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Reifen, die ETRTO-Norm und Nachhaltigkeit in der Fahrradbranche

So liest du eine Reifengröße, und das passiert mit ausgedienten Teilen

Einleitung

Ein Reifen sieht von außen einfach aus, doch hinter dem runden Gummiring verbergen sich sowohl eine internationale Norm als auch die Wahl zwischen mehreren Konstruktionsprinzipien — und in diesen Jahren zudem ein wachsender Fokus darauf, was mit den Teilen geschieht, die du austauschst.

Clincher versus Tubeless

Der klassische 'Clincher'- oder Drahtreifen hat einen offenen Rand, der in die Haken der Felge greift, und braucht einen Schlauch im Inneren, um die Luft zu halten. Ein Tubeless-Reifen ähnelt konstruktiv einem Clincher-Reifen, sitzt aber dichter an der Felge und kommt ohne Schlauch aus — stattdessen wird oft eine flüssige Dichtmilch im Inneren verwendet, die kleinere Durchstiche von selbst abdichtet, während du weiterfährst. Bei Motorrädern gibt es entsprechend sowohl 'Tube-Type'-Reifen mit eingebautem Schlauch als auch Tubeless-Reifen, bei denen die Luft direkt zwischen Reifen und Felge gehalten wird.

  • 01Tubeless: niedrigerer Reifendruck möglich für besseren Komfort und Grip, und typischerweise weniger Rollwiderstand ohne die Reibung des Schlauchs
  • 02Clincher: günstiger in der Anschaffung und leichter am Straßenrand zu reparieren
  • 03Dichtmilch in einem Tubeless-Reifen kann kleine Löcher laufend abdichten, ersetzt aber bei größeren Schäden keine richtige Reparatur

ETRTO — der gemeinsame Maßstab

Damit ein Reifen und eine Felge zusammenpassen, unabhängig davon, aus welchem Land oder von welcher Marke sie kommen, benutzt die Branche den ETRTO-Standard (European Tyre and Rim Technical Organisation). Ein ETRTO-Maß wird als Breite des Reifens und Bead-Seat-Durchmesser der Felge in Millimetern angegeben, zum Beispiel '37-622'. Das ist weit präziser als die älteren zollbasierten Maße, die historisch für Verwirrung gesorgt haben, weil zwei Reifen mit derselben Zollangabe nicht unbedingt auf dieselbe Felge passen. Lerne, die ETRTO-Zahl zu lesen, und du vermeidest es, einen Reifen zu bestellen, der nicht passt.

Reparatur statt Austausch

Ein Prinzip der Kreislaufwirtschaft im Fach ist es, die volle technische Lebensdauer eines Teils auszunutzen, bevor es gewechselt wird — ein geflickter Schlauch, ein zentriertes Laufrad oder eine gereinigte und geölte Kette halten oft genauso gut wie ein neues Teil, wenn die Arbeit ordentlich gemacht ist. Mehrere dänische Initiativen arbeiten unmittelbar nach diesem Prinzip; unter anderem sammeln und reparieren ehrenamtliche Projekte gebrauchte Fahrräder, die sonst als Schrott geendet wären, und geben sie an neue Besitzer weiter.

Batterien und Herstellerverantwortung

Ausgediente Lithiumbatterien aus E-Bikes und E-Scootern — sogenannte LMT-Batterien (Light Means of Transport) — fallen unter die dänische Batterieverordnung, die auf der EU-Batterieverordnung aufbaut. Die Regeln verpflichten Hersteller und Importeure, Sammelsysteme einzurichten und zu finanzieren, damit die Batterien nicht im Restmüll landen. Ziel ist, dass wertvolle und teils umweltbelastende Materialien wie Lithium, Kobalt und Nickel gewonnen und wiederverwendet werden können, statt verloren zu gehen.

Nachhaltigkeit als Teil des Fachs

Die Kompetenzziele der Ausbildung nennen ausdrücklich, dass du bei allen Arbeitsaufgaben umweltbewusst und im Einklang mit den Grundsätzen nachhaltiger Entwicklung handeln können musst. In der Praxis bedeutet das, dass die Wahl zwischen Reparieren und Austauschen sowie der korrekte Umgang mit Öl, Reifen und Batterien keine Nebensache neben dem fachlichen Handwerk ist — sie ist ein Teil davon.