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Artikel·Kran·Anschlagen

Anschlagen und Lastbeurteilung

Die Last korrekt einschätzen, bevor der Hebevorgang beginnt

Einleitung

Das Anschlagen ist das Bindeglied zwischen Kran und Last. Ein Hub kann nicht sicherer sein als das Anschlagmittel, das ihn trägt. Deshalb beginnt jeder Kranhub mit einer Beurteilung dessen, was gehoben werden soll, wie schwer es ist, wo der Schwerpunkt liegt und welches Gerät zur Aufgabe passt.

Beurteilung von Gewicht und Schwerpunkt

Vor dem Hub muss das Gewicht der Last bekannt sein. Es kann auf dem Werkstück stehen, aus Lieferscheinen oder Zeichnungen hervorgehen oder aus Rohdichte und Volumen des Materials berechnet werden. Eine Schätzung reicht nicht, wenn man sich der Kapazität des Anschlagmittels oder des Krans nähert. Der Schwerpunkt bestimmt, wie die Last hängt: liegen die Anschlagpunkte nicht um den Schwerpunkt herum, kippt oder dreht sich die Last, sobald sie vom Untergrund frei kommt.

Auswahl des Anschlagmittels

Zu den Anschlagmitteln gehören unter anderem Ketten, Seilgurte, Fasergurte (Rundschlingen und Bänder) sowie Schäkel, Haken und Anschlagösen. Jedes Gerät hat eine gekennzeichnete Tragfähigkeit (WLL — Working Load Limit), die niemals überschritten werden darf. Das Gerät wird nach Gewicht, Form, Anschlagwinkel und Oberfläche der Last gewählt — scharfe Kanten erfordern einen Kantenschutz, damit der Gurt nicht durchgeschnitten wird.

  • 01Ketten: robust, halten hohe Temperaturen und scharfe Kanten besser aus als Fasern
  • 02Drahtseilschlingen: stark und flexibel, aber die einzelnen Drähte können brechen
  • 03Fasergurte: leicht und schonend zur Oberfläche, aber empfindlich gegenüber scharfen Kanten und Chemikalien

Anschlagwinkel und Anzahl der Stränge

Wenn eine Last in mehreren Strängen hängt, verteilt sich das Gewicht nicht gleichmäßig, wenn der Winkel zwischen den Strängen groß ist. Je größer der Winkel zur Senkrechten, desto größer die Kraft im einzelnen Strang. Deshalb sinkt die zulässige Belastung, wenn die Gurte gespreizt werden. Die Kennzeichnung und die Tabellen des Geräts geben an, wie sich die Tragfähigkeit bei verschiedenen Winkeln verringert — und man bleibt innerhalb der gekennzeichneten Grenzen, statt zu schätzen.

Prüfung der Ausrüstung

Anschlagmittel müssen vor dem Gebrauch geprüft werden. Geräte mit sichtbaren Schäden werden abgelegt: Drahtbrüche im Seil, verformte Glieder oder gelängte Ketten, Schnitte, Hitzeschäden oder starker Verschleiß bei Fasergurten sowie Schäkel mit verschlissenen oder verformten Bolzen. Beschädigte Geräte werden sofort aus dem Verkehr gezogen.

Kommunikation während des Hubs

Anschlagen und Kranführen sind oft zwei Personen. Es werden klare Signale vereinbart — Handzeichen oder Funk — und nur eine Person dirigiert auf einmal. Das Stoppsignal müssen alle geben und verstehen können. Niemand hält sich unter einer hängenden Last auf.