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Aluminiumreparatur und Kontaminationskontrolle

Warum Aluminium und Stahl weder Werkzeug noch Raum teilen dürfen

Einleitung

Moderne Autos kombinieren mehrere Werkstoffe, um Gewicht zu sparen, und Aluminium kommt zunehmend in Motorhauben, Kotflügeln und bei bestimmten Modellen in ganzen Karosseriestrukturen vor. Aluminium verhält sich grundlegend anders als Stahl — sowohl mechanisch als auch chemisch — und erfordert deshalb eine andere Arbeitsroutine, wenn die Reparatur halten soll.

Warum Aluminium und Stahl nicht vermischt werden dürfen

Wenn Aluminium in Kontakt mit einem edleren Metall wie Stahl oder Kupfer kommt und ein Elektrolyt vorhanden ist — zum Beispiel Feuchtigkeit oder Salzwasser durch Streusalz — wird das Aluminium durch galvanische Korrosion abgebaut. Schon wenige Stahlpartikel von einer gemeinsam genutzten Schleifscheibe können sich in der Aluminiumoberfläche festsetzen und eine örtliche Korrosion auslösen, die erst Monate später als Blasen im Lack sichtbar wird. Eurocode 9 (EN 1999-1-1) empfiehlt deshalb rostfreie A4-Beschläge für Verbindungen, in denen Aluminium und andere Metalle aufeinandertreffen, gerade um diese Art des Abbaus zu vermeiden.

Getrennte Werkzeuge und Arbeitsbereiche

Viele Werkstätten, die ernsthaft mit Aluminium arbeiten, haben in eigene Schleifscheiben, Bürsten, Klemmen und in manchen Fällen in einen ganz getrennten Raum oder eine abgeschirmte Zone ausschließlich für Aluminiumarbeiten investiert. Der Zweck ist einfach: zu verhindern, dass Stahlstaub aus der normalen Blechwerkstatt auf einer Aluminiumoberfläche landet, wo er eine Korrosion auslösen kann, die man nicht sieht und nicht mehr beheben kann, wenn sie erst einmal in Gang ist.

Brandgefahr durch Aluminiumstaub

Schleifstaub von Leichtmetallen wie Aluminium und Magnesium kann unter den entsprechenden Bedingungen brennbar oder sogar explosiv sein — ein Umstand, der unter die ATEX-Vorschriften zu explosionsfähiger Atmosphäre fällt. Werkstätten, die Aluminium schleifen, brauchen deshalb eine Absaugung und Auffangausrüstung, die für brennbaren Metallstaub geeignet ist, müssen Staubbehälter regelmäßig leeren und offenes Feuer oder Funken aus gleichzeitiger Stahlbearbeitung in der Nähe vermeiden. Eine Risikobeurteilung der Explosionsgefahr gehört zur Gefährdungsbeurteilung (APV) einer Werkstatt, die mit Aluminium arbeitet.

Schweißen von Aluminium

Aluminium leitet Wärme weit besser als Stahl und ist von einer dünnen, aber zähen Oxidschicht bedeckt, die unmittelbar vor dem Schweißen mechanisch entfernt werden muss, sonst verhindert sie eine ordentliche Verschmelzung. Das Schweißen erfordert eine eigene Draht- und Gasart sowie eine Technik, die die schnelle Wärmeableitung berücksichtigt — ein Vorgehen, das sich deutlich vom MIG/MAG-Schweißen in Stahl unterscheidet.

  • 01Verwende ausschließlich Werkzeuge und Schleifmittel, die für Aluminium gekennzeichnet sind.
  • 02Trenne Aluminiumarbeiten räumlich von Stahlarbeiten, wo es möglich ist.
  • 03Entferne die Oxidschicht unmittelbar vor dem Schweißen oder Kleben.
  • 04Sorge für eine Absaugung, die für brennbaren Metallstaub geeignet ist.
  • 05Verwende nichtrostende A4-Beschläge bei Verbindungen zwischen Aluminium und anderen Metallen.
RisikoVorsichtsmaßnahme
Galvanische Korrosion durch gemischten MetallstaubGetrennte Werkzeuge und Arbeitsbereiche für Aluminium und Stahl
Brand-/Explosionsgefahr durch MetallstaubGeeignete Absaugung + ATEX-Risikobeurteilung in der Gefährdungsbeurteilung
Fehlerhafte Schweißnaht wegen OxidschichtMechanisches Reinigen der Oberfläche unmittelbar vor dem Schweißen