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Unterwasseranstrich und Antifouling: Vorschriften, Biozide und Umweltaspekte

Was du wissen musst, bevor du eine Dose Antifouling öffnest

Einleitung

Alles, was im Wasser liegt, wächst zu. Algen, Seepocken und andere Organismen setzen sich am Rumpf fest, erhöhen den Wasserwiderstand und senken die Geschwindigkeit, und deshalb bekommen fast alle Boote unter der Wasserlinie einen Antifoulinganstrich, der dem Bewuchs entgegenwirkt. Aber Antifouling ist nicht einfach Farbe — es ist ein biozidhaltiges Produkt, und die Regeln dafür, was du wo verwenden darfst, sind ziemlich genau.

So wirkt Antifouling

Antifouling-Farbe enthält ein Biozid, einen Wirkstoff, der langsam aus der Farbe abgegeben wird und die Oberfläche für Bewuchsorganismen unattraktiv oder giftig macht. Laut der Miljøstyrelsen (dänische Umweltbehörde) gehören Kupferverbindungen wie Kupferthiocyanat und Kupfer(I)-oxid zu den meistverwendeten Wirkstoffen in Unterwasserfarben in Dänemark, oft in Kombination mit Zinkpyrithion. Manche Farbtypen sind selbstpolierend und werden langsam abgetragen, wodurch stets eine gleichmäßige Biozidschicht freiliegt, während andere Typen fester haften und durch Abreinigung erneuert werden.

Die Biozidverordnung und die Zulassung

Der Unterwasseranstrich wird durch die EU-Biozidverordnung geregelt. Ein Wirkstoff muss zunächst auf EU-Ebene zugelassen werden, und danach muss ein Unternehmen bei Miljøstyrelsen (dänische Umweltbehörde) eine Zulassung für das konkrete Produkt beantragen, bevor es in Dänemark in Verkehr gebracht werden darf. Die Zulassung umfasst eine Bewertung sowohl der Umwelt- und Gesundheitsgefahr als auch der Frage, ob das Produkt tatsächlich wirkt. Das bedeutet, dass du als Fachperson nur Unterwasseranstriche verwenden solltest, die auf der Liste der zugelassenen Produkte von Miljøstyrelsen stehen — keine importierten oder selbst gemischten Produkte ohne Zulassung.

Vom TBT-Verbot zu modernen Regeln

Der Unterwasseranstrich hat eine schwere Geschichte. Viele Jahre lang wurde Tributylzinn (TBT) als extrem wirksames Biozid eingesetzt, doch der Stoff erwies sich als schwer schädigend für die Meeresumwelt, unter anderem weil er selbst in sehr geringen Konzentrationen Geschlechtsveränderungen bei Meeresschnecken auslöste. TBT wurde deshalb international durch das IMO-Übereinkommen über schädliche Bewuchsschutzsysteme verboten, und die heutigen Vorschriften sind eine unmittelbare Folge dieser Erfahrung: Wirkstoffe müssen dokumentiert und zugelassen werden, bevor sie auf den Markt kommen.

Die Aufgaben des Bootsmechanikers

  • 01Entferne alten Antifouling-Anstrich fachgerecht — Schleifstaub kann Schwermetalle enthalten und muss aufgefangen werden, statt ins Hafenbecken gefegt zu werden
  • 02Verwende beim Schleifen und Auftragen geeigneten Atemschutz und Handschuhe
  • 03Prüfe, dass das Produkt für das jeweilige Gewässer (Süß-/Salzwasser) und den Bootstyp zugelassen ist
  • 04Halte dich an die Anweisungen des Herstellers zu Schichtdicke, Anzahl der Schichten und Trockenzeit
  • 05Entsorge Reste und Schleifstaub als gefährlichen Abfall

Praktisches Auftragen

Der Rumpfboden wird geschliffen oder von loser, alter Farbe sauber gewaschen, eventuelle Schäden im Gelcoat oder in der Grundierung werden ausgebessert, und die Farbe wird in der vom Hersteller vorgeschriebenen Anzahl Schichten aufgetragen — typischerweise mehrere Schichten an der Wasserlinie und an stark beanspruchten Stellen wie der Vorderkante von Kiel und Ruder. Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflussen die Aushärtung, und viele Hersteller geben ein Zeitfenster an, wann das Boot nach dem Auftragen frühestens zu Wasser gelassen werden darf.

FarbtypWirkungsweiseTypische Verwendung
Selbstpolierend (ablativ)Wird langsam abgetragen und gibt eine gleichmäßige Schicht Biozid abBoote, die regelmäßig fahren
Hart (Kontaktgift)Sitzt fest und gibt Biozid von der Oberfläche abBoote, die oft stillliegen
Biozidfrei/Fouling-ReleaseSchafft eine glatte Oberfläche, an der Organismen schwer haftenSüßwasser und umweltempfindliche Gebiete