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Korrosionsschutz in der Offshore- und Windkraftindustrie

Wenn der Stahl jahrzehntelang unter Salzwasser und rauem Wetter halten soll

Einleitung

Manche Oberflächenbehandler finden ihre Spezialisierung in den Umgebungen, in denen die Anforderungen an den Korrosionsschutz am höchsten sind: Offshore-Konstruktionen, Hafenanlagen und Windkraftanlagen. Hier muss der Stahl über Jahrzehnte unter ständiger Salzeinwirkung, UV-Strahlung und wechselndem Wetter halten — und Fehler im Schutz können teuer zu beheben sein, wenn die Konstruktion erst einmal weit draußen auf See steht.

ISO 12944 — die Sprache für Korrosionsumgebungen

Die Norm ISO 12944 teilt atmosphärische Umgebungen in Korrosivitätskategorien von C1 bis C5 ein sowie in eine extreme Kategorie CX für unter anderem Offshore-Umgebungen und direkten Salzwasserkontakt. Je höher die Kategorie, desto stärker ist typischerweise das erforderliche Beschichtungssystem.

KategorieUmgebungBeispiel
C1Sehr geringe KorrosivitätBeheizte, trockene Innenräume wie Büros
C2Geringe KorrosivitätLändliche Gebiete, unbeheizte Räume mit geringem Kondensatrisiko
C3Mäßige KorrosivitätStadt- und Industrieumgebungen oder küstennahe Gebiete mit geringem Salzgehalt
C4Hohe KorrosivitätIndustriezonen oder Küstengebiete mit mäßigem Salzgehalt, z. B. Häfen
C5Sehr hohe KorrosivitätStark belastete Industriezonen oder Küstengebiete mit hohem Salzgehalt
CXExtreme KorrosivitätOffshore-Bereiche und direkter Salzwasserkontakt

Die Im-Kategorien — wenn der Stahl eingetaucht ist

Über die atmosphärischen Kategorien hinaus kennt die ISO 12944 Im-Kategorien für das Eintauchen: Im1 für Stahl in Süßwasser, Im2 für Stahl, der in Salz- oder Brackwasser eingetaucht ist — zum Beispiel Schleusentore und Offshore-Fundamente — und Im3 für Stahl im Erdreich, wie Spundwände, erdverlegte Behälter und Rohrleitungen.

Mehrschichtsysteme halten länger als eine einzelne Schicht

In den hohen Korrosivitätskategorien ist es die Norm, das Beschichtungssystem aus mehreren Schichten mit jeweils eigener Funktion aufzubauen: einer zinkreichen Grundierung, die wie beim Feuerverzinken kathodischen Opferschutz bietet, einer Epoxid-Zwischenschicht, die als dicke, dichte Barriere wirkt, und einer Polyurethan-Deckschicht (PUR), die UV- und Witterungsbeständigkeit gibt, damit das darunterliegende System nicht durch Sonnenlicht und Wetter abgebaut wird.

Windkraftanlagen — eine wachsende dänische Spezialität

Der Ausbau der grünen Energie, nicht zuletzt der Offshore-Windkraft, erhöht die Nachfrage nach Oberflächenbeschichtern mit Erfahrung im Korrosionsschutz. Windturbinentürme und -fundamente müssen so lackiert oder beschichtet werden, dass sie unter dauerhafter Salzeinwirkung und wechselnden Temperaturen jahrzehntelang halten, und es besteht laufend Bedarf an Prüfung und Instandhaltung des Schutzes, der bereits auf den Konstruktionen sitzt.

Korrosionsschutz in diesen Umgebungen ist deshalb sowohl eine technische als auch eine körperliche Disziplin — aber für den, der darin gut wird, ist es eine Spezialisierung mit guter Nachfrage und langen, spannenden Aufträgen.