Druckvorstufe: Preflight, Raster und Farbmanagement
So wird eine Datei für die Druckmaschine fertig
Einleitung
Lange bevor irgendeine Druckmaschine läuft, entscheidet sich, ob eine Auflage ein Erfolg oder ein teurer Fehlschlag wird. Das geschieht im Prepress — der Phase, in der die digitale Datei für die Produktion vorbereitet wird. Als Drucktechniker fängst du hier die Fehler ab, solange sie noch billig zu korrigieren sind.
Preflight — die Datei unter der Lupe
Preflight ist die systematische Kontrolle einer PDF-Datei, bevor sie im Workflow weitergegeben wird. Ziel ist es, Probleme zu entdecken, die sich sonst erst an der Druckmaschine oder im fertigen Produkt zeigen würden.
- 01Auflösung der Bilder — eine zu niedrige Auflösung führt zu einem unscharfen oder verpixelten Druck.
- 02Farbraum — ist die Datei in CMYK oder Sonderfarben eingerichtet und nicht nur in RGB für den Bildschirm?
- 03Schriftarten — sind sie in die Datei eingebettet, sodass der Text sich nicht verändert, wenn die Datei auf einem anderen System geöffnet wird?
- 04Überdrucken und randabfallende Farben — ist schwarzer Text auf Überdrucken gesetzt, damit er bei Passerfehlern nicht weiß wird?
- 05Beschnittmarken und Format stimmen mit dem bestellten Produkt überein.
Rasterweite und Auflösung in der Praxis
Ein gedrucktes Bild ist in Wirklichkeit aus Tausenden kleiner Rasterpunkte unterschiedlicher Größe aufgebaut, die das Auge dazu bringen, einen zusammenhängenden Grauton oder eine Farbe zu sehen. Wie dicht die Punkte sitzen, nennt man die Rasterweite und misst es typischerweise in lpi (Linien pro Zoll). Je feiner das Raster, desto mehr Details kann der Druck wiedergeben — aber desto höhere Anforderungen stellt er auch an Papier und Druckverfahren.
| Rasterweite | Typische Verwendung |
|---|---|
| Grobes Raster (z. B. 65–100 lpi) | Großformat und Schilder, die aus der Ferne gesehen werden |
| Mittleres Raster (z. B. 133–150 lpi) | Zeitungen und Verpackungen |
| Feines Raster (z. B. 175–200 lpi und darüber) | Zeitschriften, Kataloge und bildlastiger Buchdruck |
RIP und Ausschießen
Wenn die Datei geprüft ist, wird sie an einen RIP (Raster Image Processor) geschickt — die Software, die die digitalen Objekte in die Rasterpunkte übersetzt, die die Maschine tatsächlich druckt. Gleichzeitig erfolgt der Ausschuss: Die Seiten werden so angeordnet und gedreht, dass sie richtig auf dem großen Druckbogen liegen und in der richtigen Reihenfolge landen, wenn der Bogen später geschnitten und gefalzt wird.
Farbmanagement mit ICC-Profilen
Bildschirme, Drucker und Druckmaschinen geben Farben unterschiedlich wieder. Um ein vorhersagbares Ergebnis zu erhalten, werden ICC-Profile verwendet, die beschreiben, wie ein bestimmtes Gerät Farbe im geräteunabhängigen Lab-Farbraum wiedergibt. So kann ein Bild korrekt vom RGB des Bildschirms in das CMYK der Druckerei konvertiert werden, ohne dass die Farben unterwegs ihren Charakter ändern.
Die Druckvorstufe erfordert Geduld und ein scharfes Auge fürs Detail. Aber die Zeit, die du hier investierst, ist die beste Investition in eine Auflage — denn je besser die Datei vorbereitet ist, desto weniger musst du korrigieren, wenn die Maschine erst einmal läuft.