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Artikel·Kran·Wartung

Drahtseil, Ketten und die Wartung des Hebewerks

Ablegekriterien und laufende Pflege der tragenden Teile

Einleitung

Das Hebewerk mit seinem Seil oder seiner Kette ist das Glied, das die Last unmittelbar hoch und runter trägt. Verschleißt es oder versagt es, bleibt keine andere Sicherheit übrig. Deshalb ist das Wissen darüber, wie Seile und Ketten verschleißen und wann sie abgelegt werden müssen, eine Kernkompetenz — nicht nur für den, der die vorgeschriebene Hauptprüfung durchführt, sondern auch für den Kranführer, der das Gerät jeden Tag vor Augen hat.

Der Aufbau des Drahtseils

Ein Stahlseil ist aus mehreren Drähten geflochten, die zu Litzen gedreht werden, welche wiederum um eine Einlage gedreht werden — entweder eine Stahleinlage oder eine Fasereinlage. Die Anzahl der Drähte, die Schlagrichtung und die Art der Einlage bestimmen, wie flexibel und wie verschleißfest das Seil ist. Gerade weil das Seil aus vielen dünnen Drähten zusammengesetzt ist, verträgt es, dass einzelne Drähte brechen, ohne dass das ganze Seil sofort versagt — aber je mehr Drähte brechen, desto näher ist man an der Grenze.

Ablegekriterien für Seile

Drahtseile werden nach festen Kriterien ausgesondert, die unter anderem in den Normen für Prüfung und Ablegereife von Stahldrahtseilen für Hebezeuge beschrieben sind. Die Kriterien betreffen nicht nur die Zahl der gebrochenen Drähte an einer einzelnen Stelle, sondern das gesamte Schadensbild.

  • 01Eine bestimmte Anzahl sichtbarer Drahtbrüche innerhalb einer gegebenen Seillänge (die Grenze wird auf einer kürzeren Strecke verschärft)
  • 02Verringerung des Außendurchmessers des Seils gegenüber dem ursprünglichen — Zeichen für inneren Verschleiß oder Korrosion
  • 03Verformungen wie Vogelnesteffekt (lose, abstehende Drähte), Knicke, Quetschungen oder ausgefranste Enden
  • 04Sichtbare Korrosion, die die Drähte angegriffen hat, oder Hitzeschäden durch Kontakt mit heißen Flächen oder durch Schweißen

Der Verschleiß der Kette

Hubketten verschleißen anders als Seile: Die Glieder werden bei jeder Belastung ein wenig gelängt, und mit der Zeit verlängert sich die ganze Kette — Elongation genannt. Wird die Länge der Kette über eine bestimmte Anzahl Glieder gemessen und überschreitet die Verlängerung den vom Hersteller angegebenen Grenzwert, wird die Kette ausgemustert, auch wenn keine sichtbaren Brüche vorliegen. Darüber hinaus werden Ketten mit verformten Gliedern, Rissen, Kerben oder Anzeichen von Hitzeeinwirkung, die die Festigkeit des Stahls verändert haben kann, ausgemustert.

Schmierung und Aufbewahrung

Drahtseile werden regelmäßig mit einem geeigneten Schmiermittel geschmiert, das zwischen die Drähte eindringt und vor Korrosion und innerem Verschleiß schützt, ohne die Oberfläche so glatt zu machen, dass die Reibung in den Blöcken falsch wird. Ketten werden von schleifendem Schmutz freigehalten, der den Verschleiß in den Gliedern beschleunigt. Nicht benutztes Gerät wird trocken und hängend aufbewahrt, damit es nicht liegt und Knicke oder Quetschstellen bekommt.

Bremsen und Trommel

Das Hubwerk selbst — Motor, Getriebe, Trommel und Bremsen — muss ebenfalls instand gehalten werden. Die Bremsen müssen die maximale Last stillhalten können, ohne zu rutschen, und die Rillen der Trommel müssen das Seil gleichmäßig aufwickeln, damit es sich nicht kreuzweise legt oder sich selbst einklemmt. Verschleiß oder Öl auf den Bremsflächen zeigt sich typischerweise daran, dass die Bremse die Last nicht mehr ganz stillhält, und das ist ein Zustand, der sofort ernst genommen wird.