Fort- und Weiterbildung für Tischler
Worauf du mit dem Gesellenbrief aufbauen kannst
Einleitung
Der Gesellenbrief ist nicht zwangsläufig die Endstation. Das Tischlerhandwerk liegt in einem Feld zwischen Handwerk, Bauwesen und Design, und das eröffnet eine breite Palette an Möglichkeiten weiterzustudieren — entweder sofort oder nach einigen Jahren im Fach. Manche Wege führen tiefer in das Handwerk, andere weiter in Richtung Planungsbüro, Führung oder Design.
Halte die Fachlichkeit mit Kursen scharf
Die bodenständigste Form der Weiterbildung sind kurze, gezielte Kurse — zum Beispiel AMU-Kurse —, die du neben der Arbeit belegst. Sie können neue Materialien, Maschinen, Montagetechniken oder die Erneuerung von Zertifikaten behandeln. Das ist eine Möglichkeit, auf dem Laufenden zu bleiben, ohne eine ganz neue Ausbildung zu machen.
EUX als Sprungbrett
Wählst du in der Ausbildung selbst den EUX-Weg, bekommst du sowohl den Gesellenbrief als auch einen gymnasialen Abschluss. Das gibt dir die zugangsberechtigenden Fächer, die für ein weiterführendes Studium nötig sind, ohne danach noch das Gymnasium machen zu müssen. EUX ist deshalb relevant, wenn du schon früh weißt, dass du auf Sicht weiterkommen willst.
Weiterführende Ausbildungen in Verlängerung des Berufs
Mit einem Tischlerhintergrund und den richtigen Zugangsfächern kannst du dich um eine Reihe weiterführender Ausbildungen bewerben, die nah an der Welt des Faches liegen. Mehrere davon sind natürliche Schritte nach oben für einen Handwerker, der stärker mit Planung, Zeichnung oder Führung arbeiten will.
| Richtung | Womit du arbeitest |
|---|---|
| Bautechniker (byggetekniker) | Technische Arbeit im Bauwesen, eine Stufe auf dem Weg zum Bauingenieur (konstruktør) |
| Bygningskonstruktør (Baukonstrukteur) | Planung und Steuerung von Bauprojekten, oft mit Verantwortung auf der Baustelle |
| Designtechnologe | Design und Entwicklung von Produkten, Möbeln und Einrichtung |
| Produktionstechnologe | Optimierung und Steuerung der Produktion, etwa in einem Möbelunternehmen |
| Architekt | Zeichnen und Gestalten von Gebäuden und Räumen (typischerweise über den EUX-Weg) |
Akademieausbildungen neben der Arbeit
Hast du einige Jahre im Fach, kannst du berufsbegleitend eine Akademieausbildung in Teilzeit machen. Das ist eine weiterführende Ausbildung auf einem Niveau über der Berufsausbildung, und sie kann sich zum Beispiel um Führung, Bauwesen oder Produktion drehen. Der Vorteil ist, dass du im Job bleiben und Theorie auf die Erfahrung aufbauen kannst, die du bereits hast.
Der Weg in die Selbstständigkeit und zum Meister
Viele Tischlerinnen und Tischler träumen von der eigenen Firma. Dabei ist weniger eine bestimmte Ausbildung entscheidend als eine Kombination aus fachlichem Können, Erfahrung und Geschäftsverständnis. Kurse in zum Beispiel Betriebswirtschaft, Kalkulation und Führung können eine gute Investition sein, wenn du dein eigenes Unternehmen leiten willst.
Wähle danach, was dich anzieht
Es gibt nicht den einen richtigen Weg weiter. Willst du beim Handwerk bleiben und noch besser werden, bieten sich Kurse und Spezialisierung an. Willst du Richtung Büro, Führung oder Design, weisen Bautechniker, Bauingenieur (konstruktør) und Designtechnologe den Weg. Das Wichtigste ist, dass der Gesellenbrief die Türen offen hält — du kannst später immer weiterbauen.