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Gefahrgut im Lager: ADR und die neun Gefahrklassen

Klassifizierung, Kennzeichnung und warum manche Güter besondere Qualifikationen erfordern

Einleitung

Gefahrgut sind Waren, die Menschen, Umwelt oder Eigentum schaden können, wenn sie austreten oder falsch behandelt werden. Wenn solche Güter auf der Straße transportiert werden, gelten die internationalen ADR-Vorschriften, und die reichen bis ins Lager hinein: wie das Gut gekennzeichnet ist, wie es gehandhabt und vorbereitet wird und welche Qualifikationen die Beteiligten haben müssen.

Was ist ADR?

ADR ist das europäische Übereinkommen über den internationalen Transport gefährlicher Güter auf der Straße. Es legt fest, wie gefährliche Güter klassifiziert, verpackt, gekennzeichnet und dokumentiert werden und welche Anforderungen an Fahrzeug, Fahrer und Betrieb gestellt werden. Im Lager begegnet dir ADR, weil Güter, die per Lkw weitertransportiert werden, korrekt klassifiziert, verpackt und gekennzeichnet sein müssen, bevor sie die Rampe verlassen.

Die neun Gefahrklassen

Sämtliche Gefahrgüter werden nach der dominierenden Gefahr in neun Klassen eingeteilt. Lerne sie kennen, denn die Klasse bestimmt sowohl die Kennzeichnung als auch, welche Stoffe nicht zusammen gelagert werden dürfen:

KlasseArt der Gefahr
1Explosive Stoffe und Gegenstände
2Gase (z. B. brennbare, nicht brennbare, giftige)
3Entzündbare Flüssigkeiten
4Entzündbare feste Stoffe, selbstentzündliche Stoffe und Stoffe, die mit Wasser entzündbares Gas entwickeln
5Oxidierende Stoffe und organische Peroxide
6Giftige und ansteckungsgefährliche Stoffe
7Radioaktive Stoffe
8Ätzende Stoffe
9Verschiedene gefährliche Stoffe und Gegenstände (diverse)

Mehrere der Klassen sind untergliedert — Klasse 2 unterscheidet zum Beispiel zwischen brennbaren, nicht brennbaren und giftigen Gasen, und Klasse 4 hat drei Unterklassen. Die genaue Einteilung und die zugehörigen Anforderungen gehen aus der geltenden ADR-Ausgabe hervor.

UN-Nummer, Güterbezeichnung und Gefahrzettel

Jeder Gefahrstoff oder Gegenstand wird mit einer vierstelligen UN-Nummer und einer offiziellen Güterbezeichnung klassifiziert, und wo es relevant ist, mit einer Verpackungsgruppe, die den Gefahrengrad angibt. Versandstücke werden mit Gefahrzetteln (den auf der Spitze stehenden Rautenschildern) gekennzeichnet, die die Klasse zeigen, und größere Einheiten und Fahrzeuge können Großzettel und orangefarbene Warntafeln erfordern. Die Kennzeichnung ist das, was die Gefahr auf dem gesamten Transportweg sichtbar macht.

Das Sicherheitsdatenblatt

Zu Chemikalien gehört ein Sicherheitsdatenblatt, das die Gefahren des Stoffes, die sichere Handhabung, die Lagerung, die erforderliche Schutzausrüstung sowie das Vorgehen bei Verschüttung und Erster Hilfe beschreibt. Lies immer das Datenblatt und das Gefahrzettel-Etikett, bevor du einen Stoff handhabst, und frag eine verantwortliche Person, wenn Kennzeichnung oder Datenblatt fehlen — handhabe niemals unbekanntes Gefahrgut im Blindflug.

Qualifikationen und Einarbeitung

Wer Gefahrgut für den Transport handhabt oder vorbereitet, muss eine Schulung haben, die zur Aufgabe passt (aufgabenbezogene Schulung). Unternehmen, die in gewissem Umfang am Transport gefährlicher Güter beteiligt sind, müssen außerdem einen Gefahrgutbeauftragten benennen, der eine besondere Prüfung bestanden hat und unter anderem die Aufsicht führt und einen Jahresbericht erstellt. Als Lagermitarbeiter musst du deine Rolle kennen und nur das ausführen, wofür du eingearbeitet bist.

Die befreiende Ausnahme

ADR sieht unterhalb bestimmter Grenzen erleichterte Regeln vor — etwa bei kleinen Mengen je Verpackung und je Beförderungseinheit (die sogenannte Freimenge/Wertetabelle) —, wobei ein Teil der schweren Anforderungen entfällt. Die Grenzen hängen vom Stoff und der Klasse ab und gehen aus dem ADR hervor. Verlasse dich nicht auf eine grobe Schätzung: Bist du im Zweifel, ob eine Sendung unter der Grenze liegt, frage den Sicherheitsberater oder eine verantwortliche Person.

ADR und die neun Gefahrklassen sind der Kern der sicheren Handhabung gefährlicher Güter. Wenn du die Klasse erkennen, Kennzeichnung und Datenblatt lesen, unverträgliche Stoffe getrennt halten und die Grenzen deiner eigenen Schulung kennst, schützt du sowohl dich selbst als auch deine Kollegen und die Umgebung.