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Gardinen, Sonnenschutz und Montagetechnik

Vom Aufmaß und der Wahl der Aufhängung bis zur sicheren Montage von Schnüren, Ketten und Motoren

Einleitung

Die Arbeit des Gardinendekorateurs beginnt und endet mit Präzision. Eine Gardine, die falsch gemessen wird, hängt schief oder ist zu schmal, egal wie sauber sie genäht ist. Und ein Sonnenschutz, der ohne Rücksicht auf Schnüre und Kindersicherheit montiert wird, kann in einem ganz gewöhnlichen Wohnzimmer gefährlich werden. Dieser Artikel behandelt den Weg vom Aufmaß über Aufhängung und Systemwahl bis zur sicheren Montage.

Aufmaß: die Grundlage für alles Weitere

Bevor Nadel oder Bohrmaschine ins Spiel kommen, müssen die Maße feststehen. Die Breite wird so gemessen, dass der Vorhang die richtige Fülle bekommt — ein gefalteter Vorhang wird typischerweise mit einem Faltenfaktor vom Zwei- bis Dreifachen der Fensterbreite aufgemessen, je nach Stoffqualität und gewünschter Wirkung. Die Falllänge wird von der Aufhängung bis dorthin gemessen, wo der Vorhang enden soll — bodenlang, bis zur Sockelleiste oder bis zur Fensterbank ergibt jeweils ein anderes Aussehen. Außerdem sind die Überlappung in der Mitte, die Saumzugaben an Vorder- und Hinterkante sowie ein mögliches Einlaufen beim Waschen zu berücksichtigen.

  • 01Breite multipliziert mit dem Faltenfaktor je nach Stoff und Aufhängung
  • 02Vorhanglänge von der Aufhängung bis zum gewünschten Abschluss (Boden, Sockel, Fensterbank)
  • 03Überlappung, Nahtzugabe und Schrumpfzugabe
  • 04Die übrigen Maße des Fensters und des Raums, damit Schienen und Stangen passen
  • 05Lichteinfall und Aussicht — beeinflussen die Wahl von Stoff und System

Aufhängung und Falten

Die Art, wie der Vorhang hängt, entscheidet über Wirkung und Funktion. Kräuselband zieht den Stoff zu gleichmäßigen Falten zusammen und ist die gängigste Lösung für Alltagsvorhänge. Ösen — in die Oberkante des Stoffes eingesetzte Metallringe — ergeben eine rustikalere, lockerer fallende Wirkung und gleiten leicht auf einer Stange. Faltenband ergibt feste, symmetrische Falten und wird oft für formellere Lösungen verwendet. Die Wahl hängt vom Gewicht des Stoffes, dem Stil des Raumes und den Wünschen des Kunden ab, und das ist ein Gespräch, das du als Raumausstatter mit dem Kunden führen können musst.

Sonnenschutz: viele Systeme, ein Ziel

Sonnenschutz umfasst eine Reihe von Systemen, die die Aufgabe von Licht, Wärme und Einblick jeweils auf ihre Art lösen. Jalousien mit Lamellen erlauben eine genaue Steuerung des Lichteinfalls und lassen sich verstellen, ohne ganz hochgezogen zu werden. Markisen werden außen montiert und schirmen Sonne und Wärme ab, bevor sie die Scheibe treffen. Rollos sind einfach und platzsparend, während Plisseevorhänge oben, unten oder an beiden Seiten zusammengefaltet werden können und zu schrägen und besonderen Fensterformen passen.

SystemFunktionTypische Verwendung
JalousieGewinkelte Lamellen steuern Licht und Einblick stufenlosBüros, Wohnungen mit Bedarf an feiner Regelung
MarkiseAußenliegender Sonnen- und WärmeschutzTerrassen, Balkone, nach Süden gerichtete Fassaden
RolloEinfaches Auf- und Abrollen, platzsparendStandardfenster, Verdunkelung
PlisseeWird oben und/oder unten zusammengefaltet, an schräge Fenster angepasstDachgauben, Sonderfenster, Oberlichter

Schnüre, Ketten und Kindersicherheit

In der Praxis bedeutet das, dass du immer den Schnurhalter, die Klemme oder die andere Sicherungsvorrichtung mitliefern und montieren musst, die zum System gehört — und dem Kunden erklären musst, warum sie sitzen bleiben muss, auch wenn Kinder im Haushalt dem verletzlichsten Alter entwachsen. Verkaufst oder montierst du Verschattungen in Kindereinrichtungen, Schulen oder anderen Orten, an denen Kinder sich aufhalten, gilt die Anforderung verschärft.

Motoren und Steuerung

Viele Markisen, Rollos und Jalousien werden heute statt mit Handbedienung mit einem Elektromotor geliefert — gesteuert über einen Schalter, eine Fernbedienung oder eine App. Als Raumausstatter musst du den Kunden beraten können, wann eine motorisierte Lösung Sinn ergibt, und du musst Lösungen erarbeiten können, in die PC-Anbindung und Smart-Home-Steuerung eingehen, sodass der Sonnenschutz Teil einer Gesamtautomatisierung der Wohnung werden kann. Das stellt Anforderungen sowohl an das textile als auch an das elektrische Handwerk.

Spezialstäbe und Biegen

Gebogene Fenster, Erker und schiefe Räume verlangen oft Sonderstangen, die in die Form gebogen sind. Hier musst du Maße und Berechnungen dafür anstellen können, wo die Stange gebogen werden soll und wie Schnurzug und Gleiter nach dem Biegen weiterhin funktionieren, ohne dass der Vorhang klemmt oder in der Kurve schief hängt. Das erfordert sowohl geometrischen Überblick als auch praktische Erfahrung damit, wie sich verschiedene Materialien und Profile beim Biegen verhalten.

Ein Vorhang, der leicht gleitet und sicher schließt, ist kein Glück — er ist millimetergenaues Aufmaß und ein System, das von Anfang an richtig gewählt und montiert wurde.