Nach dem Gesellenbrief: Fort- und Weiterbildung
Worauf du aufbauen kannst, wenn du eine Facharbeiterausbildung in der Raumausstattung hast
Einleitung
Wenn du deinen Gesellenbrief hast, bist du nicht fertig mit dem Lernen - du hast nur ein solides Fundament zum Weiterbauen bekommen. Ein fachlicher Hintergrund in der Raumausstattung eröffnet mehrere Wege, je nachdem, ob du tiefer ins Handwerk, hinauf in die Führung oder ganz in etwas Neues willst.
Kurse und Spezialisierung
Der einfachste Weg zu mehr sind kurze, zielgerichtete Kurse - unter anderem die Arbeitsmarktausbildungen (AMU). Hier kannst du dich in neuen Materialien, Techniken oder Maschinen qualifizieren, ohne eine ganze Ausbildung von vorn beginnen zu müssen. So halten sich viele Fachkräfte auf dem Laufenden, während sie im Job sind.
- 01AMU-Kurse zu neuen Materialien, Techniken und Maschinen
- 02Spezialisierung innerhalb deiner Fachrichtung - z. B. Restaurierung, Lederarbeit oder besondere Fahrzeugaufgaben
- 03Kurse in Kundenservice, Verkauf und Beratung, wenn du näher am Kunden arbeiten willst
- 04Kurse in digitalen Werkzeugen, Aufmaß und Dokumentation
Der Weg zum Meister und zum eigenen Betrieb
Willst du ein eigenes Geschäft, geht es nicht nur ums Handwerk - du musst auch ein Unternehmen führen können. Hier können Kurse in Finanzen, Buchhaltung, Führung und Unternehmertum den Unterschied ausmachen zwischen einer Werkstatt, die sich trägt, und einer, die es nicht tut. Ein Teil der Facharbeiter belegt solche kaufmännischen Kurse berufsbegleitend, bevor sie sich selbstständig machen.
Weiter auf Hochschulniveau
Eine Berufsausbildung schließt nicht die Tür zu weiterführender Bildung - im Gegenteil. Absolvierst du parallel einen berufsgymnasialen Weg (EUX) oder ergänzt du später gymnasiale Fächer, kannst du dich für Studiengänge an Wirtschaftsakademien und für Professionsbachelor-Studiengänge bewerben. Designtechnische, kaufmännische oder produktionsorientierte Richtungen schließen natürlich an einen Beruf rund um Material, Form und Funktion an.
Unterrichtet und bildet aus
Mit einigen Jahren Erfahrung kannst du selbst derjenige werden, der weitergibt - als Ausbilder in einer Werkstatt, die Azubis aufnimmt, oder mit der Zeit als Fachlehrer an einer Berufsschule. Das ist eine Möglichkeit, das Handwerk weiterzugeben und zugleich einen anderen Alltag als am Werkstatttisch zu haben.
Mache einen Plan
Du musst nicht vorher alles wissen. Aber es hilft, vorauszudenken: Willst du der beste Handwerker in der Werkstatt sein, willst du eine eigene Firma, oder willst du weiter im System aufsteigen? Sprich mit deinem Fachlehrer, deiner Gewerkschaft und erfahrenen Leuten in der Branche - sie kennen die Wege und können dir die richtige Richtung zeigen.
“Der Gesellenbrief ist keine Ziellinie - er ist die Zutrittskarte zu allem, was du danach werden kannst.”