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Artikel·Friseur·Sicherheit und Arbeitsumfeld

Ergonomie und Werkzeugkunde im Salon

So schonst du Rücken, Schultern und Hände ein ganzes Arbeitsleben lang

Einleitung

Viele denken an Chemie und Allergien, wenn vom Arbeitsumfeld der Friseure die Rede ist, doch laut dem Arbejdstilsynet (dänische Arbeitsaufsicht) sind ergonomische Belastungen – Arbeitshaltungen und wiederholte Bewegungen – eine ebenso große Herausforderung im Beruf. Eine Untersuchung des dänischen Arbeitsumfelds zeigt, dass eine Mehrheit der Friseurinnen und Friseure ihre Arbeit als Belastung für Rücken und Schultern erlebt. Anders als eine akute Verletzung entsteht diese Art von Belastung allmählich, oft über viele Jahre, und genau das macht sie in einem hektischen Alltag leicht zu übersehen.

Die drei guten Gewohnheiten

Das Arbejdstilsynet weist auf drei konkrete Gewohnheiten hin, die in der täglichen Arbeit am Stuhl große Wirkung haben.

  • 01Nutze den Kundenstuhl aktiv – er lässt sich ohne Schaden heben und senken, dein Rücken nicht. Stelle ihn so ein, dass du mit geradem Rücken und tiefen Ellenbogen arbeitest, statt dich zur Kundin oder zum Kunden hinunterzubeugen.
  • 02Halte die Ellbogen unten und dicht am Körper – Schultern, die Stunde um Stunde angehoben gehalten werden, sind eine der häufigsten Schmerzursachen bei Friseuren.
  • 03Mache Pausen – kurze, häufige Pausen geben den Muskeln Zeit, sich zu erholen, während lange, seltene Pausen nicht denselben Nutzen bringen.

Gewicht und Schärfe des Werkzeugs

Die Qualität der Werkzeuge hat direkten Einfluss auf deine Belastung. Eine stumpfe Schere erfordert mehr Kraft pro Schnitt, was die Belastung von Fingern, Handgelenk und Unterarm Stunde um Stunde erhöht. Leichte, gut angepasste Scheren mit passender Fingerringgröße verringern die Griffkraft und senken das Risiko für Sehnenscheidenentzündungen und andere Belastungsschäden in Hand und Handgelenk. Schermaschinen sollten aus demselben Grund sauber und scharf gehalten werden – ein Werkzeug, das gegen dich arbeitet, tut das auch mit deinem Körper.

Stehende Arbeit und Füße

Ein Arbeitstag als Friseurin verläuft typischerweise über viele Stunden im Stehen. Rutschfeste, stoßdämpfende Schuhe und eine Antiermüdungsmatte am Stuhl verringern die Belastung von Füßen, Knien und Lende. Wechsle regelmäßig das Standbein und vermeide es, mit fixiertem Rücken und durchgestreckten Knien zu stehen – eine lockere, entspannte Standhaltung belastet weniger als eine angespannte.

Anzeichen von Belastung – und was du tust

ZeichnenMögliche UrsacheWas du tust
Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den FingernDauerhaft gebeugtes Handgelenk beim Schneiden/FärbenWechsle den Griff, mach Pausen, suche bei Wiederholung eine Physiotherapie auf
Schmerzen in Schulter/NackenAngehobene Ellenbogen, falsche StuhlhöheSenke den Kundenstuhl ab, halte die Ellbogen unten, stelle die Arbeitshöhe ein
Kreuzschmerzen nach einem ArbeitstagNach vorn gebeugte ArbeitshaltungNutze den Kundenstuhl aktiv, statt dich zu bücken
Schmerzende Füße/KnieLange Zeiträume im Stehen ohne WechselRutschfeste Schuhe, Anti-Ermüdungsmatte, Standbein wechseln

Deine Hände und dein Rücken müssen ein ganzes Arbeitsleben halten – die Gewohnheiten, die du dir als Azubi angewöhnst, begleiten dich die ganze Laufbahn.