Zum Inhalt springen
Artikel·Raumausstattung·Arbeitsumfeld und Sicherheit

Arbeitsumfeld, Sicherheit und Ergonomie in der Werkstatt

So passt du auf Körper, Lunge und Gehör auf, wenn du polsterst, nähst und montierst

Einleitung

Eine Polsterwerkstatt für Wohnmöbel sieht friedlich aus, aber der Körper arbeitet hart. Du hebst Möbel, hältst schiefe Arbeitshaltungen, bedienst Nähmaschinen und Tacker und arbeitest mit Klebstoff, Schaum und Textilstaub. Die Schäden, die im Fach auftreten, kommen selten als ein großer Unfall - sie schleichen sich über Jahre ein, wenn du nicht aufpasst. Deshalb lohnt es sich, die guten Gewohnheiten schon als Auszubildender zu lernen.

Ergonomie: der Schaden, den du heute nicht spürst

Polstern bedeutet viele wiederholte Bewegungen und Arbeit in derselben Haltung: über einen Möbelrahmen gebeugt, mit vorgestreckten oder um einen Stuhl gedrehten Armen. Das belastet Rücken, Schultern, Nacken und Handgelenke. Der Schlüssel ist, die Haltungen zu wechseln, deinen Arbeitstisch auf die richtige Höhe einzustellen und für die schweren Hübe Hilfsmittel zu benutzen, statt alles mit dem Rücken zu ziehen.

  • 01Stelle die Arbeitshöhe so ein, dass du nicht den ganzen Tag vornübergebeugt stehst
  • 02Wechsle zwischen stehender und sitzender Arbeit, wann immer du kannst
  • 03Nutze Hubwagen und Helfer für schwere Möbel - lieber einmal zu viel als ein kaputter Rücken
  • 04Mache Pausen, in denen du dich dehnst - kurz und häufig schlägt lang und selten

Chemie und die Atemwege

Leim, Lösemittel, Schaum und bestimmte Textilbehandlungen geben Dämpfe und Staub ab, die du nicht Tag für Tag in die Lungen ziehen solltest. Lies immer die Sicherheitsdatenblätter der Produkte, nutze die Absaugung und trage die richtige Maske, wenn ein Produkt es verlangt. Es geht nicht darum, einen Tag lang vorsichtig zu sein - es geht um die Lungen, die dich den Rest deines Lebens begleiten.

Scharfes Werkzeug und Maschinen

Messer, Scheren, Tacker und Nähmaschinen sind schnell - und sie halten nicht an, weil dein Finger im Weg ist. Die meisten Schnittunfälle passieren, wenn man in Eile ist oder zu sich hin schneidet. Benutze scharfes Werkzeug (ein stumpfes Werkzeug erfordert mehr Kraft und rutscht leichter ab), schneide vom Körper weg und halte Ordnung, damit du nicht danebengreifst.

Lärm, Staub und Ordnung

Maschinen sind laut, und mit der Zeit kann das das Gehör kosten. Trage Gehörschutz, wenn es laut wird. Textilstaub sammelt sich an und kann sowohl die Atemwege reizen als auch eine Brandgefahr darstellen, halte deshalb sauber und nutze die Absaugung. Eine aufgeräumte Werkstatt ist nicht nur hübsch - sie bedeutet weniger Stolperstürze, weniger Fehlgriffe und leichteres sicheres Arbeiten.

Du hast ein Recht auf sichere Arbeit

Als Auszubildender hast du dasselbe Recht auf ein sicheres Arbeitsumfeld wie alle anderen. Du musst die richtige Unterweisung und die richtige persönliche Schutzausrüstung bekommen und darfst Nein sagen, wenn etwas gefährlich ist. Frag nach, wenn du unsicher bist – niemand erwartet, dass du vom ersten Tag an alles kannst, und es ist nie peinlich, sich den sicheren Weg zeigen zu lassen.

Die beste Fachkraft ist nicht die schnellste - es ist die, die nach 30 Jahren im Fach noch einen gesunden Rücken und zehn Finger hat.