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Die Fällarbeit — Auszeichnen, Durchforsten und Aufarbeiten

Vom stehenden Baum zum fertigen Sortiment

Einleitung

Nach den Kompetenzzielen der Ausbildung musst du als Forst- und Naturtechniker Arbeiten der Waldbewirtschaftung nach Kultur- und Betriebsplänen, geltenden Zertifizierungssystemen und Nachhaltigkeitsanforderungen ausführen können — und du musst gängige Arbeiten der Holzernte ausführen können, dazu die Auszeichnung und Durchforstung planen sowie bei der Aufarbeitung von Sturmwurf und beim Rücken mitwirken. Es ist ein mehrstufiger Prozess, bei dem jeder Schritt seine eigene fachliche Beurteilung verlangt.

Der Kultur- und Betriebsplan steuert die Arbeit

Keine Holzernte findet in einem Vakuum statt. Ein Kultur- und Betriebsplan beschreibt, wie der einzelne Bestand über die Zeit gepflegt werden soll — wann durchforstet wird, wann ganz gefällt wird und welche Rücksichten auf Natur und Zertifizierung dabei gelten. Der Plan ist zugleich Dokumentation gegenüber Zertifizierungssystemen wie FSC und PEFC, die Anforderungen daran stellen, wie der Betrieb organisiert wird.

Auszeichnung — welche Bäume müssen weg?

Die Auszeichnung ist die fachliche Beurteilung, welche Bäume gefällt werden und welche stehen bleiben sollen. Die Entscheidung stützt sich auf mehrere Kriterien zugleich.

  • 01Der Gesundheitszustand des Baumes — Schäden, Fäulnis oder Krankheit
  • 02Wuchsform und Konkurrenz um Licht und Platz zwischen benachbarten Bäumen
  • 03Das gewünschte künftige Bestandsbild laut Betriebsplan
  • 04Sicherheit — gefährliche oder instabile Bäume haben Vorrang

Durchforstung während des gesamten Bestandslebens

Ein Bestand wird im Lauf seines Lebens typischerweise mehrmals durchforstet. Der Zweck ist, den besten verbleibenden Bäumen mehr Platz, Licht und Wuchsbedingungen zu geben, während sich das entnommene Holz unterwegs als Sortiment verkaufen lässt. Die Durchforstung ist deshalb sowohl eine Pflegemaßnahme als auch eine Einnahmequelle — und der Zeitpunkt hat große Bedeutung für das Endergebnis.

Aufarbeitung — vom Baum zum Sortiment

Wenn ein Baum gefällt ist, muss er aufgearbeitet werden: entasten, einschneiden und in die Sortimente aufteilen, die der Markt nachfragt. Qualität und Dimension des einzelnen Stamms entscheiden, in welchem Sortiment er landet.

SortimentTypische Anwendung
SperrbalkenNutzholz hoher Qualität für Sägewerk und Konstruktion
VerpackungsholzPaletten, Kisten und ähnliche Verpackungen
ZellstoffholzPapier- und Holzstoffindustrie
BrennholzKürzer, oft geringere Qualität, für Brennstoff

Rücken und Weitertransport

Das letzte Glied ist das Rücken — das aufgearbeitete Holz vom Waldboden bis an den Weg oder den Lagerplatz zu bringen, wo es weiter abgeholt werden kann. Hier spielen Maschinen wie Forstmaschinen und Traktoren mit Anbaugeräten eine zentrale Rolle, und die Rücksicht auf Boden und Fahrschäden wiegt schwer, besonders auf feuchtem Untergrund.

Gute Holzerntearbeit sieht man nicht nur an den Stubben, sondern an dem Bestand, der stehen bleibt.