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Neue Materialien und ADAS: Lackierung von Aluminium, Kunststoff und Fahrzeugen mit Sensorik

Wenn die Karosserie nicht nur aus Stahl besteht und im Stoßfänger Sensoren stecken

Einleitung

Die Karosserie des Autos ist nicht mehr das, was sie war. Wo früher das Stahlblech allein herrschte, verwenden heute immer mehr Modelle Aluminium, Verbundwerkstoffe und Kohlefaser, um Gewicht zu sparen — und zugleich ist der Stoßfänger selbst zu einem Sammelplatz für Elektronik geworden, die der Lackierer kennen muss, bevor er ihn mit Schleifer oder Spritzpistole berührt.

Aluminium und Carbonfaser in der Karosserie

Aluminium und Verbundwerkstoffe verhalten sich grundlegend anders als Stahl, sowohl mechanisch als auch chemisch. Das bedeutet neue Routinen in der Werkstatt, die ein Lackierer aus der Ausbildung mitbringen muss.

  • 01Schleifstaub von Stahl und Aluminium muss getrennt gehalten werden — vermischen sie sich, kann das galvanische Korrosion fördern
  • 02Aluminium erfordert oft andere Grundierungen und Produkte als klassisches Stahlblech
  • 03Werkzeuge und Schleifmittel für Aluminium sollten nicht direkt aus der Stahlbearbeitung weiterverwendet werden
  • 04Teile aus Verbundwerkstoff und Kohlefaser erfordern einen anderen Reparaturansatz als Metall, eher verwandt mit der Kunststoffreparatur

ADAS-Sensoren verstecken sich in der Karosserie

Viele moderne Autos haben Kameras, Radar und Ultraschallsensoren in oder hinter Stoßfängern, Windschutzscheiben und Emblemen verbaut. Sie sind die Augen hinter Fahrerassistenzsystemen wie Notbremsassistent, Spurhalteassistent und Abstandsregelung.

Wann muss kalibriert werden?

  • 01Austausch der Windschutzscheibe, wenn dahinter eine Kamera sitzt
  • 02Frontschaden, selbst bei niedriger Geschwindigkeit
  • 03De- und Montage von Stoßstange oder Kühlergrill
  • 04Arbeiten an der Radaufhängung oder Achsvermessung, wenn Winkel verändert wurden
  • 05Wenn sich Assistenzsysteme nach einer Reparatur ungewöhnlich verhalten

Die Kalibrierung ist selten für sich genommen eine gesetzliche Anforderung, aber sie ist eine Vorgabe der Fahrzeughersteller und entscheidend dafür, dass die Sicherheitssysteme wie vorgesehen funktionieren. Ein Auto kann durchaus ohne korrekt kalibrierte Sensoren fahren — aber Notbremsassistent, Spurhalteassistent und ähnliche Systeme können falsch oder gar nicht reagieren.

Was bedeutet das für die Arbeit des Lackierers?

Bevor du eine moderne Stoßstange schleifst, spachtelst oder lackierst, solltest du wissen, wo die Sensoren sitzen und wie dick die Lackschicht sein darf, die der Hersteller darüber erlaubt. Mit bloßem Auge ist das nicht zu sehen, aber es gehört zur fachlichen Aktualisierung, die ein Fahrzeuglackierer heute braucht, während die Fahrzeuge immer elektronischer werden — egal, ob sie mit Benzin, Diesel oder Strom fahren.

Eine Delle ist immer noch eine Delle, egal womit das Auto fährt — aber heute musst du auch wissen, was hinter dem Stoßfänger sitzt, bevor du sie ausbeulst.