Einleitung
Mit dem Gesellenbrief in der Hand steht ein Metallgestalter mit einem seltenen Handwerk und vielen möglichen Richtungen da. Weil die Fächer klein und spezialisiert sind, sind tüchtige Metallgestalter gefragt — aber der Markt verlangt, dass du deine Nische findest. Manche bleiben in einer anerkannten Werkstatt, andere machen sich selbstständig, und wieder andere spezialisieren sich auf die Restaurierung von Kulturerbe. Gemeinsam ist allen, dass das Handwerk erst in den Jahren nach der Ausbildung richtig reift.
Angestellt in einer Werkstatt oder in der Industrie
Viele Metallschmiede arbeiten in spezialisierten Metallwerkstätten, bei Leuchten- und Armaturenherstellern, in Kunsthandwerksbetrieben oder in der Industrie, wo die Techniken des Berufs für Finish, Prototypen und Sonderarbeiten genutzt werden. Hier bekommst du Erfahrung, Kollegen, von denen du lernen kannst, und Zugang zu Maschinen, die selbst anzuschaffen teuer wäre. Für viele ist ein fester Platz in einer guten Werkstatt der Weg, wirklich gut zu werden, bevor man sich eventuell selbstständig macht.
Selbstständiger Kunsthandwerker
Ein Teil der Metallschmiede lässt sich als selbstständige Kunsthandwerker nieder und lebt von Unikaten, Auftragsarbeiten, Reparaturen und dem Verkauf über Galerien, Märkte und den eigenen Webshop. Das verlangt neben dem Handwerk auch Geschäftssinn: Preisgestaltung, Kundenkontakt, Marketing und einen Überblick über die Finanzen. Der Vorteil ist die künstlerische Freiheit und die Möglichkeit, sich einen eigenen Namen aufzubauen; der Nachteil ist die Unsicherheit, die mit der Selbstständigkeit einhergeht.
Restaurierung und Baudenkmalpflege
Die Restaurierung ist ein wachsendes Feld für Metallhandwerker. Denkmalgeschützte und erhaltenswerte Gebäude, Kirchen und Museen brauchen laufend Handwerker, die historische Metallarbeiten mit Respekt vor den ursprünglichen Techniken reparieren und wiederherstellen können. Kupferdächer, alte Beschläge, Kronleuchter und Kircheninventar müssen von jemandem gepflegt werden, der die klassischen Methoden beherrscht. Hier ist das traditionsgetragene Können des Metallhandwerkers unmittelbar gefragt.
| Weg | Was das voraussetzt | Vorteil |
|---|---|---|
| Angestellt in einer Werkstatt | Fach + Zusammenarbeit | Erfahrung, Sicherheit, Maschinen |
| Selbstständig | Fach + Geschäft | Freiheit, eigener Name |
| Restaurierung | Fach + Geschichtsverständnis | Gefragte Nische |
| Industrie/Finish | Fach + Maschinenverständnis | Stabile Jobs |
Weiterbildung
Das Lernen hört mit dem Gesellenbrief nicht auf. Über die Arbeitsmarktausbildungen (AMU) kannst du dich zum Beispiel in Silberschmiedetechnik, Gravur, Schweißen oder an neuen Maschinen weiterbilden, und du kannst auf technische Akademieausbildungen aufbauen, wenn du in eine technischere oder leitende Richtung willst. Fachlich scharf zu bleiben und neue Techniken zu lernen, ist eine Voraussetzung dafür, Schritt zu halten — welchen Weg du auch wählst.
Gut in den Start kommen
- 01Sammle Erfahrung in einer guten Werkstatt, bevor du dich eventuell selbstständig machst
- 02Finde deine Nische — Spezialisierung ist die Stärke des Metallschmieds
- 03Lerne zu kalkulieren und ein Geschäft zu führen, wenn du dich selbstständig machen willst
- 04Bleib über AMU und neue Techniken auf dem Laufenden
- 05Netzwerk im Fach — die kleinen Fächer leben von Mundpropaganda
“Das Fach gibt dir die Hände — der Rest der Laufbahn hängt davon ab, wofür du sie einsetzt.”