Zum Inhalt springen
Artikel·Kran·Krantypen

Der Turmdrehkran: Aufbau und Besonderheiten

Der senkrechte Kran, der die Häuser in der Stadt hochzieht

Einleitung

Während der Brückenkran in der Halle herrscht und der Mobilkran zur Aufgabe hinfährt, ist der Turmdrehkran der Kran, der auf dem Platz stehen bleibt, oft monate- oder jahrelang, während ein Gebäude um ihn herum wächst. Die senkrechte Silhouette mit dem waagerechten Ausleger ist eines der bekanntesten Bilder von einer größeren Baustelle.

Aufbau: Turm, Drehkranz und Ausleger

Der Turmdrehkran besteht aus einem senkrechten Turm, der aus Sektionen aufgebaut ist, einem Drehkranz oben, der das gesamte Oberteil rundum drehen lässt, und einem waagerechten Ausleger (Jib), der oft in einen Hubausleger mit Laufkatze und einen kürzeren Gegenausleger geteilt ist. Das Gegengewicht am einen Ende gleicht die Last am anderen aus, sodass der Kran im Gleichgewicht bleibt, ob er hebt oder nicht. Die Führerkabine sitzt typischerweise hoch oben am Drehkranz, wo der Führer den Überblick über den Platz hat.

Feste, mobile und semimobile Turmkrane

Der klassische Turmdrehkran wird fundamentiert oder am Gebäude verankert und bleibt stehen, bis die Aufgabe erledigt ist. Es gibt aber auch mobile und halbmobile Turmdrehkrane, die auf eigenen Rädern zwischen Aufgaben bewegt oder in Teilen transportiert und wieder aufgestellt werden können. Die Zertifizierungsregeln für genau diese Zwischenformen waren ein Aufmerksamkeitspunkt in der Branche, weil sie Eigenschaften sowohl mit dem stationären Turmdrehkran als auch mit dem Mobilkran teilen — und deshalb wurde präzisiert, welches Zertifikat für sie erforderlich ist.

Auf- und Abbau — die kritischsten Phasen

Der Turmdrehkran wird mit einem Mobilkran oder einem anderen Hilfskran auf- und abgebaut, und diese beiden Phasen gehören zu den unfallträchtigsten in der gesamten Lebensdauer des Krans. Die Sektionen müssen der Reihe nach gehoben und zusammengeschraubt werden, der Turm muss senkrecht aufgerichtet werden, und das Gegengewicht muss in der vom Hersteller vorgeschriebenen Reihenfolge montiert werden, damit der Kran zwischendurch nie instabil steht. Die Arbeit wird von einer sachkundigen Person geleitet, und es wird nach einem festen Montageplan gearbeitet — die Reihenfolge wird nicht improvisiert.

Windfahnenstellung: warum sich der Kran frei drehen können muss

Wenn der Turmdrehkran nicht in Betrieb ist — nachts oder bei starkem Wind — wird die Drehbremse oft gelöst, sodass sich das Oberteil frei mit dem Wind drehen kann wie eine Wetterfahne. Das nennt man Windfahnenstellung oder Freilauf. Der Zweck ist, dass der Winddruck auf den Ausleger den Kran nicht in einer Position festhält, in der die Kräfte für Turm und Verankerung zu groß werden können. Ein Kran, der sich im Sturm nicht frei drehen kann, kann im schlimmsten Fall umstürzen oder brechen. Deshalb ist es fester Teil des Betriebs, sicherzustellen, dass die Freilauffunktion funktioniert und dass rund um den Kran Platz ist, damit er sich ungehindert drehen kann.

Funksteuerung und Fernbedienung

Manche Turmdrehkrane werden aus einer Kabine an der Spitze bedient, andere per Funkfernsteuerung vom Boden aus. Die Fernsteuerung ermöglicht es dem Kranführer, die Last näher am Boden zu begleiten, verlangt aber dafür ein stabiles Signal und ein klares Verfahren dafür, was passiert, wenn die Verbindung mitten im Hub ausfällt — typischerweise stoppt der Kran die Bewegung automatisch.

Sicherheit für die Anwohner und die Nachbarn der Baustelle

Weil der Turmdrehkran lange fest an einem Ort steht und den Ausleger oft über Nachbargrundstücke, Straßen oder andere Baustellen schwenkt, ist die Planung seines Schwenkradius und dessen, worüber der Ausleger geführt werden darf, von Anfang an Teil des Projekts. Auf Baustellen mit mehreren Turmdrehkranen dicht beieinander muss außerdem sichergestellt werden, dass die Krane beim Schwenken nicht kollidieren können — was sowohl über die Planung der Aufstellhöhen als auch mit technischer Antikollisionsausrüstung gelöst wird.