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Die Geschichte der Reinigung — von der Scheuerfrau zur professionellen Servicefachlichkeit

Wie die Reinigung von harter Plackerei mit Seifenspänen zu einem Beruf mit Standards, Chemie und Maschinen wurde

Einleitung

Reinigung gibt es, seit Menschen zusammenleben, aber die längste Zeit der Geschichte war sie kein Beruf — sie war häusliche Plackerei, die meist auf Frauen und Dienstboten lastete. Sauberzumachen war etwas, das man einfach tat, nicht etwas, worin man ausgebildet wurde, wofür es Standards gab oder woran man gemessen wurde. Der Weg zur modernen Serviceassistentin ist die Geschichte davon, wie aus dieser Plackerei eine Fachlichkeit mit Wissen über Chemie, Hygiene, Maschinen und Qualität wurde.

So hat man es früher gemacht — Besen, Schrubber und Schmierseife

Vor der Industrialisierung waren die Reinigungsgeräte wenige und einfach: Besen und Kehrbesen aus Reisig oder Borsten, eine Scheuerbürste, Lappen aus abgelegter Kleidung, ein Eimer und viel Muskelkraft. Holzböden wurden auf Knien mit Sand, Lauge und Schmierseife geschrubbt, und Wasser musste oft hereingetragen und über dem Feuer erwärmt werden. Seife war ein kostbares Haushaltsprodukt, das man früher selbst aus Fett und Asche (Lauge) kochte, und sie war weder standardisiert noch schonend für die Hände. Reinigen war körperlich harte Arbeit, die lange dauerte, und das Ergebnis hing ganz vom Fleiß und den Kräften der einzelnen Person ab.

Die Industrialisierung — billige Seife und die ersten Maschinen

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert veränderte sich die Reinigung deutlich. Seife konnte nun in großem Maßstab in Fabriken hergestellt werden und wurde billig genug, dass gewöhnliche Haushalte und Betriebe sie reichlich verwenden konnten. Im Laufe des Jahrhunderts wuchs eine ganze Industrie an Reinigungsprodukten heran: Scheuerpulver, Seifenflocken und später die ersten echten Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts kamen auch die ersten mechanischen Hilfsmittel — Teppichkehrer und Vorläufer des Staubsaugers — die begannen, den schlimmsten Kraftaufwand zu erleichtern.

Die Bakteriologie macht Reinigung zu Gesundheit

Die wichtigste Veränderung im 19. Jahrhundert war kein Werkzeug, sondern eine Erkenntnis. Bis zur Mitte des Jahrhunderts ahnte man nicht, dass unsichtbare Mikroorganismen Krankheiten verbreiteten. 1847 zeigte der ungarische Arzt Ignaz Semmelweis an einem Krankenhaus in Wien, dass die Sterblichkeit am Kindbettfieber dramatisch sank, wenn die Ärzte sich die Hände wuschen — von etwa 18 Prozent auf wenige Prozent. Während des Krimkriegs in den 1850er-Jahren senkte Florence Nightingale die Sterblichkeit in einem Militärkrankenhaus durch Sauberkeit, Lüftung und saubere Bettwäsche. Und in den 1860er- und 1870er-Jahren erklärten Louis Pasteur, Robert Koch und Joseph Lister endlich das Warum, mit der Keimtheorie (germ theory). Plötzlich war Reinigung nicht bloß hübsch — sie war Gesundheit.

Semmelweis konnte sehen, dass Händewaschen Leben rettete, lange bevor jemand erklären konnte, warum. Die Erklärung — die Mikroorganismen — kam erst eine Generation später.

Die Geschichte der Hygiene

Von der häuslichen Plackerei zum Beruf

Als Städte, Fabriken, Krankenhäuser und Büros wuchsen, wurde Reinigung zu etwas, das man als Dienstleistung einkaufte. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Reinigung von häuslicher Arbeit zu einem Gewerbe mit Angestellten, deren einzige Aufgabe es war, sauber zu halten — in Krankenhäusern, in Institutionen und in den großen Unternehmen. Mit der Zeit kamen auch Arbeitskleidung, feste Arbeitsabläufe und schließlich eine richtige Ausbildung hinzu. Das Fach wechselte mehrfach den Namen und wurde breiter: von der »Reinigungskraft« hin zum modernen Serviceassistenten, der neben der Reinigung auch praktischen Service, Hygiene, Abfallwirtschaft und Qualitätssicherung übernimmt.

Die moderne Zeit — Mikrofaser, Chemieverständnis und Maschinen

Die Nachkriegszeit und die letzten Jahrzehnte haben eine ganze Reihe technischer Sprünge gebracht. Bodenreinigungs- und Poliermaschinen übernahmen die großen Bodenarbeiten, Mikrofasertuch und -mopp machten es möglich, mit sehr wenig Wasser und Chemie effektiv zu reinigen, und die Produkte wurden nach Schmutzart zusammengesetzt, mit Wissen über pH-Wert und Tenside. Gleichzeitig kamen Umweltzeichen wie das Nordische Umweltzeichen und die EU-Blume, die es ermöglichen, Produkte mit geringerer Belastung für Umwelt und Raumklima zu wählen. Das Fach ging von roher Handkraft zu Wissen über: Man muss heute verstehen, was ein Mittel bewirkt und warum eine Methode funktioniert.

ZeitraumWas ist geschehen
Vor der IndustrialisierungHäuslicher Verschleiß: Besen, Schrubber, Sand, selbst gekochte Seife; sauber war eine Frage von Fleiß und Kraft
Das 19. JahrhundertFabrikseife und Scheuerpulver werden billig; die ersten Teppichkehrer; die Bakteriologie (Semmelweis 1847, Keimtheorie 1860er–1870er Jahre) macht Sauberkeit zur Gesundheit
Um das Jahr 1900Reinigung wird ein Gewerbe mit Angestellten; die Vorläufer des Staubsaugers; Desinfektionsmittel verbreiten sich
Die NachkriegszeitBodenmaschinen, synthetische Reinigungsmittel und auf die Schmutzarten abgestimmte Chemie; der Arbeitsschutz rückt in den Fokus
NeuzeitMikrofaser, Umweltzeichen (Svanen, EU-Blume), Qualitätsstandard (DS/INSTA 800) und eine richtige Berufsausbildung

Als 'sauber' zu etwas wurde, das man messen kann

Eine der jüngsten und größten Veränderungen ist, dass die Reinigungsqualität objektiv geworden ist. Die nordische Norm DS/INSTA 800 macht es möglich, ein Qualitätsniveau zu vereinbaren, zu messen und zu dokumentieren, sodass Kunde und Dienstleister dieselbe Sprache sprechen. Wo «sauber» früher eine Meinung war, die von Person zu Person variierte, ist es heute etwas, das man gegen ein vereinbartes Niveau kontrollieren kann. Das ist vielleicht das deutlichste Zeichen dafür, dass Reinigung zu einem Fach geworden ist: Wenn sich das Ergebnis messen lässt, lässt sich auch die Fachlichkeit beurteilen.

Im Rückblick ist die Geschichte der Reinigung eine Reise von der Muskelkraft hin zum Wissen. Die Scheuerfrau und die moderne Serviceassistentin teilen das Ziel — sauber und hygienisch zu machen —, doch wo es früher darum ging, am härtesten zu schuften, geht es heute darum, richtig zu wählen: die richtige Methode, die richtige Dosierung, möglichst geringe Belastung und eine messbare Qualität.

Das Fach entwickelte sich von der Frage, wer am kräftigsten schrubbte, hin zu der Frage, wer am richtigsten wählt.

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