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Digitaldruck und variable Daten

Vom personalisierten Brief zu Web-to-Print

Einleitung

Der Digitaldruck hat in wenigen Jahrzehnten verändert, was eine Druckerei anbieten kann. Ohne Druckplatten kann eine Maschine in Minuten von einem Auftrag zum nächsten wechseln — und jedes einzelne Exemplar einer Auflage kann im Prinzip einzigartig sein.

Keine Druckplatten — was bedeutet das?

Während der Offsetdruck eine physische Druckplatte pro Farbe erfordert, arbeitet der Digitaldruck jedes Mal direkt aus der digitalen Datei, wenn ein Bogen oder Bogenteil gedruckt wird. Das macht den Digitaldruck naheliegend für kleine Auflagen, Eilaufträge und Produkte, die personalisiert werden sollen — ohne die Rüstzeit und die Kosten, die Druckplatten erfordern.

  • 01Keine Druckplattenherstellung — kürzeres Einrichten je Auftrag.
  • 02Niedriger Stückpreis bei kleinen Auflagen, höher bei großen im Vergleich zum Offsetdruck.
  • 03Die Möglichkeit, jedes Exemplar unterschiedlich zu drucken.
  • 04Schnelles Umrüsten zwischen Aufgaben.

Variable Daten — jedes Exemplar ist einzigartig

Eine der großen Stärken des Digitaldrucks ist Variable Data Printing: Name, Adresse, Angebot oder Bild können sich innerhalb desselben Druckdurchlaufs von einem Exemplar zum nächsten unterscheiden. Genutzt wird das unter anderem für personalisierte Briefe, Mitgliederzeitschriften mit individuellen Angeboten und adressierte Sendungen. Die Technik setzt voraus, dass Daten aus einer Datenbank mit einer Vorlage verknüpft werden, sodass jeder Bogen seinen eigenen Inhalt bekommt.

RIP, Kalibrierung und Verbrauchsteile

Wie im Offsetdruck muss die Datei durch einen RIP, bevor sie gedruckt werden kann. An einer Digitaldruckmaschine musst du außerdem die Maschine laufend kalibrieren, damit die Farben von Tag zu Tag stabil bleiben, und Verbrauchsteile wie Toner, Tinte oder Trommeln bei Bedarf wechseln, um die Produktion optimal am Laufen zu halten.

AufgabeWarum es notwendig ist
KalibrierungStellt sicher, dass die Farben von Auftrag zu Auftrag und von Tag zu Tag übereinstimmen
Wechsel von VerschleißteilenVermeidet Streifen, Flecken und Betriebsstopps mitten in einer Auflage
Umgang mit StaffagefarbenStellt sicher, dass Sonderfarben in einem digitalen Prozess den vereinbarten Farbton treffen

Web-to-Print — der Kunde bestellt selbst

Viele Druckereien bieten heute Web-to-Print-Lösungen an, bei denen der Kunde selbst eine Vorlage im Netz aufruft, eigene Inhalte einsetzt und bestellt. Als Medientechnologe kannst du daran mitwirken, diese Vorlagen samt zugehörigen Regelwerken zu bauen, die dafür sorgen, dass das eigene Layout des Kunden weiterhin Beschnitt, Farbraum und andere technische Anforderungen einhält, ohne dass der Kunde das Technische selbst verstehen muss.

Der Digitaldruck erfordert eine andere Art von Aufmerksamkeit als der Offsetdruck: weniger mechanisches Feinjustieren der Farbbalance, dafür mehr Fokus auf Dateihandhabung, Datenfluss und darauf, dass die Maschine vom ersten bis zum letzten Bogen eine gleichmäßige Qualität liefert.