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Bart und klassische Rasur

Das Handwerk mit Rasiermesser, Seife und scharfen Konturen

Einleitung

Bart und Rasur haben in vielen Salons eine Renaissance erlebt, aber die Technik dahinter ist dieselbe handwerkliche Disziplin, die Barbiere seit Generationen anwenden. Anders als beim Haarschnitt arbeitest du direkt mit einer scharfen Klinge nah an der Haut, und das stellt andere Anforderungen an eine ruhige Hand, an die Vorbereitung und an die Hygiene als beim Haareschneiden.

Bereite die Haut vor, bevor das Messer zum Einsatz kommt

Bartstoppeln müssen aufgeweicht werden, bevor sie sauber und schonend rasiert werden können. Eine warme Handtuchpackung öffnet die Poren der Haut und richtet die Haare auf, danach wird Rasierseife oder -creme mit einem Rasierpinsel in kreisenden Bewegungen aufgetragen, bis ein voller, cremiger Schaum entsteht. Der Schaum hebt die Bartstoppeln von der Haut ab und gibt dem Messer etwas zum Gleiten, sodass du vermeidest, direkt gegen die Haut zu schaben.

  • 01Eine warme Handtuchpackung von 1-2 Minuten weicht den Bart auf und öffnet die Poren.
  • 02Rasierseife/-creme wird mit dem Pinsel zu einem dichten, cremigen Schaum aufgeschlagen – nicht nur zu Blasen.
  • 03Der Schaum wird in kreisenden Bewegungen aufgetragen, damit sich die Haare von der Haut aufrichten.
  • 04Die Haut wird mit der freien Hand straff gehalten, damit das Rasiermesser auf eine gleichmäßige Oberfläche trifft.

Das Rasiermesser – Griff und Winkel

In den Friseurschulen wird ein Standardgriff für das Rasiermesser gelehrt, bei dem der Griff in der Handfläche liegt und die Finger das Blatt führen, sodass du sowohl Stabilität als auch feinmotorische Kontrolle hast. Das Blatt wird typischerweise in etwa 30 Grad Winkel zur Haut geführt – weder flach (was nicht schneidet) noch zu steil (was reißt). Der erste Durchgang wird immer mit der Wuchsrichtung des Haares rasiert, um die Haut größtmöglich zu schonen; ein eventueller zweiter Durchgang quer oder gegen den Strich ergibt eine gründlichere Rasur, erhöht aber zugleich das Risiko von Irritationen und eingewachsenen Haaren.

Konturen, Hals und Kieferlinie

Die technisch schwierigen Partien sind Hals, Kieferlinie und der Bereich um die Ohren, wo sich die Haut bewegt und die Richtung wechselt. Hier arbeitest du mit kurzen Zügen und änderst den Winkel, während sich die Haut wölbt, und du bittest den Kunden oft, den Kopf zu drehen oder zu heben, damit die Haut im jeweiligen Feld richtig gespannt ist. Eine scharfe, gut definierte Kontur um den Bart ist oft das, was darüber entscheidet, ob ein Bart gepflegt oder nachlässig wirkt – unabhängig davon, wie gut der Bart im Übrigen geformt ist.

Nach dem Rasieren

Wenn du fertig bist, wird die Haut mit lauwarmem Wasser abgespült, um Seifenreste zu entfernen, und eine kalte Handtuchkompresse schließt die Poren wieder. Zum Abschluss wird ein beruhigendes Produkt aufgetragen – ein Aftershave-Balsam ist für Haut, die gerade unter dem Messer war, oft milder als ein alkoholhaltiges Aftershave und verringert das Risiko von Brennen und Reizungen.

Pflege des Rasiermessers

  • 01Wische Klinge und Griff nach der Benutzung immer gründlich ab, damit keine Feuchtigkeit zurückbleibt und den Stahl rosten lässt.
  • 02Das Abziehen auf einem Lederriemen richtet die Schneide zwischen den Rasuren wieder auf, ersetzt aber kein Schleifen.
  • 03Verwende Einwegklingen oder ein korrekt desinfiziertes/sterilisiertes Werkzeug zwischen jedem Kunden – ein Rasiermesser, das Kontakt mit Haut hatte, ist ein Werkzeug mit denselben Hygieneanforderungen wie ein Skalpell.
  • 04Bewahre das Messer trocken und getrennt von anderen Werkzeugen auf, um eine Beschädigung der Schneide zu vermeiden.

Bei einer guten Rasur geht es nicht ums Eilen – es geht darum, die Haut dir sagen zu lassen, wann sie für den nächsten Zug bereit ist.