Vorschriften, Zertifikate und das, womit du arbeiten darfst
Der Gesellenbrief, gesetzlich vorgeschriebene Kurse und die Verantwortung in einer Kunststoffproduktion
Einleitung
Du arbeitest mit Wärme, Druck, Chemie und Maschinen, die Schaden anrichten können, wenn sie falsch gehandhabt werden. Deshalb ist der Beruf von Regeln umgeben – sowohl dafür, was du dokumentieren können musst, als auch dafür, wie die Arbeit sicher auszuführen ist. Es ist wichtig, die Rahmen zu kennen, damit du weißt, wann du selbst handeln darfst und wann eine Aufgabe besondere Unterweisung oder Ausrüstung erfordert.
Der Gesellenbrief ist dein fachlicher Schlüssel
Dein formeller Nachweis, dass du das Fach beherrschst, ist der Gesellenbrief. Er wird ausgestellt, wenn du die Gesellenprüfung bestanden und die Ausbildung abgeschlossen hast, und er belegt, dass du die Kompetenzen besitzt, die zu deiner Stufe und Fachrichtung gehören – zum Beispiel eine Maschine einzurichten, sie einzufahren, die Qualität zu sichern und Fehler zu suchen, wenn etwas vom Sollwert abweicht.
Kein zulassungspflichtiges Fach
Anders als Berufe wie Elektriker oder Sanitärinstallateur ist der Kunststoffformgeber kein gesetzlich zulassungspflichtiger Beruf. Es gibt also keinen persönlichen Zulassungsnachweis, den du brauchst, um den Beruf ausüben zu dürfen. Dafür ist die Arbeit selbst durch das Arbeitsschutzrecht und die Maschinensicherheit streng geregelt – und für einige Aufgaben musst du bestimmte Kurse oder Zertifikate vorweisen, bevor du sie ausführen darfst.
Gesetzlich vorgeschriebene und typische Kurse
Während der Ausbildung und draußen am Arbeitsplatz musst du typischerweise eine Reihe von Kursen absolvieren, bevor du bestimmte Aufgaben ausführen darfst. Das ist von Betrieb zu Betrieb verschieden, aber einige kehren immer wieder.
- 01Erste Hilfe
- 02Elementare Brandbekämpfung
- 03Stapler- bzw. Gabelstaplerschein, wenn du Material und Waren bewegen sollst
- 04Unterweisung im sicheren Gebrauch der konkreten Maschinen, die du bedienen sollst
- 05Umgang mit Chemikalien nach den Sicherheitsdatenblättern, die zu den Materialien gehören
Maschinensicherheit und CE
Die Maschinen, mit denen du arbeitest, unterliegen den Anforderungen an Maschinensicherheit und CE-Kennzeichnung. Das bedeutet, dass Sicherheitsfunktionen wie Not-Halt, Schutzabdeckungen und Türen, die die Maschine beim Öffnen stoppen, einwandfrei funktionieren müssen. Du darfst niemals eine Sicherheitsfunktion außer Kraft setzen, um eine Aufgabe schneller zu erledigen – das ist einer der schwersten Fehler, die man in einer Produktion begehen kann.
Chemie, Kennzeichnung und Datenblätter
Kunststoff wird aus Granulat, Zusatzstoffen und Hilfschemikalien hergestellt, und manches davon muss mit Bedacht gehandhabt werden. Zu jedem Werkstoff gehört ein Sicherheitsdatenblatt, das dir sagt, wie du ihn lagerst, was du bei einer Verschüttung tust und welche Schutzausrüstung du brauchst. Ein Datenblatt lesen und befolgen zu können, gehört zum Beruf – es ist kein Blatt Papier, das in einem Ordner liegt.
Umwelt und Abfall
Die Kunststoffproduktion unterliegt auch Umweltvorschriften, unter anderem dazu, wie Ausschuss und Abfall gehandhabt und wie Materialien sortiert und wiederverwertet werden. Viele Betriebe mahlen fehlerhafte Teile und Überschuss um und verwenden sie erneut. Du musst verstehen, warum Sortierung und Wiederverwertung wichtig sind – sowohl wirtschaftlich als auch für den ökologischen Fußabdruck.