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Kühlschmiermittel: Auswahl, Anwendung und Arbeitsschutz

Was die Kühlung für die Schneide bewirkt — und was der Nebel und das Öl mit deiner Haut und deinen Lungen machen

Einleitung

Das Kühlschmiermittel, das viele einfach 'Kühlflüssigkeit' oder 'Bohrfett' nennen, hat drei Aufgaben zugleich: Es kühlt die Schnittzone, es schmiert, um die Reibung zu verringern, und es spült die Späne weg. Richtig eingesetzt verlängert es die Standzeit deutlich und verbessert die Oberfläche. Aber es ist auch eines der chemischen Arbeitsschutzprobleme, denen man in einer Metallwerkstatt am nächsten kommt und die ein guter Techniker ernst nehmen muss — sowohl für sich selbst als auch für die Kollegen.

Was die Kühlung für die Schneide bewirkt

Beim Spanen wird nahezu die gesamte Schnittarbeit in Wärme umgesetzt. Der Kühlschmierstoff führt einen großen Teil dieser Wärme ab, damit die Schneide nicht weich wird und sich das Werkstück nicht unkontrolliert ausdehnt. Die Schmierung verringert die Reibung zwischen Span und Schneide und wirkt der Aufbauschneide entgegen, besonders bei zähen Werkstoffen wie Edelstahl und Aluminium. Und das Wegspülen der Späne hält die Schnittzone frei, damit Späne nicht erneut geschnitten werden. Bei manchen Werkstoffen — zum Beispiel Gusseisen — arbeitet man allerdings oft ganz trocken.

Arten von Kühlschmierstoffen

Man unterscheidet grob zwischen wassermischbaren und nicht wassermischbaren Mitteln. Die wassermischbaren — Emulsionen und Mikroemulsionen — werden mit Wasser gemischt und am häufigsten verwendet, weil Wasser gut kühlt. Die nicht wassermischbaren Schneidöle schmieren am besten und werden bei schweren, langsamen Operationen wie Gewindeschneiden und Räumen eingesetzt. Bei der Minimalmengenschmierung (MQL) wird eine sehr kleine Ölmenge als feiner Nebel aufgesprüht, was weniger Abfall und sauberere Späne ergibt. Die Wahl hängt von Werkstoff, Operation und Maschine ab.

TypKühltSchmiertTypische Verwendung
Emulsion (wassermischbar)GutMittelGewöhnliches Drehen und Fräsen
Schneidöl (nicht wassermischbar)MittelAm bestenGewinde, Räumen, tiefe Bohrungen
Minimalmengenschmierung (MQL)EtwasGutSaubere Produktion, weniger Abfall

Das Risiko für Haut und Atemwege

Kühlschmiermittel können Haut, Schleimhäute und Lunge belasten — bei direktem Kontakt und beim Einatmen von Nebel, Gasen und Rauch. Auf der Haut zeigt sich das oft zuerst als leichte Rötung oder Reizung, die sich zu einem Ekzem entwickeln kann, besonders dort, wo mit dem Mittel durchtränkte Arbeitskleidung an der Haut reibt. Das Einatmen von Ölnebel kann Atemwegsbeschwerden und mit der Zeit Entzündungsreaktionen im Lungengewebe verursachen. Gebrauchte, wassermischbare Mittel können zudem Bakterien- und Pilzwachstum entwickeln, wenn sie nicht gepflegt werden, was die Beschwerden verschlimmert.

Gute Praxis im Umgang mit dem Mittel

Ein großer Teil des Risikos lässt sich mit ganz normaler Disziplin beseitigen. Halte die Verkleidung der Maschine geschlossen, damit der Nebel in der Maschine bleibt, und sorge dafür, dass Absaugung und Filter funktionieren. Vermeide Hautkontakt — nutze das Mittel nicht zum Händewaschen und wechsle verunreinigte Kleidung. Kontrolliere Mischungsverhältnis und pH-Wert regelmäßig, damit die Emulsion nicht sauer und bakterienbelastet wird, und tausche sie aus, wenn sie verbraucht ist. Ein Hautschutzplan mit Barrierecreme und guter Handhygiene schützt vor Ekzemen.

  • 01Lies das Sicherheitsdatenblatt, bevor du ein neues Kühlschmiermittel verwendest
  • 02Halte die Maschinentür geschlossen und die Absaugung in Betrieb, um den Nebel aufzufangen
  • 03Vermeide Hautkontakt — wechsle durchnässte Kleidung und benutze Hautschutzcreme
  • 04Kontrolliere Mischung und pH-Wert; tausche die Emulsion bei Bakterienwachstum aus
  • 05Erwäge eine Substitution durch ein weniger belastendes Mittel, wo es möglich ist

Die Kühlung rettet deine Schneide — aber du selbst musst auf dich aufpassen, während sie das tut.