Einleitung
Der Hauptkurs einer eux setzt grundsätzlich einen Ausbildungsvertrag voraus: eine schriftliche, rechtlich bindende Vereinbarung zwischen dir und einem Unternehmen, das für die Ausbildung von Auszubildenden in deinem Fach anerkannt ist. Der Vertrag ist dein Anstellungsnachweis und deine Garantie für Ausbildung, Vergütung und Schulperioden. Aber 'ein Ausbildungsvertrag' ist nicht nur eine Sache — laut UVM gibt es mehrere Vertragsarten, und es lohnt sich, sie zu kennen, denn sie öffnen unterschiedliche Türen.
Die Vereinbarungsarten
| Vereinbarungsart | Was sie abdeckt | Typischerweise verwendet, wenn |
|---|---|---|
| Regulärer Ausbildungsvertrag | Der gesamte Rest der Ausbildung in einem Betrieb | Der Betrieb die gesamte Ausbildung übernehmen kann und will |
| Kurzer Ausbildungsvertrag | Mindestens eine Ausbildungsperiode und eine Schulperiode | Der Betrieb sich nicht auf die gesamte Ausbildung festlegen will |
| Kombinationsvereinbarung | Mehrere Unternehmen teilen sich den Verlauf mit jeweils einer Teilvereinbarung | Ein einzelner Betrieb nicht alle Bereiche des Fachs abdecken kann |
| Teilvertrag während der Schulausbildung | Ein abgegrenzter Ausbildungszeitraum in einem einzelnen Betrieb | Du bist in der schulischen Ausbildung und brauchst Betriebserfahrung |
| Ny mesterlære (EUD) — die neue Form der Meisterlehre | Die praktische Ausbildung im Betrieb ersetzt den größten Teil des Grundgangs (grundforløb) | Vorwiegend ein EUD-Weg (erhvervsuddannelse, Berufsausbildung) — im eux müssen die gymnasialen Fächer weiterhin in der Schule belegt werden |
Für dich als eux-Schüler ist der Punkt doppelt: Zum einen muss dein erster Vertrag nicht die ganze Ausbildung abdecken — ein kurzer Vertrag kann der Fuß in der Tür sein, der später verlängert wird — zum anderen darfst du dein Hovedforløb aus mehreren Verträgen bei mehreren Betrieben zusammensetzen. Viele Schüler landen genau dort: bei einem kurzen Vertrag, der verlängert wird, oder bei zwei Betrieben, die einander ergänzen.
So suchst du: lærepladsen.dk (dänisches Ausbildungsplatzportal) und die Fußarbeit
Das Portal lærepladsen.dk des dänischen Unterrichtsministeriums (UVM) ist der offizielle Treffpunkt für Schüler und Betriebe: Hier siehst du, welche Betriebe für die Ausbildung in deinem Beruf zugelassen sind und wer freie Ausbildungsplätze ausgeschrieben hat. Aber das Portal ist nur die halbe Arbeit. Die allermeisten Verträge kommen über direkten Kontakt zustande: eine Bewerbung, ein Telefonanruf, ein Besuch im Betrieb — oder ein Kontakt aus einem Nebenjob oder einem Schnupperpraktikum. Die Ausbildungsplatzberater der Schule kennen den lokalen Markt und können Türen öffnen; nutze sie.
- 01Lege ein sichtbares Profil auf lærepladsen.dk an und halte es aktuell
- 02Suche breit: Auch Betriebe ohne Stellenausschreibung darf man ansprechen
- 03Hebe eux in deiner Bewerbung hervor — viele Unternehmen sehen die gymnasialen Fächer als Stärke
- 04Frage nach etwa einer Woche zu deinen Bewerbungen nach und bitte bei einer Absage um eine Rückmeldung
- 05Denk an die Probezeit: Die ersten drei Monate des Vertrags sind Probezeit, in der beide Seiten ohne Frist kündigen können — Schulperioden zählen nicht mit
Schulische Ausbildung: das Netz unter dir
Findest du nach dem Grundkurs keinen Ausbildungsplatz, bist du nicht zwangsläufig gestrandet. Viele Ausbildungen werden mit Schulausbildung angeboten: schulbasierte Ausbildung in einem Schulausbildungszentrum, in dem die Schule die Ausbildung übernimmt, die sonst der Betrieb geben würde — oft kombiniert mit Teilverträgen und kurzen Verträgen in echten Betrieben zwischendurch. Beachte, dass nicht alle Ausbildungen eine Schulausbildung haben; prüfe die Bedingungen deiner Ausbildung auf UG.dk oder bei der Schule.
Lohn und Bedingungen
Mit einem Ausbildungsvertrag bist du angestellt: Du bekommst Ausbildungsvergütung nach dem Tarifvertrag deiner Branche — sowohl in den Praxisphasen als auch während der Schulblöcke im Hauptverlauf — und unterliegst den Arbeitszeitregeln und dem Arbeitsschutzgesetz. Der Betrieb erhält im Gegenzug eine Lohnerstattung vom Arbejdsgivernes Uddannelsesbidrag (AUB, dänischer Ausbildungsfonds der Arbeitgeber), wenn du in der Schule bist, sodass deine Schulperioden für ihn keine reine Ausgabe sind. In der Schulpraxis bekommst du keinen Lohn, sondern eine Schulpraxisbeihilfe. Die konkreten Sätze werden in Tarifverträgen und vom Staat festgelegt und laufend angepasst — prüfe die aktuellen Zahlen bei deiner Gewerkschaft oder der Schule, statt dich auf alte Beiträge zu verlassen.
“Ein Ausbildungsvertrag ist nicht einfach ein Stück Papier — er ist der Vertrag, der dich vom Bewerber zum Kollegen macht.”