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Wenn es schiefgeht — Kranunfälle, Ursachen und was du daraus lernen kannst

Warum die Bau- und Anlagenbranche in der Unfallstatistik so viel Raum einnimmt und was vorbeugt

Einleitung

Kein Kranführer geht mit dem Gedanken zur Arbeit, dass es heute schiefgeht. Trotzdem lohnt es sich zu wissen, warum und wie schwere Unfälle passieren — denn genau dieses Wissen macht es dir möglich, die Gefahrensignale zu erkennen, bevor sie zu einem Vorfall werden.

Das Bauwesen liegt bei den Unfällen an der Spitze

Jedes Jahr werden der dänischen Arbeitsaufsicht Arbejdstilsynet über 40.000 Arbeitsunfälle gemeldet, und das Bau- und Anlagengewerbe gehört zu den Branchen mit den meisten Unfällen — rund 6.300 gemeldete Arbeitsunfälle pro Jahr stammen allein aus dem Bauwesen. Kranarbeit macht davon zahlenmäßig nicht den größten Teil aus, aber wenn es mit einer schweren, hängenden Last schiefgeht, sind die Folgen oft weit schwerwiegender als bei vielen anderen Unfallarten.

Die klassischen Ursachen von Kranunfällen

Nimmt man die schweren Kranereignisse genauer unter die Lupe, kehren dieselben Muster wieder: fehlende Standsicherheit, Überlast im Verhältnis zur Ausladung, unklare oder fehlende Kommunikation zwischen Kranführer und Anschläger, defektes oder falsch gewähltes Hebezeug und Menschen, die sich zu nah an oder unter einer hängenden Last aufhalten.

  • 01Fehlende Standsicherheit — der Kran kippt, weil der Untergrund oder die Aufstellung nicht gehalten hat
  • 02Überlast — Last und Reichweite überschreiten die Grenze der Lastkurve
  • 03Unklare Kommunikation zwischen Kranführer und Anschläger
  • 04Defektes oder falsch gewähltes Hebezeug, das unter Belastung versagt
  • 05Personen, die sich im oder zu nah am Gefahrenbereich aufhalten

Von Gegenständen getroffen werden und Quetschungen

Die gezielten Kontrollen des Arbejdstilsynet auf Baustellen hatten einen besonderen Schwerpunkt unter anderem auf „Absturz aus der Höhe“, „von Gegenständen getroffen“ und „Quetschung“ als durchgehende Unfallarten. Kranarbeit trifft direkt die beiden letzten Kategorien: Eine Last, die schwingt oder fällt, kann jemanden treffen, und eine Person kann zwischen der Last und etwas Festem eingeklemmt werden, wenn der Abstand nicht eingehalten wird. Unter anderem deshalb darf sich niemand unter einer hängenden Last aufhalten.

Lernen statt Schuld

Eine der wichtigsten Kulturen in der modernen Arbeitsschutzarbeit ist, Beinaheunfälle zu melden — also die Situationen, in denen es fast schiefgegangen wäre, aber eben nicht. Eine Last, die gerade eben niemanden getroffen hat, oder eine Abstützung, die gerade eben nicht nachgegeben hat, ist kostenloses Lernen, wenn sie gemeldet und ausgewertet wird. Wird sie dagegen vergessen, weil ‘ja nichts passiert ist’, verliert der Arbeitsplatz die Chance, den Fehler zu beheben, bevor er beim nächsten Mal jemanden trifft.

Die wenigsten schweren Kranunfälle überraschen jemanden, der den Beruf kennt. Die meisten haben eine Vorgeschichte kleinerer Warnungen, auf die niemand gehört hat.