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Sicher graben — LER (das dänische Leitungsregister) und Arbeiten in der Nähe erdverlegter Kabel

So vermeidest du, in eine Leitung zu graben, die nicht deine eigene ist

Einleitung

Weil so große Teile des Strom-, Glasfaser-, Gas-, Fernwärme- und Wassernetzes heute unter der Erde liegen, sind Grabarbeiten eine der häufigsten Ursachen für Störungen in der Versorgung. Eine falsch platzierte Schaufel Erde oder ein Bagger, der ohne Leitungsauskünfte arbeitet, kann schnell eine Leitung treffen, die er nicht hätte berühren dürfen.

Was ist LER?

LER steht für Ledningsejerregistret (dänisches Register der Leitungseigentümer) — ein gesetzlich vorgeschriebenes Register, in dem Eigentümer erdverlegter Leitungen, darunter Netzbetreiber, Glasfaserunternehmen, Gasunternehmen, Fernwärmewerke und Wasserversorger, ihr Leitungsnetz eintragen müssen. Bevor Grabungsarbeiten beginnen, muss man bei LER anfragen, um zu erfahren, welche Leitungseigentümer im betreffenden Gebiet Leitungen haben.

  • 01Frage im LER an, bevor die Grabarbeiten endgültig geplant werden
  • 02Hol konkrete Leitungsauskünfte bei den betroffenen Leitungseigentümern ein
  • 03Markiere die tatsächlichen Leitungen im Gelände anhand der erhaltenen Angaben
  • 04Grabe von Hand oder nutze ähnlich vorsichtige Methoden in der Nähe bekannter Leitungen

Was geschieht, wenn du falsch gräbst?

Wird ein Stromkabel bei Grabarbeiten beschädigt, besteht die Gefahr eines Stromschlags für denjenigen, der gräbt, und einer Betriebsunterbrechung, die viele Kunden auf einmal treffen kann, bis der Fehler geortet und behoben ist. Sind die Regeln zu LER und Leitungsauskünften nicht korrekt befolgt worden, kann derjenige, der die Grabarbeiten ausgeführt hat, zudem für den Schaden haftbar gemacht werden.

Deine Verantwortung als Versorgungsbetreiber

Als Versorgungsoperator sitzt du oft in beiden Rollen: Du bist derjenige, der selbst vorsichtig graben muss, wenn du ein Kabelnetz reparierst oder erweiterst, und gleichzeitig bist du derjenige, dessen Leitungen andere Bauunternehmen schützen müssen, wenn sie in der Nähe arbeiten. Deshalb sind gute Kenntnisse über LER, Leitungsauskünfte und korrekte Kennzeichnung ein fester Teil der täglichen Zusammenarbeit mit Grabfirmen und anderen Leitungseigentümern.

Andere Leitungseigentümer im selben Erdreich

Ein Stromkabel teilt sich den Boden selten allein mit sich selbst. Glasfaserunternehmen, Gasversorger, Fernwärmewerke und Wasserversorger haben typischerweise ebenfalls Leitungen im selben Gebiet, und all diese Leitungseigentümer unterliegen derselben Pflicht, ihre Leitungen im LER zu registrieren. Das bedeutet, dass eine Abfrage im Register oft einen Gesamtüberblick über mehrere verschiedene Infrastrukturarten auf einmal liefert — was es möglich macht, die Grabarbeiten so zu koordinieren, dass die Leitungen aller Beteiligten respektiert werden.

Diese Koordinierung gehört auch zum Hintergrund der gemeinsamen Grabung, bei der Strom- und Glasfaserkabel in denselben Graben gelegt werden. Hier ist es besonders wichtig, dass alle beteiligten Parteien die Leitungsführung der anderen genau kennen, damit man nicht riskiert, das Kabel eines anderen Leitungseigentümers zu beschädigen, während man selbst neue Leitungen verlegt.

Eine Gewohnheit, die niemals zur Routine werden darf

Die größte Gefahr bei Grabarbeiten entsteht oft nicht, weil jemand bewusst das Verfahren überspringt, sondern weil eine Aufgabe, die schon hundertmal problemlos ausgeführt wurde, sich am Ende wie reine Routine anfühlt. Gerade deshalb ist es wichtig, die Gewohnheit beizubehalten, jedes einzelne Mal LER abzufragen und Leitungsauskünfte einzuholen — egal, wie gut du das Gebiet zu kennen glaubst, und egal, wie hektisch es auf der Baustelle zugeht.

Diese Aufmerksamkeit nimmst du als Versorgungsoperator auch mit in die Zusammenarbeit mit externen Bauunternehmen, die in der Nähe der eigenen Leitungen des Netzbetreibers graben sollen. Je deutlicher du Anforderungen und Erwartungen an Markierung und Vorsicht kommunizierst, desto geringer ist das Risiko, dass eine ansonsten gut geplante Aufgabe bei einem anderen Akteur damit endet, dass dein eigener Teil des Netzes beschädigt wird.

Gute Routinen rund um LER (das dänische Leitungsregister) und Grabarbeiten sind deshalb nicht bloß ein technisches Detail der Ausbildung — sie sind ein grundlegender Teil des professionellen Standards, den du über deine gesamte Lehrzeit aufbaust und den du mitnimmst, ganz gleich, bei welchem Netzbetreiber du am Ende arbeitest.

Der wichtigste Bagger auf einer Baustelle ist oft der, der die Schaufel nie in den Boden setzt, bevor alle Leitungsauskünfte vorliegen.