer und harzreicher als Fichte; das Kernholz ist dauerhafter, und Kiefer wird unter anderem für Fenster und Außenholz verwendet.
- 03Eiche: festes, schweres und von Natur aus dauerhaftes Laubholz; für Böden, Treppen, Außendetails und überall dort, wo Dauerhaftigkeit ohne Imprägnierung gewünscht ist.
- 04Buche: hart und stark, aber im Freien wenig dauerhaft; vor allem für Böden, Stufen und den Innenbereich.
So ist der Stamm aufgebaut
Schneidet man einen Stamm durch, sieht man den Aufbau in Ringen von außen nach innen: die Rinde ganz außen schützt; direkt darunter sitzt das dünne, lebende Kambium, in dem das Wachstum stattfindet; danach das Splintholz und ganz innen das Kernholz rund um das Mark in der Mitte. Der Unterschied zwischen Splint und Kern ist für den Zimmerer wichtig.
- 01Splintholz: das äußerste, helle Holz. Es ist das »Rohrsystem« des Baumes, das im lebenden Baum Wasser nach oben leitet — es nimmt deshalb leicht Feuchtigkeit auf und ist weniger widerstandsfähig gegen Fäulnis.
- 02Kernholz: das innere, oft dunklere Holz. Die Zellen sind nicht mehr aktiv, und bei mehreren Arten (z. B. Kiefer und Eiche) ist das Kernholz haltbarer, trockener und formstabiler als das Splintholz.
- 03Jahresringe: jeder Ring ist ein Jahr Wachstum mit hellem, weichem Frühholz und dunklerem, dichterem Spätholz. Schmale, dichte Jahresringe bedeuten oft ein langsames, gleichmäßiges Wachstum und ein festes Holz.
- 04Mark: die weiche Mitte; Bretter, die durch das Mark geschnitten sind, neigen zum Reißen und sollten bei sichtbaren und tragenden Arbeiten vermieden werden.
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