Effektlacke und Spezialtechniken: Candy, Chrom-Look und Mehrschichtlack
Wenn die Standardfarbe nicht reicht — die Techniken hinter Tiefe, Glimmer und Farbwechsel
Einleitung
Die allermeisten Autos, die heute vom Band rollen, haben ein zweiteiliges System: einen farbigen Basislack und einen schützenden Klarlack darüber. Aber für Lackierer, die mit Custom-Autos, Motorrädern oder Sonderaufträgen arbeiten, gibt es eine ganze Welt von Effekttechniken, die weit über den gewöhnlichen einfarbigen Lack hinausgeht.
Von der Standardfarbe zum Effekt
Das zweischichtige System aus Basislack und Klarlack ist heute Standard bei fast allen Neuwagen. Der Klarlack schützt und gibt Glanz, während der Basislack die Farbe trägt. Effektlack baut auf demselben Prinzip auf, fügt aber eine oder mehrere zusätzliche Schichten hinzu, die verändern, wie das Licht in der Oberfläche spielt.
Candylack — Tiefe durch Transparenz
Candylack ist ein transparenter, stark eingefärbter Lack, der typischerweise als Konzentrat in einen Klarlack oder ein Bindemittel eingemischt und über einen Metallic-Silbergrund gespritzt wird. Weil die Schicht durchsichtig ist, scheint der Silbergrund hindurch und gibt eine Tiefe und Glut, die eine gewöhnliche, deckende Farbe nicht erreichen kann. Dafür ist die Technik empfindlich: ungleichmäßiger Auftrag ergibt sofort sichtbare Schatten und Streifen, weil sich jede transparente Schicht über die vorherige legt.
Andere Effekttechniken
| Leistung | Wie sie erreicht wird | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| Hammerschlaglack | Aluminiumflocken im Lack, die einen gehämmerten, texturierten Ausdruck geben | Maschinen, Spezialteile, Retro-Stil |
| Strukturlack (Runzellack) | Besonderer Härtungsprozess, der den Lack dazu bringt, sich zu einem Muster zusammenzuziehen | Motorabdeckungen, Sonderaufgaben |
| Chamäleon/Farbwechsel | Pigmente, die je nach Winkel und Licht den Farbton wechseln | Custom-Autos und -Motorräder |
| Metallic/Perl | Metall- oder Perlpartikel, die Tiefe und Glimmer geben | Standard-Personenwagen ebenso wie Sonderaufgaben |
Die Herausforderung bei der Reparatur von Effektlack
Willst du eine Spot-Reparatur an einem Fahrzeug mit Candy-Lack, Chamäleoneffekt oder Hammerschlaglack machen, ist die Aufgabe deutlich schwieriger als an einem einfarbigen Fahrzeug. Der Effekt ist oft richtungsabhängig und hängt davon ab, wie sich Pigmente oder Metallflocken beim Spritzen gelegt haben. Deshalb ist es oft nötig, die Reparatur über einen größeren Bereich oder ein ganzes Panel auszublenden, damit der Übergang nicht sichtbar wird — genau dasselbe Prinzip wie bei der normalen Farbabstimmung, nur mit noch weniger Fehlermarge.
“Eine normale Farbe muss richtig treffen. Ein Effektlack muss aus allen Blickwinkeln gleichzeitig richtig treffen.”