Arbeitsumfeld in der Lackierkabine — VOC, Staub und Atemschutz
So schützt du dich selbst vor Stoffen, die du nicht immer sehen oder riechen kannst
Einleitung
Lackierung und Lackvorbereitung gehören zu den gesundheitlich belastendsten Teilen der Karosseriearbeit. Es geht nicht um eine akute Gefahr, sondern um das, was die Gesundheit über Jahre abnutzt: Lösemittel, Härter und feiner Staub, den du nicht immer sehen oder riechen kannst. Der gute Karosserietechniker schützt sich selbst genauso sorgfältig, wie er oder sie das Lackergebnis schützt.
Was ist VOC?
VOC steht für flüchtige organische Verbindungen — die Lösemittel, die aus vielen Lackprodukten verdunsten. Sie können Kopfschmerzen, Schwindel und mit der Zeit gesundheitliche Schäden verursachen und sind zudem brandgefährlich. Aus Umwelt- wie aus Gesundheitsgründen wurden über die Jahre Anforderungen an einen niedrigeren VOC-Gehalt in Lackprodukten gestellt, was die Branche zu wasserbasierten Lacken und Produkten mit weniger Lösemittel verschoben hat.
Isocyanate und Zweikomponentenprodukte
Viele Klarlacke und Füller sind Zweikomponentenprodukte, die mithilfe eines Härters aushärten. Diese Härter können Isocyanate enthalten, die die Atemwege stark belasten und Allergie und Asthma auslösen können — auch nach längerer Exposition. Wenn du Zweikomponentenprodukte spritzt, bildet sich ein Nebel reaktiver Stoffe in der Luft, und genau dort sind Atemschutz und Absaugung nicht verhandelbar.
Drei Schutzschichten
- 01Absaugung und Spritzkabine — entfernen Dämpfe und Staub an der Quelle, sodass die Konzentration in der Luft niedrig gehalten wird.
- 02Geeigneter Atemschutz — Filtermaske gegen Dämpfe und Staub beim Schleifen und fremdbelüftete Maske beim Spritzen von Zweikomponentenprodukten, wo dies vorgeschrieben ist.
- 03Haut- und Augenschutz — Handschuhe gegen Lösungsmittel und Härter, Augenschutz gegen Spritzer und Staub sowie geeignete Arbeitskleidung.
Schleifstaub
Beim Schleifen wird feiner Staub aus Spachtel, Grundierung und altem Lack frei, der beim Einatmen schädlich ist. Verwende Schleifgeräte mit Staubabsaugung, halte die Werkstatt sauber und trage eine Staubmaske. Wische und fege den Staub nicht trocken zusammen, sonst wird er wieder aufgewirbelt — sauge ihn ab. Eine saubere Werkstatt sieht nicht nur ordentlich aus, in ihr atmet es sich auch gesünder.
Die lange Perspektive
Ein Karosserietechniker muss ein ganzes Arbeitsleben im Beruf durchhalten können. Eine Atemwegsallergie oder Asthma durch Isocyanate kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass man nicht mehr in einer Lackierkabine arbeiten kann. Die Schutzausrüstung konsequent zu benutzen, ist deshalb keine Last — es ist die Investition darin, dass du deinen Beruf in zwanzig Jahren noch ausüben kannst.