Einleitung
Schweißen ist eines der Handwerke, in denen die Automatisierung in den letzten Jahren am meisten zugenommen hat. Das liegt nicht nur am Wunsch nach Effizienz — es liegt vor allem daran, dass Hände fehlen. Eine Analyse, die COWI 2023 für Industriens Uddannelser erstellt hat, zeigt, dass die grüne Wende einen Bedarf von knapp 16.500 Personenjahren an Schmieden im Zeitraum 2023-2035 schafft — das entspricht knapp 1.300 Vollzeitkräften in jedem der 13 Jahre. Viele Unternehmen erleben schon heute, dass es schwer ist, genügend qualifizierte Schweißer zu finden.
Dänemark und die Roboter
Dänemark hat im Verhältnis zur Zahl der Beschäftigten in der Industrie viele Industrieroboter. Die Roboterorganisation IFR misst die Roboterdichte als Roboter pro 10.000 Beschäftigte in der verarbeitenden Industrie. 2024 hatte Dänemark 329, Schweden 377 und Deutschland 449 — Platz 6, 5 und 3 weltweit. Roboterschweißen wird vor allem für lange, gleichartige Serien eingesetzt, bei denen eine hohe und gleichmäßige Qualität vom ersten bis zum letzten Teil gefordert ist — etwas, das ein Roboter naturgemäß beständiger liefert als ein menschlicher Schweißer, der im Laufe eines langen Arbeitstages ermüdet.
Worin Roboter gut sind — und worin nicht
Ein Roboter glänzt bei wiederholten, klar definierten Aufgaben: dasselbe Werkstück, dieselbe Naht, dieselben Parameter, wieder und wieder. Schlechter ist er dagegen im Umgang mit Variation — schiefen Werkstücken, Einzelstücken, Reparaturen und Aufgaben, bei denen der Schweißer laufend beurteilen und nachjustieren muss. Hier ist der menschliche Schweißer weiterhin unentbehrlich, und das gilt nicht zuletzt in Konstruktion, Reparatur und Sonderaufgaben, wo jede Verbindung einmalig ist.
- 01Roboter eignen sich für lange, gleichartige Serien mit stabilen Werkstücken
- 02Menschen werden weiterhin für Variation, Reparatur und Einzelstücke gebraucht
- 03Kollaborative Roboter (Cobots) können enger mit dem Bediener zusammenarbeiten als traditionelle Industrieroboter
- 04Programmierung und Einrichtung des Roboters werden zu einer neuen Kompetenz für den Schweißer, nicht nur die manuelle Ausführung
Es gibt auch eine Norm für diejenigen, die Schweißroboter und andere automatische Schweißanlagen bedienen: ISO 14732 über die Qualifizierung von Schweißbedienern. Die neueste Ausgabe erschien im Juni 2025.
Die Rolle des Schweißers verändert sich
Die Automatisierung nimmt den Schweißer nicht aus der Gleichung — sie verschiebt einen Teil der Aufgabe. Der Schweißer, der früher nur mit Brenner oder Elektrodenhalter dastand, wird zunehmend auch derjenige, der programmiert, einrichtet, die Qualität sichert und Fehler an der Arbeit des Roboters behebt. Das verlangt weiterhin das grundlegende fachliche Verständnis für Schweißparameter, Nahtarten und Werkstoffe — ergänzt jedoch um eine neue Art digitaler Kompetenz.
Eine Zukunft mit beidem
Realistisch betrachtet wird die Schweißwerkstatt der Zukunft sowohl Roboter als auch manuelle Schweißarbeit nebeneinander beherbergen. Je mehr ein Unternehmen die gleichförmigen Aufgaben automatisiert, desto wichtiger wird es, dass das verbleibende Handschweißen von Schweißern mit soliden, zertifizierten Kompetenzen ausgeführt wird — denn es sind gerade die komplexen, schiefen und anspruchsvollen Aufgaben, die sich nicht an einen Roboter übergeben lassen.