Nach dem Gesellenbrief — worauf kannst du aufbauen?
Fort- und Weiterbildung für gelernte Industrietechniker
Einleitung
Wenn du deinen Gesellenbrief hast, hast du ein Fach und ein Einkommen — aber du hast auch eine starke Fahrkarte weiter. Berufsausbildungen sind so gebaut, dass ein fachlicher Hintergrund eine ganze Reihe von Kursen und Studiengängen eröffnet. Hier sind die wichtigsten Wege für einen Industrietechniker.
Kurze Kurse — halte dein Fachwissen scharf
Die schnellste Form der Weiterbildung sind kurze Kurse, in denen du eine konkrete Fertigkeit aktualisierst oder erweiterst, ohne den Arbeitsmarkt für längere Zeit zu verlassen. Im Metall- und Industriebereich gibt es Arbeitsmarktausbildungen (AMU), die zum Beispiel CNC, Messtechnik, Roboter und Qualitätsmanagement abdecken. Sie sind kurz, praxisnah und lassen sich berufsbegleitend absolvieren.
- 01AMU-Kurse in CNC, Metallbearbeitung und Messtechnik
- 02Kurse in Robotern und Automatisierung
- 03Lieferanten- und Maschinenkurse, z. B. zu einer neuen CNC-Steuerung
- 04Kurse in Qualitätsmanagement und Dokumentation
Weiterführende Ausbildung an der Berufsakademie
Mit einem Facharbeiterhintergrund kannst du dich um mehrere Berufsakademieausbildungen bewerben, die typischerweise ein paar Jahre dauern und Theorie mit Praxis verbinden. Sie liegen nah an dem, was du schon kannst, und heben dich in Richtung Entwicklung, Planung und Führung in der Produktion.
| Richtung | Worauf sie hindeutet |
|---|---|
| Produktionstechnologe | Optimierung und Steuerung von Produktion und Prozessen |
| Automationstechnologe | Steuerung, Roboter und automatisierte Anlagen |
| Betriebstechnologe | Betrieb und Instandhaltung technischer Anlagen |
| Akademieausbildung, z. B. Innovation und Produktion | Produktionsoptimierung und Weiterentwicklung neben dem Job |
Maschinenmeister, Bachelor Professional und Ingenieur
Willst du noch weiter, gibt es mehrere längere Wege. Ein facharbeiterlicher Hintergrund lässt sich in Richtung Maschinenmeister oder eines Professionsbachelors in Technik und Produktion weiterbauen. Hast du die Ausbildung als EUX gemacht oder ergänzt du mit einem zugangsberechtigenden Kurs, kannst du dich auch zu einem Ingenieurstudium vorarbeiten, z. B. zum Maschinenbauingenieur. Das erfordert mehr Zeit und typischerweise einige Ergänzungen, aber es ist ein realer Weg von der Werkstatt zu ingenieurnahen Funktionen.
Spezialisiere dich in eine andere Richtung
Du kannst auch im Handwerk bleiben und dich in der Breite weiterentwickeln. Ein Industrietechniker kann sein Profil mit der Zeit etwa in Richtung CNC-Programmierung, Robotertechnik, Messtechnik, Qualität oder Prototypenbau schärfen und zu dem Spezialisten werden, den die Kollegen um Rat fragen. In der Produktion ist die tiefe Expertin begehrt.
Weitere Wege — kurz gefasst
- 01Kurze Kurse (AMU u. a.) — erhalte und erweitere konkrete Fertigkeiten
- 02Erhvervsakademi — Produktionstechnologe, Automationstechnologe, Betriebstechnologe u. a.
- 03Maschinenmeister und Bachelor Professional — Richtung Technik, Betrieb und Führung
- 04Ingenieur — besonders mit EUX oder einem zugangsberechtigenden Kurs
- 05Fachliche Spezialisierung — werde der tiefe Experte in einer Nische des Fachs
“Ein Gesellenbrief schließt keine Türen. Er ist das Fundament, auf dem du so hoch bauen kannst, wie du willst.”