So ist die Ausbildung zur Orthopädietechnikerin oder zum Orthopädietechniker aufgebaut
Vom Grundverlauf zur Gesellenprüfung - der Weg zur ausgebildeten Orthopädietechnikerin, Schritt für Schritt
Einleitung
Willst du Orthopädietechniker werden, musst du mit einem Verlauf rechnen, der sich auf bis zu 4 Jahre und 6 Monate erstrecken kann. Es ist eine klassische Berufsausbildung (EUD), bei der du zwischen dem Unterricht in der Schule und der Arbeit in einem Betrieb wechselst - einer Bandagerie oder einem orthopädietechnischen Betrieb. Gerade der Wechsel macht dich gut: Die Theorie aus der Schule ergibt erst dann wirklich Sinn, wenn du den Abdruck eines Patienten in den Händen hältst.
Das Grundforløb: dein Einstieg in den Beruf
Kommst du direkt aus der 9. oder 10. Klasse der Grundschule, beginnst du mit dem Grundkurs 1 (GF1). Hier arbeitest du breit an Kompetenzen, die für den gesamten Hauptbereich gelten, und findest heraus, ob eine praktische Handwerksausbildung etwas für dich ist. Der Grundkurs 1 dauert in der Regel ein halbes Schuljahr.
Danach kommt Grundverlauf 2, der auf das Orthopädietechniker-Fach selbst ausgerichtet ist. Hier begegnest du zum ersten Mal den Fächern, die die Ausbildung tragen: Werkstoffkunde, Anatomie und Physiologie, Biomechanik sowie eine Einführung in Orthesen und Prothesen. Du lernst außerdem, Maschinen sicher zu bedienen und mit Geometrie und CAD zu arbeiten. Hast du später begonnen als direkt nach der Volksschule, kannst du Grundverlauf 1 überspringen und mit Grundverlauf 2 anfangen.
| Phase | Was passiert | Circa Dauer |
|---|---|---|
| Grundforløb 1 | Breite, grundlegende Kompetenzen für das Hauptgebiet (typischerweise direkt von der Folkeskole) | Ein halbes Schuljahr |
| Grundforløb 2 | Fachbezogener Unterricht, der auf das Orthopädietechnikfach zielt | Ein halbes Schuljahr |
| Hauptverlauf | Wechsel zwischen Schulaufenthalten und Ausbildung in einem Betrieb | Bis zu ca. 4 Jahre |
Der Hauptkurs: Schule und Praktikum im Takt
Der Hauptverlauf selbst ist der Teil, in dem du den Beruf richtig aufbaust. Er wechselt zwischen Zeiten im Betrieb und einer Reihe von Schulblöcken, in denen du mit deinen Kameraden zusammenkommst und in den fachlichen Stoff eintauchst. Die Schulblöcke sind über den ganzen Verlauf verteilt, sodass du ständig neues Wissen mit an den Arbeitsplatz zurücknehmen kannst.
In den Schulaufenthalten arbeitest du unter anderem an Material- und Formverständnis, Anatomie und Physiologie, Biomechanik, Feinmechanik, der Herstellung von Orthesen und Prothesen, thermischem Fügen sowie am Thema Behinderung und Gesellschaft. Du hast auch Grundfächer wie Technologie und Fremdsprachen. Es ist eine vielseitige Ausbildung, in der du sowohl technisch denken als auch den Menschen verstehen musst, zu dem das Hilfsmittel passen soll.
Aufnahme und Zugangsvoraussetzungen
Um anzufangen, musst du die Folkeskole abgeschlossen haben, und es gibt eine Zugangsvoraussetzung von mindestens 2,0 im Durchschnitt sowohl in Dänisch als auch in Mathematik aus den Abschlussprüfungen. Erfüllst du die Anforderung nicht, kannst du unter anderem zu einer Aufnahmeprüfung und einem Gespräch an der Schule eingeladen werden. Kommst du vom Arbeitsmarkt oder hast du einen anderen Hintergrund, gelten andere Zugänge - wende dich an die Beratung der Schule, dann findet ihr den richtigen Weg.
Die Gesellenprüfung schließt alles ab
Der Ablauf endet mit einer Gesellenprüfung, in der du sowohl praktisches Handwerk als auch fachlichen Überblick zeigen musst. Du sollst ein orthopädisches Produkt konstruieren und herstellen und deine Überlegungen in einem Projektbericht dokumentieren. Bestehst du, bist du ausgebildeter Orthopädietechniker – und bereit, selbstständig in der Branche zu arbeiten.
“Der Wechsel zwischen Schule und Werkstatt ist kein Hindernis - er ist der ganze Sinn der Sache. Dort wird Theorie zum Handwerk.”