Arbeitsumfeld, Sicherheit und Ergonomie im Kosmetikberuf
So passt du langfristig auf deinen Körper, deine Gesundheit und deine Laufbahn auf
Einleitung
Der Kosmetikerberuf ist ein körperlicher Beruf. Du stehst und sitzt über lange Strecken, benutzt Hände und Finger Stunde um Stunde präzise und bist von Produkten, Wärme, Wasser und Geräten umgeben. Wenn du von Anfang an lernst, auf deinen Körper zu achten, kannst du den Beruf viele Jahre durchhalten. Tust du das nicht, können Verschleiß und schlechte Gewohnheiten deine Laufbahn verkürzen. Deshalb ist das Arbeitsumfeld eine fachliche Disziplin und keine Nebenwirkung.
Ergonomie — der Körper ist dein wichtigstes Werkzeug
Die typischen Belastungen im Fach treffen Rücken, Nacken, Schultern, Hände und Handgelenke. Sie kommen von statischen Arbeitshaltungen, feinmotorischer Arbeit und vielen Wiederholungen. Du kannst viel erreichen, wenn du den Arbeitsplatz richtig einrichtest: eine Liege in der richtigen Höhe, ein guter Stuhl, und dass du dich um den Kunden herum bewegst, statt den Körper zu verdrehen. Wechsle zwischen Sitzen und Stehen und mache Pausen, in denen du dich dehnst.
- 01Stelle Liege und Stuhl so ein, dass du in einer neutralen Körperhaltung arbeitest.
- 02Halte die Arbeit dicht am Körper, damit du dich nicht strecken oder verdrehen musst.
- 03Wechsle im Lauf des Tages zwischen sitzender und stehender Arbeit.
- 04Mach Mikropausen und dehne dich — besonders für Hände, Nacken und Schultern.
Haut, Chemie und Produkte
Du hast den ganzen Tag die Hände in Wasser, Seife, Kosmetik und Reinigungsmitteln, und das fordert deine eigene Haut. Handekzeme sind ein bekanntes Berufsrisiko in Berufen mit viel Händewaschen und Produktkontakt. Schütze dich mit Handschuhen, wo es sinnvoll ist, benutze eine gute Handcreme und achte darauf, ob du oder ein Kunde allergisch auf ein Produkt reagiert. Sorge außerdem für gute Lüftung, wenn du mit Produkten arbeitest, die Dämpfe oder Gerüche abgeben.
Sicherheit mit Geräten und Hitze
Ein Teil der Behandlungen nutzt Geräte, Wärme, Dampf oder scharfe Instrumente. Lies immer die Gebrauchsanweisung, halte die Geräte instand und benutze sie nur für das, wofür sie bestimmt sind. Beim Arbeiten mit Wachs, Dampf und anderen heißen Medien geht es bei der Sicherheit sowohl darum, sich nicht selbst zu verbrennen, als auch darum, den Kunden zu schützen. Kennst du die Grenzen der Geräte, vermeidest du die meisten Unfälle.
Das psychische Arbeitsumfeld
Beim Arbeitsumfeld geht es nicht nur um den Körper. Du bist sehr nah an Menschen, du hörst dir ihre Sorgen um Aussehen und Wohlbefinden an, und du musst auf freundliche Weise Grenzen setzen können. Volle Tage, Kundenwünsche und die Arbeit allein in einer kleinen Klinik können an den Kräften zehren. Eine gute fachliche Gemeinschaft, klare Absprachen über die Arbeitszeit und die Fähigkeit, nach der Arbeit abzuschalten, gehören dazu, sich im Beruf wohlzufühlen.
Wer trägt die Verantwortung?
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld zu gewährleisten — zum Beispiel die richtige Ausrüstung, Unterweisung und angemessene Rahmenbedingungen. Aber du selbst trägst eine Mitverantwortung dafür, die Ausrüstung richtig zu benutzen, etwas zu sagen, wenn dich etwas belastet, und im Alltag auf dich aufzupassen. Machst du dich selbstständig, hast du beide Hüte gleichzeitig auf, und dann ist es besonders wichtig, die Grundlagen im Griff zu haben.
“Du kannst den Kunden nur dein Bestes geben, wenn du auch auf den Körper aufpasst, mit dem du arbeitest.”