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RFID, Automatisierung und Lagerroboter

Vom Strichcode zu Funkwellen und selbstfahrenden Regalen

Einleitung

Der Strichcode machte es möglich, eine Ware mit einem Scanner statt mit einem handgeschriebenen Buch zu identifizieren. RFID und Automatisierung sind die nächsten Schritte derselben Entwicklung: die Daten des Lagers noch schneller, genauer und weniger davon abhängig zu machen, dass ein Mensch einen Scanner manuell auf jede einzelne Ware richtet.

Wie funktioniert RFID?

RFID steht für Radio Frequency Identification. Ein RFID-Transponder enthält einen kleinen Chip und eine Antenne, die Daten über Funkwellen an ein Lesegerät senden. Anders als ein Barcode erfordert RFID keine direkte Sichtlinie zwischen Transponder und Lesegerät, und ein Lesegerät kann in vielen Fällen mehrere Transponder gleichzeitig auf Distanz lesen — zum Beispiel alle Waren einer ganzen Palette in einem Scan, statt jedes Kolli einzeln scannen zu müssen.

Vorteile gegenüber dem Barcode

  • 01Schnellere Erfassung, weil viele Einheiten auf einmal gelesen werden können.
  • 02Keine Anforderung an eine direkte Sichtlinie zu jedem einzelnen Zeichen.
  • 03Besserer Echtzeitüberblick über Bestand, Lagerplatz und Bewegungen.
  • 04Weniger manuelle Scanfehler, weil der Prozess automatisiert wird.

Automatisierte Hochregallager

In einem automatisierten Hochregallager (oft AS/RS genannt, Automated Storage and Retrieval System) fahren Regalbediengeräte oder Shuttles selbstständig in schmalen Gängen hin und her und holen oder liefern Paletten und Kisten ab, ohne dass eine Person die Regalgasse betritt. Andere Systeme arbeiten nach dem Prinzip "Ware zur Person": Statt dass ein Kommissionierer zur Ware geht, bringt ein mobiles Regal oder ein Roboter die Ware an den festen Platz des Kommissionierers. Das spart Wegezeit und kann die Kommissioniergeschwindigkeit in Lagern mit vielen, gleichartigen Aufträgen deutlich erhöhen.

Der Mensch verschwindet nicht

Wann ergibt Automatisierung Sinn?

RFID und automatisierte Lösungen kosten in der Einrichtung typischerweise mehr als Barcodes und manuelle Kommissionierung, und die Investition rechnet sich am besten dort, wo das Volumen hoch und die Aufgaben gleichartig sind — etwa in großen Distributionslagern mit vielen wiederkehrenden Aufträgen. Egal wie automatisiert ein Lager wird, es ist immer noch das Lagerverwaltungssystem (WMS), das alles zusammenhält: Es ist das System, das weiß, was sich wo befindet, und das sowohl Menschen als auch Maschinen durch den Fluss des Lagers führt.

Die Technologie verändert, wie sich die Ware physisch durch das Lager bewegt, aber das Grundprinzip ist dasselbe wie beim ersten Strichcode 1974: Je besser die Daten mit der Wirklichkeit übereinstimmen, desto effizienter und fehlerfreier läuft das Lager.