Zum Inhalt springen

Arbeitsumfeld, Sicherheit und Ergonomie am Produktionstisch

So passt du auf dich selbst und auf das Produkt auf

Einleitung

Die Elektronikproduktion sieht von außen friedlich aus – keine schweren Maschinen, die dröhnen, und kein Baustellenstaub. Aber gerade weil die Arbeit so fein und detailliert ist, verbergen sich darin ganz besondere Herausforderungen für den Arbeitsschutz, die du vom ersten Tag an ernst nehmen musst.

Statische Elektrizität und ESD

Eine der größten unsichtbaren Gefahren im Fach ist statische Elektrizität. Ein kleiner Funke, den du überhaupt nicht spürst, kann ein empfindliches Bauteil in einem Augenblick zerstören – und der Schaden zeigt sich vielleicht erst später, wenn das Produkt beim Kunden ist. Deshalb arbeitest du mit ESD-Schutz: geerdete Arbeitsplätze, antistatische Matten, Handgelenkbänder und spezielle Kleidung. Das ist kein Unfug – es geht um die Qualität des Produkts und die Glaubwürdigkeit des Unternehmens.

Löten, Rauch und Chemie

Beim Löten entsteht Rauch aus Lötzinn und Flussmittel. Dieser Rauch muss aus deiner Atemzone weg, und deshalb gibt es an den Löttischen Punktabsaugungen. Nutze sie immer. Du kommst auch mit Reinigungsmitteln und anderen Chemikalien in Berührung, und hier gilt es, die Sicherheitsdatenblätter zu lesen, Handschuhe zu tragen und für Lüftung zu sorgen.

  • 01Verwende beim Löten immer eine Punktabsaugung
  • 02Lies die Sicherheitsdatenblätter, bevor du Chemie einsetzt
  • 03Verwende die vorgeschriebenen Handschuhe und Schutzausrüstung
  • 04Halte den Arbeitsplatz sauber und aufgeräumt
  • 05Hände waschen vor Pausen und Mahlzeiten

Augen und Sehen am Mikroskop

Ein großer Teil der Arbeit findet unter dem Mikroskop oder mit starken Lupen statt, weil die Bauteile sehr klein sind. Das belastet die Augen, wenn du nicht aufpasst. Sorge für gute Beleuchtung, stelle das Mikroskop genau auf dich ein und mache Pausen, in denen du wegschaust und die Augen ruhen lässt. Eine gute Sehumgebung ist eine Investition darin, dass du das Fach viele Jahre durchhältst.

Ergonomie – die sitzende Arbeit

Die Gefahr bei Feinarbeit ist nicht der akute Unfall, sondern die kleinen Belastungen, die sich mit der Zeit aufsummieren. Du sitzt viel, oft in derselben Haltung, und machst präzise Bewegungen mit den Händen. Das kann auf Nacken, Schultern und Handgelenke gehen, wenn du dich nicht vernünftig einrichtest.

  • 01Stelle Stuhl und Tisch so ein, dass du entspannt und aufrecht sitzt
  • 02Halte Bildschirm und Werkstück auf einer für den Nacken guten Höhe
  • 03Wechsle die Haltung und steh regelmäßig auf
  • 04Mache im Laufe des Tages kleine Dehnübungen
  • 05Sag Bescheid, wenn der Arbeitsplatz nicht zu dir passt

Grenzen setzen und Bescheid geben

Das wichtigste Werkzeug im Arbeitsschutz ist deine eigene Stimme. Erlebst du etwas, das nicht so ist, wie es sein soll – Ausrüstung, die nicht funktioniert, eine Absaugung, die stehen geblieben ist, oder eine Arbeitshaltung, die weh tut –, dann sag Bescheid. Ein guter Arbeitsplatz hört lieber einmal zu viel von einem Problem als einmal zu wenig.

In der Elektronikfertigung sind die gefährlichsten Dinge die, die du weder sehen noch spüren kannst. Deshalb hältst du dich an die Verfahren, auch wenn es überflüssig wirkt.