Sicherheit, Ergonomie und Hygiene bei der Arbeit mit Pferden
Auf sich selbst aufpassen, während man auf das Pferd aufpasst
Einleitung
Der Hufschmied arbeitet in einer ausgesetzten Haltung: gebeugt über einen angehobenen Huf, dicht an einem Tier, das mehrere hundert Kilo wiegt und im Augenblick erschrecken kann. Zugleich ist die Arbeit körperlich anspruchsvoll und wiederholt sich Tag für Tag. Die Risiken zu verstehen ist die Voraussetzung für ein langes Arbeitsleben im Fach.
Das Pferd als Risiko
Die größte akute Gefahr ist das Pferd selbst — Tritte, Trittverletzungen, Bisse oder ein Pferd, das sich plötzlich wirft. Das Risiko sinkt, wenn du ruhig und vorhersehbar arbeitest, richtig zum Bein stehst und nur an einem Pferd arbeitest, das korrekt gehalten wird und sicher steht. Ein unruhiges Pferd muss zur Ruhe gebracht werden, bevor die Arbeit fortgesetzt wird — oder die Arbeit wird abgebrochen.
Ergonomie und der belastete Rücken
Die Arbeitshaltung mit gebeugtem Rücken und dem Bein zwischen den eigenen Beinen belastet Rücken, Knie und Schultern stark. Ein Hufschmiedebock und Beinstützen entlasten, gute Arbeitsgewohnheiten beugen vor, und Abwechslung über den Tag gibt dem Körper Pausen. Rückenschäden sind ein häufiger Grund dafür, dass Hufschmiede den Beruf vorzeitig verlassen müssen — das ist es wert, vom ersten Tag an ernst genommen zu werden.
- 01Verwende eine Beinstütze und einen Hufschmiedebock, damit der Rücken das Gewicht des Hufs nicht allein trägt
- 02Halte das Werkzeug scharf — stumpfes Werkzeug verlangt mehr Kraft und schlechtere Haltungen
- 03Wechsle zwischen Aufgaben, damit nicht dieselben Gelenke den ganzen Tag belastet werden
- 04Wärme dich auf und halte dich fit — der Körper ist dein wichtigstes Werkzeug
Persönlicher Schutz
Die Schürze schützt Beine und Oberschenkel vor Werkzeug und Nägeln, Sicherheitsschuhe schützen den Fuß vor Draht und herabfallenden Teilen, und Handschuhe und Augenschutz werden dort verwendet, wo es angebracht ist — zum Beispiel bei heißer Arbeit in der Esse und beim Schleifen. Beim Warmbeschlag gelten dieselben Rücksichten auf Feuer und Hitze wie bei jeder Schmiedearbeit.
Hygiene und Infektion
Der Hufschmied kommt in viele verschiedene Ställe und kann unbeabsichtigt Krankheitserreger an Werkzeug, Kleidung und Händen zwischen Pferden übertragen. Gute Händehygiene und die Reinigung des Werkzeugs zwischen Pferden — und besonders zwischen Beständen — begrenzt die Ausbreitung von Krankheiten. Manche Hufinfektionen und Krankheiten können auch auf Menschen übertragen werden, Hygiene schützt also in beide Richtungen.
Die lange Bahn
Das Hufschmiedefach ist ein Fach, in dem man möglichst lange bleiben können sollte. Das verlangt, dass man auf den Körper achtet, rund um das Pferd sicher arbeitet und die Hygiene ernst nimmt. Die Gewohnheiten, die man früh aufbaut, entscheiden darüber, ob man im Fach bleiben kann — und dabei gesund bleibt.