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Anschlagen und sicheres Heben mit Kran und Maschinen

Anschlagmittel, Ablegereife und Handzeichen, wenn schwere Lasten in die Luft sollen

Einleitung

Rohre, Schächte, Betonelemente und ganze Schalungsabschnitte sind zu schwer zum Tragen – sie müssen gehoben werden. Auf einer Tiefbaustelle sind Kran und Bagger deshalb genauso gewöhnliche Werkzeuge wie die Schaufel, aber ein Hub, der schiefgeht, kann in einem Augenblick Leben kosten. Deshalb ist das Anschlagen – das sichere Befestigen einer Last am Hebezeug – ein Fach für sich.

Was ist das Anschlagen von Lasten?

Anschlagen ist die eigentliche Befestigung der Last am Haken des Krans oder der Maschine, typischerweise mit Ketten, Gurten oder Seilen. Die Ausbildung verlangt, dass du das Anschlagen im Verhältnis zu Größe und Gewicht der Last vornehmen, die üblicherweise vorkommenden Anschlagmittel aufbewahren, kontrollieren und verwenden und sie im Verhältnis zu Belastungsregeln, Kennzeichnung und Ablegereife beurteilen kannst. Mit anderen Worten: Du musst eine Last ansehen und das richtige Gerät wählen können – und du musst das Gerät ansehen und beurteilen können, ob es noch sicher verwendbar ist.

Wähle und kontrolliere die Ausrüstung

Alle Anschlagmittel haben eine gekennzeichnete Tragfähigkeitsgrenze (WLL – working load limit), und die darf nie überschritten werden. Die Mittel müssen außerdem regelmäßig auf Verschleiß, Risse und Verformungen geprüft und ausgesondert werden, wenn die Schäden die festgelegten Ablegegrenzen überschreiten – unabhängig davon, wie neu der Gurt sonst aussieht. Der Winkel der Gurte spielt ebenfalls eine Rolle: Je breiter der Winkel zwischen den Gurten, desto mehr Last nimmt jeder einzelne Strang auf, auch wenn die Gesamtlast dieselbe ist.

  • 01Prüfe die Kennzeichnung und die maximale Belastung, bevor du die Ausrüstung benutzt
  • 02Prüfe Gurte und Ketten jedes Mal visuell auf Schäden
  • 03Sondere Ausrüstung aus, die sichtbare Schäden über der Ablegegrenze hat
  • 04Achte auf den Anschlagwinkel – ein weiter Winkel erhöht die Belastung in jedem Strang
  • 05Sichere die Last so, dass sie beim Heben nicht verrutschen oder kippen kann

Einweisen und Funkkommunikation

Wenn der Kranführer die Last selbst nicht deutlich sehen kann, wird der Hub mit standardisierten Handzeichen oder per Funk dirigiert. Das dänische Arbeitsaufsichtsamt (Arbejdstilsynet) hat eine einheitliche Zeichengebung bei Kranarbeiten festgelegt, damit alle auf der Baustelle – unabhängig von Firma oder Sprache – dieselben Signale für Stopp, Heben, Senken und Schwenken verstehen. Die festen Signale konsequent zu verwenden, ist eine der wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen bei Hebearbeiten.

Zertifikat für die großen Hübe

Nicht jeder darf ohne Weiteres einen großen Kran führen. Krane über einer bestimmten Kapazität – typischerweise angegeben als gehobene Tonnen mal Auslegerlänge in Metern – setzen voraus, dass der Führer nach den Regeln von Arbejdstilsynet einen Kranführerschein hat. Kleinere Baumaschinen wie Bagger und Radlader haben ihre eigenen Zertifikatsanforderungen. Als Tiefbaufacharbeiter bist du oft derjenige, der am Boden anschlägt und den Hub einweist, während ein zertifizierter Führer die Maschine selbst bedient – ein Zusammenspiel, das verlangt, dass beide Seiten ihren Teil der Aufgabe kennen.

SituationAnforderung
Heben mit dem großen KranKranführerzertifikat für den Führer
Anschlagen der LastKenntnis der Belastungsregeln, der Kennzeichnung und der Ablegereife
Heben ohne freie SichtStandardisierte Zeichengebung oder Funkkommunikation
Heben mit dem BaggerPassendes Maschinenzertifikat für den Fahrer

Laufende Prüfung der Hebezeuge

Über die tägliche Sichtkontrolle hinaus, die du selbst vor jedem Hub durchführst, müssen Hebe-, Anschlag- und Transportmittel regelmäßig eine gründlichere periodische Prüfung durchlaufen, die typischerweise von einer sachkundigen Person in festen Intervallen vorgenommen wird. Ziel ist es, Verschleiß und Schäden zu erfassen, die bei einem schnellen Rundgang auf der Baustelle nicht unbedingt sichtbar sind – zum Beispiel innere Korrosion in Ketten oder Ermüdung im Stahl, der über lange Zeit wiederholt belastet wurde. Ist eine Prüfung überschritten oder fehlt die Dokumentation dafür, darf das Gerät nicht verwendet werden, bevor es in Ordnung gebracht ist.

Routine kann bei Hebearbeiten zur Falle werden – je öfter ein Hub gut gegangen ist, desto leichter überspringt man eine Kontrolle. Genau deshalb sind feste, eingeübte Routinen beim Anschlagen und beim Einweisen so wichtig: Sie sorgen dafür, dass die Sicherheit nicht von der Tagesform abhängt, sondern jedes einzelne Mal dieselbe ist.

Ein Hub ist nur so sicher wie das schwächste Glied in der Kette – buchstäblich.