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Artikel·Forst- und Naturtechniker·Materialien und Natur

Kenne deine Bäume — Artbestimmung im Gelände

So erkennst du die Bäume und Sträucher des Waldes, im Winter wie im Sommer

Einleitung

In der Verordnung für die Ausbildung zum Forst- und Naturtechniker steht als konkretes Ziel, dass du die häufig vorkommenden Bäume und Sträucher im Zusammenhang mit der praktischen Arbeit in der Forstwirtschaft bestimmen kannst — und dass du häufig vorkommende Nadelbäume, Laubbäume und Sträucher sowohl im Winterzustand als auch nach dem Laubaustrieb erkennen kannst. Das ist keine akademische Übung: Es ist die Grundlage dafür, Fällung, Pflege und Verjüngung richtig planen zu können.

Warum es wichtig ist, die Bäume erkennen zu können

Verschiedene Baumarten verhalten sich beim Fällen, Wachsen und in der Pflege unterschiedlich. Eine falsche Artbestimmung kann bedeuten, dass du die falsche Schnitttechnik wählst, eine geschützte Art übersiehst oder den Wert eines Bestands falsch einschätzt. Artenkenntnis ist deshalb ein Werkzeug, das du jeden Tag nutzt — nicht nur etwas, das du für eine Prüfung lernst.

Die Laubbäume — schau auf Blätter, Rinde und Knospen

In Dänemark gibt es schätzungsweise rund 45 heimische Bäume und Sträucher, während es insgesamt über 60 Baumarten sind, wenn man eingeführte Arten mitzählt. Zu den häufigsten Laubbäumen in dänischen Wäldern gehören Buche, Eiche, Esche, Linde und Ahorn. Laubbäume erkennt man typischerweise an breiten Blättern, die im Herbst abfallen; sie machen einen großen Teil der natürlichen Wälder Dänemarks aus, oft mit hohem Naturwert. Jede Art hat Blätter, die genau für diese Art typisch sind — und das macht die Blätter zu einem der besten Merkmale, wenn du im Sommer eine Art bestimmen willst.

MerkmaleWas du dir ansiehst
Blattform und -randIst der Rand glatt, gezackt oder ausgefranst?
BlattstellungSitzen die Blätter gegenständig oder wechselständig am Zweig?
RindeIst sie glatt, gefurcht, schuppig oder ausgefranst?
KnospenForm, Farbe und Stellung der Winterknospen
Frucht/SamenBuchecker, Eichel, Nussfrucht, Samara-Flügel oder Ähnliches

Die Nadelbäume — Nadeln und Zapfen verraten die Art

Nadelbäume haben Nadeln statt Blätter und vermehren sich über Zapfen. Viele der Nadelbäume, die heute die dänische Waldlandschaft prägen — wie Rotfichte, Sitkafichte und Waldkiefer — sind gerade für die Forstwirtschaft gepflanzt worden, weil sie schnell wachsen und gute Holzeigenschaften haben. Anders als die Laubbäume behalten die meisten Nadelbäume ihre Nadeln das ganze Jahr über, was sie im Winter leichter bestimmbar macht.

  • 01Zähle die Nadeln im Büschel — sitzen sie einzeln, paarweise oder in größeren Büscheln?
  • 02Beurteile die Form der Nadel: flach und weich oder steif und spitz?
  • 03Achte auf Form und Größe des Zapfens und darauf, wie er am Zweig hängt
  • 04Achte auf die Rinde und das Wachstumsmuster der Äste in der Wintersilhouette

Heimische Arten und Verjüngung

Die Artenkenntnis hängt unmittelbar mit der Gesetzgebung zusammen: Der Waldbesitzer muss für die Verjüngung grundsätzlich heimische Arten und lokale Herkünfte verwenden, sofern es keine klare und überzeugende Begründung für die Wahl anderer Arten gibt. Lokale Herkünfte sind Pflanzen mit einer genetischen Herkunft, die genau an den Ort angepasst ist, an dem sie wachsen sollen — und die deshalb langfristig oft besser zurechtkommen. Als Naturtechniker trägst du dazu bei, dass die richtige Art am richtigen Ort landet.

Wer einen Baum allein an der Rinde erkennen kann, hat das wichtigste Handwerk des Fachs bereits gelernt.