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Artikel·Orthopädietechniker·Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche in der Orthopädie – wachsende Körper, besondere Rücksichten

Warum die Arbeit mit jungen Nutzern häufigere Anpassung und doppelte Kommunikation erfordert

Einleitung

Hilfsmittel für Kinder und Jugendliche herzustellen stellt andere Anforderungen als die Arbeit mit erwachsenen Nutzern. Die Maße eines erwachsenen Körpers ändern sich langsam, aber ein Kind oder ein Teenager wächst und entwickelt sich laufend, und das Hilfsmittel, das vor einem halben Jahr passte, kann heute zu klein sein oder falsch sitzen.

Häufigere Kontrolle und Justierung

Weil der Körper wächst, erfordern Hilfsmittel für Kinder und Jugendliche weitaus häufiger Kontrolle und Anpassung als entsprechende Hilfsmittel für Erwachsene. Der Orthopädietechniker muss von Anfang an eine engmaschigere Nachsorge einplanen und darauf vorbereitet sein, dass ein Hilfsmittel im Laufe eines Behandlungszeitraums mehrfach angepasst oder erneuert werden muss, während der Nutzer wächst.

Das Skoliosekorsett als Beispiel für eine Jugendbehandlung

Skoliose, eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule, wird oft gerade in der Pubertät entdeckt und verschlimmert sich dort, wo das Wachstum am schnellsten ist. Hier wird das Rückenkorsett eingesetzt, um die Entwicklung zu bremsen, solange der Patient noch wächst, typischerweise als Ganztagskorsett, das rund 23 Stunden am Tag getragen wird. Wenn das Korsett zum ersten Mal ausgehändigt wird, wird der Jugendliche oft kurzzeitig zur Gewöhnung stationär aufgenommen, wobei das An- und Ablegen geübt und die Tragezeit schrittweise gesteigert wird.

  • 01Körperbild: ein sichtbares Hilfsmittel kann beeinflussen, wie sich ein Teenager unter Gleichaltrigen fühlt
  • 02Schule und Sport: das Hilfsmittel muss in den Aktivitäten des Alltags funktionieren, nicht nur in Ruhe
  • 03Elterneinbindung: Die Eltern müssen Zweck, Anwendung und Nachverfolgung verstehen
  • 04Motivation: Ein junger Nutzer muss das Hilfsmittel verstehen und selbst benutzen wollen, damit die Behandlung wirkt

Kommunikation sowohl mit dem Kind als auch mit dem Elternteil

Der Orthopädietechniker muss denselben Sachverhalt oft auf zwei Ebenen gleichzeitig erklären: Das Kind oder der Jugendliche soll verstehen, was das Hilfsmittel bewirkt und warum es das Unbehagen wert ist, es zu tragen, während der Elternteil den etwas technischeren Hintergrund verstehen und die Anwendung zu Hause unterstützen können soll. Diese doppelte Kommunikation ist ein wichtiger, aber oft übersehener Teil des Berufs.

VerhältnisKind/JugendlicherErwachsener
JustierungshäufigkeitHäufig, wegen des WachstumsSeltener
MotivationErfordert einen zusätzlichen pädagogischen EinsatzMeistens selbstständiger
EntscheidungskompetenzEltern oder Vormund werden einbezogenDie Nutzerin oder der Nutzer selbst

Ein Hilfsmittel für ein Kind muss nicht nur heute passen – es muss mitwachsen können, während das Kind wächst.

Pädagogische Grundregel