Naturwiederherstellung, Feuchtgebiete und Wasserlaufpflege
So bekommen Gewässer und Natur ihre Dynamik zurück
Einleitung
Naturwiederherstellung und Pflege von Feuchtgebieten und Wasserläufen ist eines der fachlichen Ziele der Ausbildung: Du musst Arbeitsaufgaben im Bereich Naturwiederherstellung sowie Natur- und Biotoppflege ausführen können, und du musst den Pflegebedarf beurteilen sowie ausgewählte Feuchtgebiete und Wasserläufe auf Grundlage von Wissen über Pflegemethoden und über die Flora und Fauna des jeweiligen Gebiets wiederherstellen und pflegen können.
Warum Natur wiederherstellen?
Während großer Teile des 20. Jahrhunderts wurden Wasserläufe in Dänemark begradigt, vertieft und reguliert, um Felder schneller zu entwässern. Das machte die Wasserläufe gleichförmig und arm an Lebensräumen. Bei der Renaturierung geht es darum, diese Entwicklung umzukehren — Wasser und Landschaft eine natürlichere Dynamik zurückzugeben, zum Nutzen von Biodiversität und Gewässerumwelt.
Methoden im Wasserlauf selbst
- 01Remäandrierung — der Wasserlauf wird in einen gewundenen, natürlicheren Verlauf zurückgeführt
- 02Freilegung — ein verrohrter oder überdeckter Wasserlauf wird geöffnet und wieder offen im Gelände geführt
- 03Anlage von Laichbetten — Bereiche mit geeignetem Kies, in denen Fische Eier ablegen können
- 04Sohlanhebung — die Sohle des Wasserlaufs wird angehoben, um natürliche Dynamik und Strömungsverhältnisse wiederherzustellen
- 05Entfernung von Barrieren — damit Fische und andere Wassertiere frei wandern können
Feuchtgebiete als Klima- und Naturwerkzeug
Die Anlage von Feuchtgebieten ist eine anerkannte Methode der Klimaanpassung und kann zugleich die selbstreinigende Wirkung eines Gewässersystems erhöhen. Feuchtgebiete wirken als natürliche Puffer, die Wasser und Nährstoffe zurückhalten, und sie schaffen zugleich Lebensräume für Pflanzen und Tiere, die auf feuchten Boden angewiesen sind.
Handmähen und schonende Unterhaltung
Viele Wasserläufe werden heute schonend mit Handgeräten gepflegt, indem man die Vegetation in der eigentlichen Stromrinne mäht, statt in den Böschungen zu graben, wie es früher üblich war. Die Methode erhält mehr von der natürlichen Struktur des Gewässers und berücksichtigt gleichzeitig weiterhin den Entwässerungsbedarf.
Deine Rolle als Naturtechniker
In der Praxis bist oft du derjenige, der den Pflegebedarf im Gelände beurteilt: Gibt es Grund, jetzt einzugreifen, welche Methode passt zum Ort, und wann im Jahr sollte die Arbeit am besten ausgeführt werden, um Tier- und Pflanzenwelt möglichst zu schonen? Diese Beurteilung erfordert sowohl biologische Einsicht als auch praktische Erfahrung.
“Ein Wasserlauf, den man sich schlängeln lässt, findet oft selbst den besten Weg.”