Gefahrgut in der Luft — Klassen, Kennzeichnung und Regeln, die du kennen musst
Von Lithiumbatterien bis zu Druckflaschen: So ist Gefahrgut eingeteilt und warum die Regeln so streng sind
Einleitung
Die wenigsten denken darüber nach, wenn sie einen Koffer aufgeben, aber Flughäfen handhaben jeden Tag große Mengen an Gefahrgut: von Parfum und Spraydosen im Handgepäck bis zu Industriechemikalien und Lithiumbatterien in der Fracht. Allem gemeinsam ist, dass es einem der strengsten Regelwerke der gesamten Transportbranche unterliegt.
Warum gibt es die Regeln?
Ein Flugzeug in der Luft kann nicht einfach anhalten und auf Hilfe warten, wenn etwas schiefgeht. Deshalb sind die Regeln für Gefahrgut in der Luftfahrt deutlich strenger als etwa im Straßentransport. Die Regeln sollen sicherstellen, dass gefährliche Stoffe und Gegenstände korrekt identifiziert, verpackt, gekennzeichnet und dokumentiert werden, damit sowohl Besatzung als auch Groundhandling-Personal genau wissen, womit sie es zu tun haben und wie damit umzugehen ist, wenn etwas passiert.
Die neun Gefahrklassen
Das internationale Regelwerk für Gefahrgut in der Luftfahrt — die Dangerous Goods Regulations (DGR) der IATA — baut auf dem übergeordneten System der UN mit neun Gefahrklassen auf. Die Klassen decken sehr unterschiedliche Arten von Risiko ab, und eine Sendung kann durchaus mehreren Klassen gleichzeitig angehören, wenn sie zum Beispiel sowohl entzündbar als auch giftig ist.
| Klasse | Art des Gefahrguts |
|---|---|
| 1 | Sprengstoffe |
| 2 | Gase (unter Druck, tiefgekühlt oder gelöst) |
| 3 | Entzündbare Flüssigkeiten |
| 4 | Entzündbare feste Stoffe |
| 5 | Oxidierende Stoffe und organische Peroxide |
| 6 | Giftige und infektiöse Stoffe |
| 7 | Radioaktives Material |
| 8 | Ätzende Stoffe |
| 9 | Sonstige Gefahrgüter (u. a. Lithiumbatterien) |
Kennzeichnung und Dokumentation
Güter, die als gefährlich eingestuft sind, müssen in zugelassenen Verpackungen verpackt und mit genormten Gefahrzetteln versehen werden, die mit Farbe, Symbol und Text zeigen, zu welcher Klasse das Gut gehört. Die Sendung muss außerdem von korrekt ausgefüllten Papieren begleitet werden, die es allen Gliedern der Transportkette — vom Versender über das Groundhandling bis zur Besatzung — ermöglichen, den Inhalt zu erkennen, ohne die Verpackung öffnen zu müssen.
Was bedeutet das für dich?
- 01Du musst Gefahrzettel und Warnkennzeichen auf Gepäck und Fracht erkennen können
- 02Du musst wissen, wann eine Sendung eine besondere Platzierung im Laderaum erfordert — zum Beispiel getrennt von anderem Gut, mit dem sie reagieren kann
- 03Du musst das Verfahren kennen, wenn du falsch gekennzeichnetes oder nicht deklariertes Gefahrgut entdeckst
- 04Du musst die einschlägige DGR-Schulung absolviert haben, die für deine spezifische Rolle erforderlich ist
- 05Du musst wissen, an wen du dich wendest, wenn du dir bei einer Sendung unsicher bist
Die Vorschriften für Gefahrgut werden laufend aktualisiert, je nachdem, welche neuen Technologien und Produkte auf den Markt kommen. Deshalb ist die DGR-Schulung nichts, was man einmal absolviert und nie wieder bedenkt — sie ist Teil der laufenden fachlichen Pflege, die zum Job als Flughafenmitarbeiter gehört.