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Artikel·Feinmechaniker·Lohn und Bedingungen

Lohn und Anstellung als Feinmechaniker-Lehrling

Was du während der Ausbildung verdienst — und nach dem Abschluss

Einleitung

Einer der großen Unterschiede zwischen einer Berufsausbildung und einer schulisch-theoretischen Ausbildung ist, dass du Gehalt bekommst, während du lernst. Ab dem Tag, an dem du einen Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb unterschreibst, bist du als Lehrling angestellt und bekommst Lehrlingslohn ausgezahlt — auch in den Zeiträumen, in denen du in der Schule bist.

Der Lohn steigt im Lauf des Ausbildungsverlaufs

Die Ausbildungsvergütung ist in Stufen (Sätzen) aufgebaut, die steigen, je weiter du in der Ausbildung bist. Das Prinzip ist, dass du beim niedrigsten Satz beginnst und eine Stufe aufrückst, während du Teile der Ausbildung abschließt — typisch, wenn du den Grundkurs bestanden hast und eine Weile im Betrieb warst, und danach für jedes Jahr des Vertrags. So werden die Erfahrung und die Kompetenzen belohnt, die du aufbaust.

Was ist ein Tarifvertrag?

Ein Tarifvertrag ist eine Vereinbarung zwischen einem Arbeitgeberverband und einer Gewerkschaft über Lohn und Arbeitsbedingungen in einem Bereich. Für den Feinmechanikerberuf fällt der Lohn typischerweise unter den Tarifvertrag der Industrie, der zwischen Arbeitgeberseite und Gewerkschaft ausgehandelt wird. Der Tarifvertrag legt für jede Ausbildungsstufe einen Mindestlohn und eine ganze Reihe weiterer Bedingungen fest — und die Sätze darin sind eben Mindestwerte, du kannst also durchaus einen höheren Lohn vereinbaren.

Was der Tarifvertrag sonst noch abdeckt

  • 01Mindestlohn für jede Lehrlings- und Facharbeiterstufe
  • 02Zuschlag z. B. für versetzte Arbeitszeit, Überstunden und Schichtarbeit
  • 03Vorschriften zu Arbeitszeit, Pausen, Urlaub und freien Tagen
  • 04Altersvorsorge und Beiträge, sobald du ein bestimmtes Alter erreicht hast
  • 05Kündigungsfristen und andere Schutzvorschriften

Vom Lehrling zur Fachkraft

Wenn du die Gesellenprüfung bestanden hast, wechselst du vom Auszubildendenlohn zum Facharbeiterlohn, der deutlich höher liegt. Als Fachkraft bist du weiterhin von einem Tarifvertrag abgedeckt, wenn dein Arbeitsplatz einen hat, und du hast die Rechte, die dazugehören — z. B. Rente, Zuschläge und Kündigungsfristen. Ein Fach mit einer anerkannten Gesellenausbildung gibt dir zugleich eine starke Position, weil die präzisen Hände, die das Fach verlangt, gefragt sind.

Wenn du keinen Ausbildungsvertrag hast

Bekommst du deine Ausbildung über die Schule, weil du noch keinen Betrieb gefunden hast, erhältst du stattdessen eine Schulausbildungsbeihilfe. Sie ist niedriger als der gewöhnliche Ausbildungslohn, sichert dir aber ein Einkommen, sodass du in der Ausbildung weiterkommst, während du einen Vertrag suchst.

Du lernst das Handwerk mit den Händen — und du bekommst dabei Lohn. Das ist der Kern des Lehrlingswegs.