Ernährung und Flüssigkeit bei geschwächten Bürgern
So erkennst du Mangelernährung, bevor sie gefährlich wird
Einleitung
Essen und Trinken klingen selbstverständlich, aber bei geschwächten und kranken Bürgern kann zu wenig von beidem schnell zu einem ernsten Gesundheitsproblem werden. Als social- og sundhedsassistent (Pflegefachassistent) bist du nah am Alltag der Bürger und oft der Erste, der bemerkt, dass jemand weniger isst als sonst.
Warum Ernährung eine gesundheitsfachliche Aufgabe ist
Sundhedsstyrelsen weist in 'Ernæringsindsatser for den ældre medicinske patient' (2017) darauf hin, dass ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust eines der alarmierendsten Anzeichen für Unterernährung bei älteren Menschen ist. Fehlender Appetit, geringeres Interesse am Essen oder veränderte Essgewohnheiten können ebenfalls frühe Anzeichen sein. Unterernährung macht den Bürger schwächer, erhöht das Risiko für Infektionen und Stürze und kann Krankenhausaufenthalte verlängern.
Ernährungsscreening
Um Bürger mit Risiko zu erkennen, empfiehlt die dänische Gesundheitsbehörde (Sundhedsstyrelsen) in der kommunalen Versorgung ein validiertes Ernährungsbeurteilungsformular (EVS) für Bürger über 65 Jahre, mit dem ein ungewollter Gewichtsverlust näher untersucht wird. Das Formular erfasst unter anderem Essgewohnheiten, Gewichtsentwicklung und den Inhalt der Mahlzeiten. Eine gezielte Ernährungsmaßnahme kann weiteren Gewichtsverlust verhindern, das Risiko von Komplikationen senken und Krankenhausaufenthalte verkürzen.
Was du im Alltag beobachten kannst
- 01Isst der Bürger weniger als normal oder lässt er Mahlzeiten unberührt stehen?
- 02Sind Kleidung oder Hosen in letzter Zeit zu groß geworden?
- 03Wirkt die zu betreuende Person müder, schwächer oder unsicherer auf den Beinen?
- 04Gibt es Anzeichen von Durst, trockenem Mund oder dunklem Urin, die auf Flüssigkeitsmangel hindeuten können?
- 05Fällt es dem Bürger schwer zu kauen oder zu schlucken?
Flüssigkeit ist genauso wichtig wie Essen
Geschwächte und ältere Bürger trinken oft zu wenig, unter anderem weil das Durstgefühl mit dem Alter nachlässt oder weil sie aus Angst vor Inkontinenz bewusst weniger trinken. Zu wenig Flüssigkeit erhöht das Risiko von Verwirrtheit, Verstopfung, Harnwegsinfektion und Stürzen. Du kannst einen großen Unterschied machen, indem du über den Tag verteilt regelmäßig Getränke anbietest statt nur zu den Mahlzeiten.
Deine Rolle in der Praxis
- 01Mach die Mahlzeit zu einem guten Erlebnis – Ruhe, gute Hilfsmittel und Respekt vor dem eigenen Tempo des Bürgers.
- 02Passe Konsistenz und Portionsgröße an, wenn die betreute Person Schwierigkeiten hat, große Mengen zu essen.
- 03Eine Anreicherung des Essens mit mehr Fett oder Protein in kleineren Portionen kann bei Verdacht auf Mangelernährung mit der Diätassistenz oder der Pflegefachkraft abgesprochen werden.
- 04Beobachte und dokumentiere Veränderungen bei Appetit, Gewicht und Flüssigkeitsaufnahme und gib sie weiter.
“Ein Gewichtsverlust, den niemand bemerkt hat, ist weit gefährlicher als einer, der rechtzeitig entdeckt wird und auf den reagiert wird.”