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Artikel·Friseur·Sicherheit und Arbeitsumfeld

Chemisches Arbeitsumfeld im Salon – Allergie, Ekzem und Absaugung

Schütze deine Hände und Atemwege die ganze Laufbahn hindurch

Einleitung

Friseure arbeiten jeden Tag mit Wasser, Farben, Blondiermitteln und Dauerwellflüssigkeiten – eine Kombination, die das Fach zu einem der Fächer mit der höchsten Häufigkeit von Handekzemen und Kontaktallergien macht. Der Schaden kommt schleichend über Jahre, und ist die Allergie erst einmal da, bleibt sie lebenslang. Gute Praxis im Umgang mit Chemikalien ist deshalb keine Formalität, sondern das, was darüber entscheidet, ob du im Fach bleiben kannst.

Die typischen Übeltäter

Manche Stoffe in den Produkten des Salons sind dafür bekannt, Allergien oder Hautreizungen auszulösen. Du musst die Chemie nicht auswendig können, aber du musst wissen, dass es sie gibt, und die Produkte entsprechend behandeln.

  • 01Oxidative Haarfarben – können stark sensibilisierende Farbstoffe enthalten; Hautkontakt ist zu vermeiden.
  • 02Bleichmittel (Persulfate) – können sowohl Haut- als auch Atemwegsreaktionen hervorrufen, darunter Asthma.
  • 03Dauerwell- und Glättungsmittel – starke Stoffe mit sowohl haut- als auch atemwegsreizender Wirkung.
  • 04Feuchtarbeit – ständige Nässe baut die Hautbarriere ab und bahnt dem Ekzem den Weg.

Handschuhe – die wichtigste Schutzausrüstung

Handschuhe sind dein wichtigster Schutz vor Hautkontakt mit Chemie. Verwende geeignete Einweghandschuhe (typischerweise Nitril statt Latex und Vinyl, die schlechter gegen Salonchemie schützen), wechsle sie oft und zieh sie nach dem Gebrauch nie wieder an. Trockne die Hände gründlich ab, bevor du neue anziehst – feuchte Haut unter dem Handschuh ist für sich genommen ein Ekzemrisiko.

  • 01Wähle Nitrilhandschuhe für Farbe, Blondierung und Dauerwelle.
  • 02Wechsle die Handschuhe zwischen Aufgaben und Kunden – benutze sie nicht wieder.
  • 03Vermeide gepuderte Latexhandschuhe, die selbst sensibilisieren können.
  • 04Pflege die Haut: Benutze nach der Arbeit Feuchtigkeitscreme und nimm Ringe ab, die Feuchtigkeit festhalten.

Absaugung und Lüftung

Dämpfe und Staub aus Blondierpulver und Dauerwellflüssigkeit müssen aus der Atemzone weg. Eine gute allgemeine Lüftung im Salon ist die Grundlage, und beim Anmischen von Blondierpulver solltest du so arbeiten, dass der Staub nicht aufwirbelt – manche Salons haben eine Punktabsaugung am Mischplatz. Halte die Behälter geschlossen und mische Blondierpulver ruhig an, um Staub zu verringern.

Sicherheitsdatenblatt und Kennzeichnung

Jedes chemische Produkt hat ein Sicherheitsdatenblatt (SDB) und eine Kennzeichnung mit Gefahrensymbolen. Das Sicherheitsdatenblatt sagt dir, welche Gefahren das Produkt birgt, welche Schutzausrüstung erforderlich ist und was du bei Verschütten oder einem Unfall tust. Es muss am Arbeitsplatz verfügbar sein – lerne, darin nachzuschlagen, damit du das Risiko dessen kennst, womit du arbeitest.

Der Jugendliche im Salon

Als Auszubildender ist deine Haut an die Belastung noch nicht gewöhnt, und schlechte Gewohnheiten, die du früh lernst, begleiten dich. Zieh die Handschuhe vom ersten Tag an an, auch wenn es bei einer schnellen Aufgabe überflüssig wirkt. Die gute Friseurin schützt sich selbst genauso systematisch, wie sie das Haar der Kundin schützt.