Zum Inhalt springen

Drainage und Entwässerung — wenn der Platz Regen aushalten soll

Untergrund, Dränagemuster, Voruntersuchungen und Regenwasser als Ressource

Einleitung

Nach einer nassen Woche entscheidet sich, wer seine Dränung im Griff hat: manche Plätze sind am nächsten Morgen bespielbar, andere schließen tagelang Löcher. Die Kompetenzziele der Greenkeeper-Ausbildung verlangen, dass du Dränungen planen, Voruntersuchungen und Berechnungen durchführen, Dränmuster planen und einfache Dränarbeiten ausführen kannst — Dränung ist eine Kerndisziplin, keine Spezialität allein für Baufirmen.

Der Untergrund bestimmt

Wasser bewegt sich schnell durch Sandboden und langsam durch Lehmboden. Deshalb beginnt jede Dränaufgabe damit, den Boden zu kennen: Grabe ein Bodenprofil, sieh dir die Schichten an und beurteile, wo sich das Wasser tatsächlich staut. Auf lehmigem Boden müssen die Dränstränge enger liegen als auf sandigem Boden, weil das Wasser nur einen kurzen Weg zum Rohr zurücklegen kann. Das Schulfach zur Dränung verlangt gerade, dass du den Abstand zwischen den Dränrohren aus den vorliegenden Bodenverhältnissen berechnen kannst.

Drainagemuster und Gefälle

Die klassischen Muster sind das Fischgrätmuster (herringbone), bei dem Seitenstränge im spitzen Winkel auf einen Hauptstrang treffen, und das Gittermuster, bei dem die Stränge parallel liegen und am Ende eine Sammelleitung haben. Die Rohre werden mit gleichmäßigem Gefälle zum Auslauf oder Schacht verlegt, umgeben von Filterkies, damit sie nicht zuschlämmen. Schächte unterwegs machen das System inspizier- und spülbar. In einem nach USGA aufgebauten Grün wird empfohlen, die Dränstränge im Untergrund mit höchstens etwa 4,5 Meter (15 Fuß) Abstand zueinander zu verlegen — ein gutes Bild dafür, wie dicht die Dränage liegen muss, wenn die Anforderung an die Entwässerung hoch ist.

Voruntersuchungen — bevor die Schaufel den Boden trifft

  • 01Untergrund: Profile oder Bohrungen, damit Dränabstand und -tiefe festgelegt werden können.
  • 02Höhenkoten und Gefälle: Vermessung des Geländes, damit das Wasser tatsächlich zum Auslauf laufen kann.
  • 03Vorhandene Leitungen: hole Leitungsauskünfte im LER-Register ein — die Anfrage ist vor dem Graben gesetzlich vorgeschrieben.
  • 04Vorhandene Dränage: alte Dränagepläne und Beobachtungen nasser Streifen ersparen teure Überraschungen.
  • 05Ableitung: kläre, wohin das Wasser abgeleitet werden darf — eine Einleitung kann eine Genehmigung der Kommune erfordern.

Entwässerung an der Oberfläche

Drainage unter der Erde ist nur die halbe Lösung — auch die Oberfläche muss das Wasser richtig ableiten. Gefälle und Geländeformung auf Greens, Abschlägen und Fairways bestimmen, wo sich das Wasser sammelt, und Senken ohne Abfluss werden zu den klassischen Pfützen, die das Gras ersticken und Moos und Algen einladen. Der Werkzeugkasten reicht von Topdressing und dem Ausgleichen von Senken über Sickerschächte und Schlitzdrainagen bis hin zu regelrechten Becken, die das Wasser auffangen.

LösungWird verwendet, wenn
Rohrdränage (Fischgräten-/Gittersystem)Die Fläche ist generell staunass, und der Boden leitet schlecht
Schlitz-/StichdränageLokale nasse Streifen und Mulden müssen an die vorhandene Drainage angeschlossen werden
RigoleKleinere Wassermengen sind vor Ort zu versickern
Becken/SeeGroße Wassermengen müssen zurückgehalten und ggf. zum Gießen wiederverwendet werden
GeländeregulierungDas Oberflächenwasser muss von Spiellinien und Senken weggeführt werden

Regenwasser als Ressource

Moderne Plätze denken Drainage und Beregnung zusammen: Das Wasser, das im Winter stört, ist im Sommer eine Ressource. Die Kompetenzziele verlangen Kenntnisse über nachhaltige Drainagelösungen sowie über das Auffangen, Ableiten und Wiederverwenden von Wasser — in der Praxis Becken und Teiche, die bei Starkregen als Puffer und bei Trockenheit als Wasserreserve dienen, gern sensorüberwacht. So werden Klimaanpassung und nachhaltiger Betrieb zu zwei Seiten desselben Drainageprojekts.

Das Wasser findet immer einen Weg — die Frage ist, ob es deiner ist oder sein eigener.

Drainageprinzip