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Demenzpflege – Kommunikation und Abschirmung

So begegnest du einem Menschen, den die Sprache im Stich lässt

Einleitung

Egal, ob du in der häuslichen Pflege, im Pflegeheim oder im Krankenhaus arbeitest, du wirst Menschen mit einer Demenzerkrankung begegnen. Wenn die Sprache versagt, wird deine Fähigkeit, auf andere Weise zu kommunizieren, zu einer Kernkompetenz – nicht zu einer Zusatzaufgabe neben der Pflege.

Was die Krankheit mit der Sprache macht

Laut Nationalt Videnscenter for Demens (dänisches nationales Wissenszentrum für Demenz) wird die Fähigkeit zu kommunizieren durch eine Demenzerkrankung geschwächt, und wie sich das äußert, hängt davon ab, um welche Demenzerkrankung es sich handelt und wie weit sie fortgeschritten ist. Die betreute Person kann Wörter verlieren, missverstehen, was du sagst, oder mit Angst und Wut reagieren, wenn sie einem Gespräch nicht folgen kann.

  • 01Alzheimer-Krankheit – oft deutliche Gedächtnisprobleme und allmählich nachlassende Sprache.
  • 02Vaskuläre Demenz – kann stärker schwankende Symptome verursachen, je nachdem, wo im Gehirn der Schaden sitzt.
  • 03Lewy-Körper-Demenz – kann Halluzinationen und stark schwankende Aufmerksamkeit verursachen.
  • 04Frontotemporale Demenz – betrifft oft Verhalten und Persönlichkeit früher als das Gedächtnis.

So kommunizierst du am besten

  • 01Sprich kurz und konkret und gib eine Botschaft nach der anderen.
  • 02Wende dich der Person zu, stelle Blickkontakt her und halte ein ruhiges Tempo.
  • 03Lass viel Zeit für die Antwort und fülle die Stille nicht zu schnell aus.
  • 04Begegne der Person in ihrem eigenen Erleben, statt zu korrigieren oder über Fakten zu diskutieren.
  • 05Nutze Bilder oder Symbolunterstützung, wenn die Worte nicht reichen.

Nationalt Videnscenter for Demens verweist unter anderem auf Talking Mats – eine bild- und symbolgestützte Methode, die für Menschen mit Kommunikationsschwierigkeiten entwickelt wurde. Erfahrungen aus Dänemark und aus dem Ausland deuten darauf hin, dass die Methode Menschen mit Demenz helfen kann, Wünsche und Bedürfnisse auszudrücken und stärker an Entscheidungen über das eigene Leben teilzunehmen.

Abschirmung und eine ruhige Umgebung

Bei der Abschirmung geht es darum, Sinneseindrücke und Unruhe rund um einen Bürger mit Demenz zu reduzieren: weniger Menschen auf einmal, weniger Lärm, wiedererkennbare Rahmenbedingungen und eine feste Struktur im Alltag. Eine ruhige und vorhersehbare Umgebung kann Verwirrung und die Verhaltenssymptome verringern, die die Krankheit oft begleiten.

Verhaltensbezogene und psychologische Symptome

Unruhe, Wut, Umherwandern oder Misstrauen – oft unter der Bezeichnung BPSD zusammengefasst – sind selten 'schwieriges Verhalten'. Es ist in der Regel Ausdruck eines Unbehagens oder eines Bedürfnisses, das der Bürger nicht mehr in Worte fassen kann. Deine Aufgabe ist es, nach der Ursache zu suchen – Schmerz, Hunger, Langeweile oder zu viele Eindrücke – statt ausschließlich zu versuchen, das Symptom zu bekämpfen.

Frühe Erkennung von Demenz

Kommunen arbeiten auch daran, Demenz früh zu erkennen. Das Nationalt Videnscenter for Demens (dänisches nationales Wissenszentrum für Demenz) beschreibt unter anderem, dass die Kommune Kopenhagen gute Erfahrungen mit dem Screening-Instrument BASIC-Q bei älteren Bürgern mit Demenzverdacht gemacht hat. Als Sozial- und Gesundheitsassistent bist du oft derjenige, der im Alltag zuerst frühe Anzeichen einer beginnenden Demenz bemerkt – und deine Beobachtung kann das sein, was eine Abklärung in Gang setzt.

DemenzformTypisches Kennzeichen
Alzheimer-KrankheitAllmählich nachlassendes Gedächtnis und Sprachvermögen
Vaskuläre DemenzDie Symptome können je nach Lage der Schädigung schwanken
Lewy-Körper-DemenzHalluzinationen und stark schwankende Aufmerksamkeit
Frontotemporale DemenzVeränderungen von Verhalten und Persönlichkeit früh im Verlauf

Nicht die Bürgerin muss sich an die Gesprächsregeln erinnern – du musst ihr dort begegnen, wo sie gerade jetzt ist.