Zum Inhalt springen
Artikel·Fotograf·Vorschriften

DSGVO und Bilder von Menschen — was die Regeln ganz konkret sagen

Einwilligung, berechtigtes Interesse und der besondere Schutz von Kindern

Einleitung

Als Fotograf schaffst du täglich Bilder von erkennbaren Menschen, und ein solches Bild kann eine personenbezogene Angabe darstellen. Wenn die Bilder gewerblich genutzt werden — veröffentlicht, verkauft oder beworben —, unterliegst du den Datenschutzregeln (DSGVO) genauso wie jedes andere Unternehmen, das personenbezogene Daten verarbeitet.

Rechtsgrundlage: Einwilligung oder berechtigtes Interesse

Um ein Bild einer erkennbaren Person in einem geschäftlichen Zusammenhang veröffentlichen zu dürfen, brauchst du eine Rechtsgrundlage. Das kann entweder eine Einwilligung der Person sein, oder es kann die Regel des berechtigten Interesses sein, die Unternehmen und Selbstständige oft nutzen können, wenn das Interesse an der Veröffentlichung des Bildes schwerer wiegt als das Interesse der Person, nicht gezeigt zu werden.

Der Ansatz von Datatilsynet: eine konkrete Beurteilung

Datatilsynet (die dänische Datenschutzbehörde) hat sich von der alten Unterscheidung zwischen 'Porträtbildern' und 'Situationsbildern' entfernt und beurteilt heute konkret anhand des Bildes selbst, wo es aufgenommen wurde, wann es aufgenommen wurde und was der Zweck der Veröffentlichung ist. Das gibt mehr Spielraum, verlangt aber auch, dass du dich jedes Mal aktiv mit der konkreten Situation auseinandersetzt, statt dich auf eine feste Faustregel zu stützen.

Bilder, die an öffentlich zugänglichen Orten aufgenommen wurden

Grundsätzlich darfst du Bilder von Personen, die an öffentlich zugänglichen Orten aufgenommen wurden, ohne Einwilligung fotografieren und veröffentlichen, wenn du einen berechtigten Grund hast und wenn von den Personen auf dem Bild nicht mit gutem Grund gesagt werden kann, dass sie sich zur Schau gestellt, ausgenutzt oder verletzt fühlen. Das gilt zum Beispiel für Straßenfotografie und Reportagebilder von einer öffentlichen Veranstaltung — aber die Entscheidung beruht immer auf einer konkreten Beurteilung der einzelnen Situation.

Besonderer Schutz von Kindern

Kinder und Jugendliche brauchen einen besonderen Schutz. Ist die Person auf dem Bild unter 15 Jahre alt, musst du in der Regel die Einwilligung der sorgeberechtigten Person einholen, bevor das Bild veröffentlicht wird. Das gilt auch für Situationsbilder, auf denen das Kind nicht das Hauptmotiv, aber deutlich erkennbar ist — sei deshalb besonders vorsichtig, wenn du an Schulen, in Einrichtungen und bei Familienfeiern fotografierst.

SituationTypische Rechtsgrundlage
Porträt, vom Kunden bestellt und bezahltEinwilligung des Kunden/der abgebildeten Person
Reportage an einem öffentlich zugänglichen OrtBerechtigtes Interesse, wenn sich niemand verletzt fühlt
Marketingfoto der Mitarbeiterin oder des MitarbeitersOft berechtigtes Interesse oder Einwilligung — im Einzelfall zu beurteilen
Bild eines Kindes unter 15 JahrenEinwilligung des Sorgeberechtigten

Sensible Informationen und deine eigene Verantwortung

Enthält ein Bild sensible Angaben — zum Beispiel über Gesundheit, Religion oder Straftaten — kann es selten ohne Einwilligung veröffentlicht werden, gleich wo es aufgenommen wurde. Denk außerdem daran, dass du als Fotograf für die Bilder verantwortlich bist, die du selbst aufbewahrst und beruflich verwendest, unabhängig davon, welche Verantwortung dein Kunde trägt. Sichere Aufbewahrung, klare Vereinbarungen und gesundes Urteilsvermögen sind dein bester Schutz davor, mit den Regeln in Konflikt zu geraten.