Chemikaliensicherheit: Gefahrenkennzeichnung, Sicherheitsdatenblätter und CLP
So liest du eine Dose Farbe, und warum Isocyanate besondere Aufmerksamkeit erfordern
Einleitung
Farbe, Härter, Lösemittel und Entfettungsmittel gehören fest zum Alltag des Oberflächenbeschichters. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie nach festen Regeln gekennzeichnet und reguliert sind, die du lesen und verstehen können musst — nicht nur des Gesetzes wegen, sondern für deine eigene Sicherheit und die deiner Kollegen.
Die CLP-Verordnung und die Gefahrensymbole
Die CLP-Verordnung (EU-Verordnung Nr. 1272/2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen) legt unter anderem die orangefarbenen und roten Gefahrensymbole fest, die du auf der Verpackung siehst. Die Symbole geben eine schnelle, standardisierte visuelle Warnung vor den wichtigsten Gefahren des Produkts, unabhängig davon, in welcher Sprache das Etikett im Übrigen geschrieben ist.
- 01Flamme: Das Produkt ist brandgefährlich
- 02Verätzung: das Produkt ist ätzend für Haut, Augen oder Materialien
- 03Gesundheitsgefahr: das Produkt kann bei längerer Einwirkung Organe, Atemwege oder die Atmung schädigen
- 04Umweltgefahr: Das Produkt ist schädlich für die Gewässer
- 05Ausrufezeichen: Das Produkt reizt Haut, Augen oder Atemwege
Das Sicherheitsdatenblatt — dein wichtigstes Nachschlagewerk
Nach der REACH-Verordnung muss der Lieferant für gefährliche chemische Produkte ein Sicherheitsdatenblatt bereitstellen, aufgebaut nach einer festen Vorlage mit 16 Punkten — von Zusammensetzung und Erster Hilfe bis zu Handhabung, Lagerung und Entsorgung. Das Datenblatt muss am Arbeitsplatz in einer Sprache verfügbar sein, die die Beschäftigten verstehen, und sollte durchgegangen werden, bevor ein neues Produkt in Gebrauch genommen wird.
Epoxid und Isocyanate — besondere Regeln
Viele 2-Komponenten-Lacke und Härter enthalten Isocyanate oder Epoxid. Nach den Regeln von Arbejdstilsynet (der dänischen Arbeitsaufsicht) ist es verboten, Produkte mit Epoxid oder Isocyanaten außerhalb geschlossener Systeme — Lackierkabinen oder -boxen mit wirksamer Absaugung — im Spritzverfahren aufzutragen. Außerhalb eines geschlossenen Systems dürfen die Produkte nur mit einfachen technischen Hilfsmitteln wie Pinsel, Rolle, Spachtel oder Kartuschenpistole aufgetragen werden.
Fremdbelüfteter Atemschutz und gesundheitliche Anforderungen
Bei Spritzarbeiten mit epoxid- und isocyanathaltigen Produkten muss immer ein fremdbelüfteter Atemschutz verwendet werden. Personen mit Asthma, Ekzem, Isocyanatallergie, chronischer Lungenerkrankung oder stark schwitzenden Händen dürfen nach den Vorschriften nicht mit isocyanathaltigen Produkten arbeiten. Darüber hinaus müssen Personen, die Arbeiten mit Isocyanaten ausführen oder beaufsichtigen, eine besondere Ausbildung absolvieren, die alle 5 Jahre erneuert werden muss.
Bei der Chemikaliensicherheit geht es nicht darum, die Arbeit zu bremsen, sondern darum, zu wissen, womit man es zu tun hat. Reste von Farbe, Lösungsmitteln und chemischen Bädern sind in der Regel gefährlicher Abfall, der nach den Regeln getrennt und entsorgt werden muss — auch das gehört zum fachlichen Stolz im Beruf.