Arbeitsumfeld, Sicherheit und Ergonomie an der Feinwerkbank
So passt du auf dich auf in einer Präzisionswerkstatt
Einleitung
Eine feinmechanische Werkstatt sieht ruhig aus, birgt aber Maschinen und Prozesse, die in einem Augenblick Schaden anrichten können, wenn man unaufmerksam ist. Zugleich belastet der Beruf körperlich anders als viele andere Handwerke: Du sitzt oft still, arbeitest nah dran und beanspruchst die Augen intensiv. Beides musst du ernst nehmen.
Rotierende Maschinen und Späne
Drehmaschinen, Fräsmaschinen und Bohrmaschinen haben rotierende Teile, die lose Ärmel, Schmuck oder lange Haare nicht verzeihen. Die wichtigste Regel ist einfach: Nichts, was von der Maschine erfasst werden kann, darf lose sein. Späne — die kleinen Metallstücke, die vom Werkstück abgetrennt werden — sind scharf und heiß und dürfen niemals mit den Fingern entfernt werden, während die Maschine läuft. Nimm einen Haken, eine Bürste, oder halte die Maschine zuerst an.
- 01Trage immer Augenschutz — ein Span im Auge passiert blitzschnell
- 02Lass die Schutzeinrichtungen an ihrem Platz, auch wenn es lästig erscheint
- 03Entferne niemals Späne mit den Händen bei laufender Maschine
- 04Prüfe, dass das Werkstück ordentlich aufgespannt ist, bevor du startest
Kühlschmiermittel, Luft und Haut
Bei der Bearbeitung werden oft Kühl- und Schmiermittel eingesetzt, die Werkstück und Werkzeug kühlen. Sie können bei längerem Kontakt Hautreizungen verursachen, und wenn sie zerstäubt werden, kann der Nebel die Atemwege belasten. Gute Absaugung, saubere Hände und Hautpflege gehören daher dazu — und du solltest die Sicherheitsdatenblätter der Flüssigkeiten kennen, mit denen du arbeitest.
Lärm und Gehör
Auch wenn die Feinmechanik leise wirkt, können sowohl Maschinen als auch Druckluftwerkzeuge Lärmpegel erreichen, die das Gehör mit der Zeit schädigen. Das Gehör kommt nicht zurück, wenn es erst einmal weg ist, also benutze Gehörschutz, wo er empfohlen wird, und bleib dabei — auch wenn du meinst, dich an das Geräusch gewöhnt zu haben.
Sehvermögen und Beleuchtung
Du arbeitest mit kleinen Teilen und feinen Maßen, oft durch Lupe oder Mikroskop. Das belastet die Augen. Gute, blendfreie Beleuchtung am Arbeitsplatz, regelmäßige Pausen, in denen der Blick in den Raum wandert, und ab und zu ein Sehtest sind in diesem Beruf echte Arbeitsschutzwerkzeuge — kein Luxus.
Ergonomie — der sitzende Beruf
Weil viel Arbeit im Sitzen und in derselben Haltung stattfindet, sind einseitige Belastungen und statische Muskelarbeit ein reales Risiko für Nacken, Schultern und Handgelenke. Richte den Arbeitsplatz so ein, dass Rücken, Arme und Sehen zur Aufgabe passen, wechsle die Haltung und mach Mikropausen. Das klingt banal, aber Verschleiß an Körper und Gelenken ist einer der Schäden, die Feinmechaniker am häufigsten dazu bringen, spät im Arbeitsleben die Richtung zu wechseln.
Drei Gewohnheiten, die den Körper gesund halten
- 01Stelle Stuhl, Tischhöhe und Beleuchtung genau auf dich und die Aufgabe ein
- 02Variiere die Aufgaben, damit nicht dieselben Muskeln den ganzen Tag belastet werden
- 03Mach kurze, häufige Pausen statt weniger langer — auch für die Augen
“Bei der Sicherheit in der Feinmechanik geht es sowohl um das, was in einer Sekunde an der Maschine geschehen kann, als auch um das, was den Körper über zwanzig Jahre verschleißt. Beides zählt.”