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Arbeiten mit Epoxid und Isocyanaten

Gesundheitsrisiko, Zertifikat und sicherer Umgang

Einleitung

Epoxid und Isocyanate (einschließlich Polyurethan, PUR) sind reaktive chemische Produkte, die für Klebstoffe, Fugenmassen, Bodenbeschichtungen, Farben, Guss und Schaum verwendet werden. Sie haben starke Eigenschaften, gehören aber auch zu den Stoffen, die die am weitesten verbreiteten arbeitsbedingten Allergien und Atemwegserkrankungen verursachen können. Deshalb unterliegt die Arbeit damit der Pflicht zu einer besonderen Ausbildung.

Warum eine Ausbildung Pflicht ist

Man darf nur beruflich mit Epoxid und Isocyanaten arbeiten, wenn man die vorgeschriebene Ausbildung abgeschlossen hat. Die Ausbildung stellt sicher, dass man die Gefahren der Stoffe kennt, weiß, wie die Arbeit sicher geplant und ausgeführt wird, und die Schutzausrüstung richtig benutzen kann. Die Anforderung steht in § 16 und Anlage 10 der Verordnung über arbeitsschutzfachliche Ausbildungen (BEK Nr. 1978/2021) und in Anlage 2, Nr. 7 der Verordnung über die Arbeit mit Stoffen und Materialien (BEK Nr. 581/2026).

Wann gelten die Regeln?

Die Regeln in Anhang 2 gelten für diese Stoffe und Materialien:

  • 01Epoxid mit einer mittleren Molmasse von 700 oder weniger und Materialien mit 1 Gewichtsprozent oder mehr davon.
  • 02Reaktive Lösungsmittel mit Epoxidgruppen und Materialien mit 0,2 Gewichtsprozent oder mehr davon.
  • 03Monomere Diisocyanate und Materialien mit 0,1 Gewichtsprozent oder mehr davon.
  • 04Materialien mit 0,5 Gewichtsprozent Präpolymeren oder mehr.

Gewichtsprozent ist der Anteil, den der Stoff am Gewicht des Produkts ausmacht. 1 Gewichtsprozent ist 1 Gramm pro 100 Gramm Produkt.

Wer braucht eine Ausbildung?

Wer Epoxidarbeiten ausführt, muss die Ausbildung haben. Bei Isocyanaten gilt die Anforderung sowohl für die Person, die die Arbeit ausführt, als auch für die Person, die sie überwacht. Die Anforderung gilt nicht für die Herstellung der Stoffe selbst.

Gesundheitsgefahren

  • 01Hautkontakt kann Ekzeme und eine allergische Kontaktallergie auslösen
  • 02Das Einatmen von Dämpfen, Spritznebel oder Staub kann Atemwegsreizungen und Asthma verursachen
  • 03Isocyanate können schon bei niedrigen Konzentrationen eine Überempfindlichkeit der Atemwege auslösen
  • 04Spritzer in die Augen können starke Reizungen verursachen

Sichere Handhabung

Die Arbeit wird so geplant, dass Haut- und Einatmungskontakt vermieden wird. Das bedeutet Abschirmung, gute Belüftung oder Prozessabsaugung, und dass man so geschlossen wie möglich arbeitet. Die Hände werden mit geeigneten Handschuhen geschützt, und man vermeidet es, Gesicht, Telefon und Griffe mit verunreinigten Handschuhen zu berühren. Verschüttetes wird sofort aufgewischt, und verunreinigtes Material wird als gefährlicher Abfall entsorgt.

Spritzen ist grundsätzlich verboten

Die Produkte müssen mit Spachtel, Pinsel, Rolle oder Kartuschenpistole aufgetragen werden. Spritzen ist nur in geschlossenen Systemen, Spritzkabinen und Spritzboxen erlaubt — und in einigen besonderen Ausnahmen: Schiffe, Offshore, Brücken, Tanks, Sportböden und Außenplätze.

Bei den Ausnahmen darf höchstens in 2 Zeiträumen à 2 Stunden pro Tag gespritzt werden. Sind die Bedingungen optimal, bis zu 5 Stunden. In sehr schwer zugänglichen Räumen liegt die Grenze bei 2 × 1 Stunde und in belastenden Arbeitshaltungen bei 3 × 1 Stunde. Die Ausnahmen müssen der dänischen Arbeitsschutzbehörde (Arbejdstilsynet) mindestens 14 Tage vorher schriftlich gemeldet werden.

Hygiene am Arbeitsplatz

  • 01Handwaschbecken mit fließendem, handwarmem Wasser. Die Wasserhähne dürfen nicht von Hand bedient werden.
  • 02Duschräume.
  • 03Getrennte Umkleideräume, in denen Straßenkleidung und Arbeitskleidung getrennt aufbewahrt werden.
  • 04Kein Essen, Trinken oder Rauchen am Arbeitsplatz.
  • 05Verschüttetes und gebrauchte Tücher in gekennzeichnete Behälter.
  • 06Eine Augenspülflasche griffbereit.

Persönliche Schutzausrüstung

Die Schutzausrüstung wird nach dem Sicherheitsdatenblatt des Produkts gewählt: chemikalienbeständige Handschuhe des richtigen Typs, Schutzbrille oder Visier, Schutzanzug und — bei Dämpfen oder beim Spritzen — geeigneter Atemschutz mit dem richtigen Filter. Die Schutzausrüstung muss zu genau dem Produkt passen, das man verwendet; ein falsches Handschuhmaterial kann durchdrungen werden.

Sicherheitsdatenblatt und Kennzeichnung

Jedes Produkt hat ein Sicherheitsdatenblatt, das Gefahren, Schutzausrüstung, Erste Hilfe und Entsorgung beschreibt. Es wird vor der Arbeit gelesen. Die Gefahrenkennzeichnung der Verpackung und die H- und P-Sätze sagen dir, worauf du achten musst. Bei Hautkontakt oder Spritzern in die Augen wird die Anweisung zur Ersten Hilfe sofort befolgt.

Grenzwert für Diisocyanate

Die Luft darf höchstens so viel Diisocyanat enthalten:

Zeitraum8 StundenKurzzeit
Heute0,01 mg NCO/m³ Luft0,02 mg NCO/m³ Luft
Ab 1. Januar 20290,006 mg NCO/m³ Luft0,012 mg NCO/m³ Luft

NCO bedeutet, dass der Wert als die Isocyanatgruppen gemessen wird, die am Stoff sitzen. Die Diisocyanate haben die Anmerkung H. Diese bedeutet, dass der Stoff über die Haut aufgenommen werden kann.

Wenn du Symptome bekommst

Bekommst du Ekzeme, Atembeschwerden, Verätzungen oder Augenverletzungen, musst du zum Arzt gehen.